Zurück Zurück

"Homophob" und "Rechtsaußen":

Schwere Vorwürfe gegen neuen Ministerpräsidenten

Der CDU-Politiker Stefan Mappus soll den bisherigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger beerben, der als neuer EU-Kommissar nach Brüssel gehen wird. Allerdings löste die Personalentscheidung in Stuttgart teils heftige Kritik aus.

Das Präsidium der baden-württembergischen CDU hatte am Montag den Fraktionschef der Partei im Landtag, Stefan Mappus, einstimmig für die Nachfolge von Ministerpräsident Günther Oettinger vorgeschlagen. Der CDU-Landesvorstand empfahl dem Landesparteitag im November, den Politiker aus dem rechten Flügel auch zum neuen CDU-Landesvorsitzenden und zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2011 zu wählen.

Der 1966 in Pforzheim geborene Mappus ist verheiratet und hat zwei Söhne. 1983 trat er in die Junge Union ein, dreizehn Jahre später wurde er in den Landtag gewählt. Bevor er Fraktionsvorsitzender (und stellvertretender CDU-Landesvortand) wurde, war er für zwei Jahre Umweltminister. Der politische "Ziehsohn" von Oettingers Vorgänger Erwin Teufel gilt als "konservativer Haudrauf", beschreibt ihn der SWR.

 

Klares Feindbild

 

Insbesondere die eingetragene Lebenspartnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare hat es dem zukünftigen Ministerpräsidenten angetan. In der Diskussion um ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare - eine zwischenzeitliche Selbstverständlichkeit etwa in Israel oder Spanien - sagte der neue Landeschef: "Kinder sind denkbar ungeeignet für Experimente im Bereich der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und bedürfen dem besonderen Schutz der Gesellschaft".

 

In einem Interview mit "Spiegel Online" kritisierte der grüne Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, die Entscheidung. Mappus, der im Landtag den Spitznamen "Brutus" trage, stecke tief im konservativen Lager: "Er hat eine NS-kritische Ausstellung zu verhindern versucht, er hat zu verantworten, dass sich schwule und lesbische Paare in baden-württembergischen Kfz-Zulassungsstellen trauen lassen müssen." Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland Deutschlands, in dem Landkreise oder Städte Schwulen und Lesben das Standesamt noch verweigern können. In der Vergangenheit kam es zu Gerichtsprozessen, nachdem die Gebühren für Lebenspartnerschaften oft doppelt so hoch waren wie für heterosexuelle Ehe-Schließungen.

 

Auch hinsichtlich des Christopher-Street-Days (CSD) hat "der Neue" klare Positionen. "Ich gebe jetzt noch den Rat, da nicht hinzugehen - weder zur Eröffnungsgala noch zum Umzug." Nach Angaben von Mappus habe er und 90 Prozent der Fraktion ein Problem "mit dem frivolen, karnevalesken Zurschaustellen von sexuellen Neigungen, wie es bei dieser Veranstaltung geschieht." In einem Interview mit der "Pforzheimer Zeitung" ging er noch weiter: Der CSD versuche auf eine "abstoßende Art und Weise eine Woche lang Veranstaltungen durchzubringen, die wir ablehnen."

 

Der baden-württembergische Landesverband der CDU gilt innerparteilich als eine der "letzten Bastionen" des "gestriegen Lagers", das sich gegen die Modernisierung der Bundespartei unter Angela Merkel stemme.

 

jfa / db 28.10.2009

 


155 User Bewertung: 4.5/5 (12 Bewertungen)

Zurück Zurück


Der Tag - Nachrichtenüberblick

60 Jahre Berlinale:

Phobidilia-Israelische Film auf der Berlinale

Von einer urbanen Weltflucht erzählt dieses israelische Spielfilmdebüt der beiden Brüder Yoav und Doron Paz. In seinem Mittelpunkt steht Wainblum, ein junger Mann, der sich nach einem in der Öffentlichkeit erlittenen Zusammenbruch gänzlich von dem als chaotisch empfundenen Großstadtleben verabschiedet und sich komplett in seine Wohnung zurückzieht. Alles, was er zum Leben braucht, lässt er sich ins Haus bringen: Für Unterhaltung sorgt der Fernseher, das Essen lässt sich telefonisch bestellen, und für Sex gibt es ja das Internet.

[mehr]



Aufruf:

Netanyahu appelliert an zionistisches Erbe

Auf der diesjährigen Herzlyia-Konferenz hat Binyamin Netanyahu an die historische Bedeutung jüdischer Staatlichkeit erinnert. Nachdem er abermals Israels Bereitschaft zum Frieden mit seinen Nachbarn unterstrichen hatte, sagte der Ministerpräsident:

[mehr]



Iran kurbelt Atomprogramm an

Der Iran setzt im internationalen Konflikt um sein Atomprogramm wieder verstärkt auf Konfrontation. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad wies nach jüngsten Anzeichen von Verhandlungsbereitschaft am Sonntag die Atomenergiebehörde seines Landes an, mit der Produktion von 20-prozentig angereichertem Uran zu beginnen.

[mehr]



Iran to build 10 nuclear plants, beef up military

Iranian officials trumpeted new nuclear and military ambitions Monday in the face of domestic political discord and stepped up international talk of tightening economic sanctions against the Islamic Republic.

[mehr]



Linkspartei-Abgeordnete:

Pfarrern vorgeworfen "Hass zu predigen"

Nach einem Offenen Brief von drei Pfarrern an die Bundestagsabgeordnete der "Linkispartei", Dagdelen (haOlam.de berichtete), hat diese den Pfarrern vorgeworfen "Hass zu predigen".

[mehr]



+ Text vergrößern
- Text verkleinern

 Nachrichten

 Special des Tages

 Wetter

Das Wetter in ihrer Stadt

Stadt:

 Empfehlungen

juedische.at

Ach Gut

Breslav

Jpost

ADL

Lizaswelt

 Werbung



buch.de - einfach schnell

Impressum | Kontakt

Copyright (c)2009- 2010 haolam.de
// News Plattform Version:3.0 Copyright (c) 2003-2010 CTLK Hannover //