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Ende November soll in Berlin eine "Lehrerkonferenz" der besonderen Art stattfinden - mit einem ganz besonderen Gast bei der Eröffnung: Dem Botschafter der "Iranischen Republik Iran" - haOlam.de berichtete. Auf Nachfragen zu dieser Konferenz wird entweder gar nicht oder ausweichend reagiert. Die Diakonie Berlin-Brandenburg hat die Ankündigung zwischenzeitlich von ihrer Website genommen.
Bei der Pressestelle der Diakonie reagierte man auf telefonische Anfrage von haOlam.de eher peinlich berührt. Warum die Veranstaltung nicht mehr auf der Website zu finden ist, konnte man zwar nicht erklären. Dafür wurde mehrfach betont, das die Diakoni nicht Veranstalter ist.
Wie berichtet, soll bei der Eröffnung dieser Konferenz u.a. auch der Botschafter der "Islamischen Republik Iran" als Redner auftreten. Daneben wird u.a. auch eine Vertreterin des zuständigend Berliner Senators auftreten. Auf Nachfragen bei der Pressestelle der Senatsverwaltung und beim Direktor des Gymnasiums der "Königin Luise Stiftung" kamen nur ausweichende, bzw. gar keine Antworten.
Nachfolgend dokumentieren wir die Fragen - und die (Nicht-)Antworten:
Anfrage an die Pressestelle der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mitte/Ende November findet eine "Deutsch-Iranische Lehrerkonferenz" statt, durchgeführt von der Königin-Luise-Stiftung, der bei Eröffnung soll lt. Programm neben dem Botschafter der Islamischen Republik Iran auch Oberschulrätin Marita Hebisch-Niemsch, Senatsverwaltung Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Hierzu stellen sich folgende Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte, ujm diese in unsere Berichterstattung einfließen zu lassen:
- Halten Sie an der Durchführung der geplanten Konferenz fest?
- Sehen Sie es als problematisch an, mit dem Botschafter der Islamischen Republik Iran einen offiziellen Vertreter der Islamischen Republik Iran bei der Eröffnung als Redner zu haben?
- Sehen Sie den Umstand, daß das iranische Regime massive Menschenrechtsverletzungen (u.a. blutige Unterdrückung der Demokratiebewegung, Steinigungen von Frauen und Opfern von Vergewaltigungen, Erhängungen von Homosexuellen, Verfolgung von Angehörigen der Bahai-Religion) begeht, die Shoah leugnet und dem Staat Israel das Existenzrecht abspricht und dessen Auslöschung propagiert, als zu geringes Hindernis für eine solche Konferenz und für den Botschafter der Islamischen Republik Iran als Redner bei der Eröffnung dieser Konferenz an?
- Wird die Durschführung der Konferenz aus öffentlichen Mitteln der Bundesrepublik Deutschland und/oder des Landes Berlin finanziert oder mitfinanziert?
Für eine kurzfristige Beantwortung wären wir Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Fischer-Aharon
Herausgeber
Antwort der Pressestelle:
Sehr geehrter Herr Fischer-Aharon,
auf Ihre Anfrage erlaube ich mir zusammenfassend zu antworten:
Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist nicht die einzige Institution, die an dieser Veranstaltung der UNESCO-Projektschulen teilnimmt. Ebenso beteiligt sind Institutionen wie Auswärtiges Amt, Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen,Technische Universiät und die die Uni Potsdam.
Die Königin-Luise-Stiftung, eine Privatschule, hat den Status einer "anerkannten UNESCO-Projektschule". Im Rahmen der UNESCO-Projektarbeit, die sich insbesondere der Friedenserziehung, dem Dialog zur internationalen Verständigung und der Durchsetzung der Menschrechte widmet, ist diese Veranstaltung mit dem Ziel der Begegnung von Lehrern und Wissenschaftlern initiiert worden. Die Schule hat Schulpartnerschaften in Teheran und führt seit 2005 Betriebspraktika im Iran und in Deutschland durch.
Mit freundlichen Grüßen,
Jens Stiller
Pressesprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Nicht beantwortet wurden die Fragen nach der Finanzierung dieser Konferenz und ob der Charakter des islamistischen Gewaltregimes ein Hindernis sein könnte für die Senatsverwaltung, "Deutsch-Iranische Lehrerkonferenzen" zu unterstützen und Berliner Lehrern die Teilnahme an solchen Veranstaltungen mit dem Botschafter eines Gewaltregimes zu ermöglichen.
Anfrage an den Direktor des Gymnasiums der "Königin Luise Stiftung":
Sehr geehrter Herr Olie,
von ihrer Sekretärin wurde ich gebeten, da Sie im Moment außer Haus sind, meine Anfrage an Sie auch per Mail einzureichen.
Seit heute wird auf der Website der Diakonie Berlin-Brandenburg eine von ihrem Gymnasium veranstaltete Lehrerkonferenz nicht mehr beworben. Hierbei handelt es sich um die "Deutsch-iranische Lehrerkonferenz". Hierzu hätte ich folgende Nachfragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:
- Was ist nach ihrer Meinung der Grund, daß besagte Konferenz auf besagter Website nicht mehr beworben wird?
- Halten Sie an der Durchführung der geplanten Konferenz fest?
- Sehen Sie es als problematisch an, mit dem Botschafter der Islamischen Republik Iran einen offiziellen Vertreter der Islamischen Republik Iran bei der Eröffnung als Redner zu haben?
- Sehen Sie den Umstand, daß das iranische Regime massive Menschenrechtsverletzungen (u.a. blutige Unterdrückung der Demokratiebewegung, Steinigungen von Frauen und Opfern von Vergewaltigungen, Erhängungen von Homosexuellen, Verfolgung von Angehörigen der Bahai-Religion) begeht, die Shoah leugnet und dem Staat Israel das Existenzrecht abspricht und dessen Auslöschung propagiert, als zu geringes Hindernis für eine solche Konferenz und für den Botschafter der Islamischen Republik Iran als Redner bei der Eröffnung dieser Konferenz an?
- Wird die Durschführung der Konferenz aus öffentlichen Mitteln der Bundesrepublik Deutschland und/oder des Landes Berlin finanziert oder mitfinanziert?
Für eine kurzfristige Beantwortung danke ich Ihnen im voraus.
Die Antwort:
-
Zur Staatsdoktrin der Islamischen Republik, die auch von den dortigen Lehrkräften an die Schüler weitergegeben werden muss, gehört u.a. die Leugnung des Holocausts und das Ziel der Vernichtung des Staates Israel.
jfa 4.11.2009
Foto: Hinrichtungen im Iran finden zumeist in der Öffentlichkeit statt.

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