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Gewiss, jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Auf der Internetseite des Kopp Verlages macht die Ex-Nachrichtenableserin Eva Herman von diesem Recht energisch Gebrauch. Wenn ich ihr antworte, so geschieht es, weil der Verfasserin Allüren zur Abewehr aufreizen.
Je extremer eine Meinung, je eher erregt sie die Aufmerksamkeit. Diese Radauantifeministin dürfte die meisten Chancen haben, gehört zu werden. Ich verspreche dem Aufsatz einen lauten, vielleicht lärmenden Erfolg.
Eva Herman hat Eigenschaften, die sie verbürgen: Draufgängerischen Mut, den festen Glauben an sich und Stil – den Stil der Verkünderin, der prophetisch Schauenden. Sie versteht es, geflügelte Worte zu prägen. Sie überrascht, verblüfft, sie entfesselt Furien, indem sie glatt behauptet, die Katastrophe der Loveparade 2010 in Duisburg sei eine Strafe Gottes!
***
Einigen Leserinnen und Leser wird es bestimmt schon aufgefallen sein. Der Anfang dieses Artikels stammt nicht von mir, sondern von der begnadeten Journalistin, Schriftstellerin und Polemikerin Hedwig Dohm aus dem Jahre 1909. Ich habe nur ein paar Worte geändert.
Hedwig Dohm war eine Frau, die schon vor hundert Jahren moderner war als manche eine deutsche Hausfrau heute – Eva Herman zum Beispiel.
Eva Herman ist eine Frau, deren Käse vor langer Zeit von ihrem Brötchen gefallen ist. Vor Jahren schon hat sie den kleinen Zug nach Dummkopfhausen bestiegen. Deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als dieser ewig-gestrigen Frau mit Hedwig Dohm zu begegnen, einer modernen Frau von gestern.
Hedwig Dohm hatte schon hundert Jahre vor Eva Hermans proklamiertem „Eva Prinzip“, das für die Rolle der Mutter zu Hause steht, da Mutterschaft in der „Weiblichkeit“ der Frau liege und somit die Familie letztlich für „Glück und Zufriedenheit“ einer Frau wichtiger seien als berufliche Karriere und vollständige Unabhängigkeit, die passende Antwort parat. Bis auf den Namen Eva Herman ist alles was nun folgt O-Ton Hedwig Dohm. Sämtliche Zitate finden sich in folgendem Buch: Hedwig Dohm – Ausgewählte Texte. Berlin 2006. 322 Seiten. 24,80 Euro:
Die Stockantifeministin Eva Herman kämpft wie eine Löwin (ob nur in einer Löwenhaut, lasse ich dahingestellt) gegen die Frauenemanzipation, begeistert sich für die geistige Sterilität des Weibes und nimmt an, dass zu allen Zeiten die Erhebung der Frau den Niedergang der Kultur zur Folge habe.
Eva Herman sagt sich: Schreibe ich als Mann, so würden die von der Frauenbewegung sagen: Oho, wir kennen dich, Jupiterlein! und sie würden mir all die bekannten, verdächtigen, selbstsüchtigen Motive unterschieben: Herrenrechtlerei, Konkurrenzneid, Unkenntnis der weiblichen Psyche usw. Schreibe ich aber als Frau, so werden all diese Verdächtigungen hinfällig. Der Anti triumphiert! Ecco ein Frau, die muss es wissen, kennt ihre Geschlechtsgenossinnen, ihre Vogelhirne. Und was für eine Frau!
Eva Herman verlangt immer nur eins: „Wir wollen die Natur befragen.“
Was antwortet denn die Natur, Eva?
Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Byzantinerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natürlich, was unnatürlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind Einbrüche in vermeintliche Naturgesetze.
Das scheint Eva Herman selbst zu bestätigen, wenn sie sagt: „Wir müssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht hat sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur will Eva, dass sie wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war.
Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehrine. Schaffe Möglichkeiten!
Wir Feministinnen schaffen Möglichkeiten. Wir ändern die Welt. Dennoch wird als Hauptargument gegen die Frauenbewegung immer wieder und wieder – von Eva Herman sogar mit galliger Vehemanz und hymnischer Begeisterung – die Mütterlichkeit des Weibes auf den Schild gehoben, und die Verkümmerung der Kinder malt man als Menetekel den Emanzipationsbeflissenen an die Wand. Neben der Mutterliebe und -Fürsorge ist es vornehmlich die erzieherische Tätigkeit der Mutter, die man durch die Unterminierarbeit der Frauenrechtler bedroht sieht.
Laut Eva Herman soll die Erziehung der Kinder die eigentliche Tätigkeitssphäre der Frau sein.
Je älter ich werde, je mehr staune ich über die menschliche Virtuosität im Erträumen, Erdichten und freien Erfinden von Zuständen und Verhältnissen, die kaum irgendwo existieren, ich staune über die unverfrorene Dreistigkeit im Ableugnen und Hinwegsehen, Tatsachen gegenüber, die offen vor aller Welt liegen.
Dass die Mütter die geborenen und notwendigen Erzieherinnen ihrer Kinder sind, gehört zu den Erlogenheiten, die überall Kurs haben, und die man als Trumpf gegen die moderne Frauenbewegung ausspielt. Und doch bedarf es hier nicht einmal eines tiefernen Nachdenkens – ein flüchtiges Hineinblicken in das positive Leben benügt, um zu erkennen, dass im Großen und Ganzen die Mütter die schlechtesten Erzieherinnen ihrer Kinder sind. Man frage nur die eine Mutter, was sie von der Erziehung der anderen Mutter hält, und man wird die härtesten und schroffsten Urteile hören.
Ja, nimmt man denn an, dass auch die vielen, vielen Frauen, die als Nichtmütter kaum den bescheidensten Ansprüchen an Moral und Klugheit genügen, als Mütter sich in Tugendspiegeln und geistige Potenzen verwandeln? Dass sie, plöttzlich von einem Drang zum Idealismus befallen, herrlich erzieherisch auf ihre Kinder wirken werden?
Ist es nicht wahrscheinlicher, dass Frauen als erziehende Mütter dieselben Eigenschaften an den Tag legen werden, die auch sonst im Leben an ihnen zu schätzen oder zu verwerfen sind? Eine oberflächlich törichte Frau wird ihre Kinder töricht erziehen, und es wäre in diesen Fällen ein Segen für die Kinder, wenn ihre Kraftentfaltung woanders als in der Kinderstube vor sich ginge.
Die meisten Mütter erziehen ganz willkürlich, regellos, in Anfällen, mit Plötzlichkeiten, je nach ihren Impulsen, ihrer subjektiven Stimmung. Zum Erziehungswerk aber gehören nicht nur die auserlesensten Geistes- und Gemütsqualitäten, es muss auch noch ein spezifisch pädagogisches Talent dazu kommen.
Nein, die Mutterliebe wirkt auf dem Felde der Erziehung keine Wunder. Gerade ist sie es, die die Erziehung eher hemmend als fördernd beeinflusst, die der Mutter das klare, objektive Urteil über den Charakter ihrer Kinder raubt, das die Vorbedingung jedes fruchtbaren erziehlichen Wirkens sein muss.
Die fast absolute Unkenntnis der meisten Mütter, was den Charakter ihrer Kinder betrifft, ist angetan, Staunen und Mitleid zu erregen. Das Mitleid freilich ist unangebracht, denn wüssten die Mütter oft, wer und was ihre Kinder sind, es öffnete sich ihnen eine unversiegbare Quelle des Grams. Wer wagt es, einer Mutter die Wahrheit über ihre Kinder zu sagen (und wäre es auch nur die, dass ihre kleine Genies kaum Dutzendgeschöpfe sind)? Nur wer sich nicht scheut, Wunden zu reißen, aus denen Herzblut quillt. Und sie wären auch unnütz, diese grausamen Verletzungen. Zeichne selbst der klügsten Frau ein treffendes Charakterbild ihres Kindes – sie wird es für eine unverschämte, lieblose Karikatur halten, dieselbe Frau, die vielleicht, wo es sich um die schlimmen Eigenschaften fremder Kinder handelt, den denkbar schärfsten Blick hat. Diese Klugen wären möglicherweise befähigt, fremde Kinder zu erziehen, ihre eigenen – nicht.
Aber nicht nur durch Verblendung der Liebe, auch durch Härte und Strenge sündigen Mütter oft genug an den Kindern. Wehe den Kindern, wenn ihre strengen, energischen Mütter nicht zugleich mit starker Intelligenz, mit Güte und feinstem Verständnis für die Kinderpsyche begabt sind. Sind sie es nicht, so fällt ihre Prinzipienstrammheit vergällend und vergiftend auf die zarten Jugendblüten, macht die derber Gerarteten dickfellig, die zarter Organisierten werden verschüchtert und gebrochen. Solche hartnervigen Damen mit plumpen Händen und groben Seelen verwechseln Abrichtung mit Erziehung, und verraten nicht selten eine gefährliche Neigung zur Prügelpädagogik, die scheußlichste aller Erziehungsmethoden, die einen Stich ins Henkerhafte hat.“
Das hat die Schriftstellerin Hedwig Dohm vor hundert Jahren geschrieben. Eine bessere Antwort gibt es nicht auf die Thesen der Ex-Nachrichtenableserin Eva Herman aus dem 21. Jahrhundert.
Aber was für eine Antwort kann es auf die Unverschämtheit geben, die sich Eva Herman jetzt geleistet hat? Am 25. Juli 2010, keine 24 Stunden nach der Katastrophe der Loveparade 2010 in Duisburg, die Leichen waren noch nicht kalt, da haute Eva Herman folgende Aussage raus:
„Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!“
Als Eva Herman diese Worte schrieb, schwebten zwei Opfer noch in Lebensgefahr. Sie starben erst nach der Veröffentlichung. Es wird die Angehörigen bestimmt beruhigt haben, dass ihr Freunde und Familienmitglieder im Namen Gottes und wegen seinem (ich nehme mal an, für Eva Herman ist ihr Gott männlich) Bedürfnis nach Züchtigung und Mäßigung der Jugend gestorben ist.
So ist Gott nun mal. Manchmal hat er einfach die Schnauze voll. Diese verdammten Braunpelikane, Rötelreiher, Seeregenpfeifer und Scherenschnäbel im Golf von Mexico waren Gott wohl auch schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Die müssen sich im Meer benommen haben wie die Tiere. Gott musste einfach die Öl-Pest schicken. Wer weiß, eventuell haben auch im Golf von Mexico ganz andere Mächte mit eingegriffen.
Eva Herman lässt keinen Moment einen Zweifel daran, dass sie mit den anderen Mächten ihre Idee von einem Gott meint. Ihrem Artikel gibt sie eine eindeutige Überschrift: „Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg“.
Eva Herman beginnt: „Die Loveparade in Duisburg ist zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen geworden: Mindestens neunzehn Tote.“
Voreilige Eva,
es sind jetzt einundzwanzig! Sie waren einfach zu schnell in Ihrem Urteil.
„Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW.“
Besorgte Eva,
diese gute alte verbale Abwatschung der Jugend sei Ihnen gestattet. Es ist das Recht der Älteren, sich ab und an mal über die Jugend und ihre Zügellosigkeit zu echauffieren, selbst Hedwig Dohm hat dies getan:
„Als handele es sich um eine Kultur-Veranstaltung auf höchstem Niveau, waren Politik und Medien, allen voran der öffentlich-rechtliche WDR, schon im Vorfeld um eine lückenlose Berichterstattung bemüht.“
Neidische Eva,
da werden Sie aber richtig ungehalten, nicht wahr? So viel Aufmerksamkeit hätten Sie auch gerne mal wieder. Darum haben Sie wohl auch diesen Artikel geschrieben.
„Doch was ist das in Wahrheit für eine »Kulturveranstaltung«? Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.“
Staunende und zitternde Eva,
so wie Sie müssen sich auch die Missionare vom Schlage Bonifatius gefühlt haben, als sie in Europa gen Norden reisten und auf die merkwürdigen Rituale und Sitten der Heiden trafen, wie zum Beispiel den Beltane Feuern, einem vorchristlichen Freudenfest, wo rund um ein Feuer wie in Trance wild zuckend getanzt wurde. Sowas unchristliches konnte schon damals nicht geduldet werden. Bonifatius nahm daher eine Axt zur Hand und verteidigte das Christentum, in dem er einfach nicht-christliche Heiligtümer wie die Donareiche zerstörte.
Die Axt in Ihren Händen aber ist die Tastatur. Mit dieser Axt marschieren Sie in die Schlacht: Eva Hermans Schlacht.
„Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt.“
Stillende Eva,
warum haben Sie denn nun bitte damit ein Problem? Sie haben der weiblichen Brust doch selbst ein ganzes Buch gewidmet: „Vom Glück des Stillens“. Es sollte Sie doch begeistern, wenn Frauen voller Stolz das zeigen, was ihrer Meinung nach so viel Glück bringt.
„Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.“
Sittliche Eva,
da geht wohl wieder der Bonifatius mit Ihnen durch. Ist soviel Körperlichkeit, Verzückung und Ekstase zu viel für Ihre zartbesaitete christliche Seele? Sie müssen sich fühlen wie die spanischen Christen bei dem ersten Anblick der karibischen Völker im 15. und 16. Jahrhundert.
„Sie wollten direkt und schnell Party machen, waren sie doch extra hergekommen, um so richtig die Sau raus zu lassen. Die Polizei und die Sicherheitskräfte, die ihr Bestes tun, werden von den Vollgedröhnten bepöbelt, beleidigt und angegriffen.“
Flinke Eva,
wieder zeigt sich, dass es besser gewesen wäre zu warten, bis die Leichen kalt sind. Dass die Polizei und die Sicherheitskräfte „ihr Bestes“ getan haben, davon kann keine Rede sein. Es sind einfach zu viele Sicherheitsfehler auf allen Seiten passiert. Lediglich das Rote Kreuz und das ärztliche Personal vor Ort wird durchweg und völlig zu Recht gelobt. Sie haben wahrlich ihr Bestes getan, aber da war die Katastrophe schon geschehen.
„Das ist die Kehrseite der Medaille über die Loveparade, die laut dem neuen Bundespräsidenten Wulff ein »friedliches Fest fröhlicher, junger Menschen« sein sollte. Man fragt sich, welche Veranstaltung der Mann wirklich meint? Den Musikantenstadl vielleicht?“
Deutsche Eva,
warum stapeln Sie so tief. Fällt Ihnen als „positiver Gegenentwurf“ zur Loveparade wirklich nur der Musikantenstadl ein? Das ist doch nicht Ihr Niveau. Sie enttäuschen mich. Von Ihnen hätte ich doch wenigstens eine gute alte Verteidigung der anständigen, ordentlichen, züchtigen und sittlichen Tradition der deutschen Fackelzüge erwartet, oder eine Lobeshymne auf den Reichsparteitag. Da hat die Leni Riefenstahl in ihrer Dokumentaion „Triumph des Willens“ doch mal gezeigt wie ordentlich eine Massenveranstaltung abgehen kann. Bei dem Gedanken daran haben Sie doch gewiss einen Inneren Reichsparteitag, oder?
„Selten wurde ein Begriff mehr durch den Dreck gezogen als bei der Loveparade.“
Dumme Eva,
tut mir leid, ich muss Sie so nennen. Mir fallen in der Geschichte der Menschheit nämlich eine Menge Beispiele ein, wo der Begriff der Liebe mehr durch den Dreck gezogen wurde. Ich empfehle Ihnen hierzu zwei Bücher, die in der Zeit zwischen Hedwig Dohm und Ihnen erschienen sind:
„Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ von Alice Schwarzer
und
„Das andere Geschlecht“ von Simone Beauvoir, besonders das Kapitel über die Ehe.
In beiden Büchern wird eindringlich gezeigt, welche perverse Selbstaufgabe und Unterwürfigkeit im Namen der Liebe von Frauen jahrhundertelang gefordert wurde. Im Namen der Liebe wurde in Deutschland jeder Frau noch bis ans Ende des 20. Jahrhunderts die eigentlich durch Artikel 1 des Grundgesetzes garantierte Würde genommen. Bis 1977 durften Ehemännern ihren Frauen verbieten Geld zu verdienen. Die Möglichkeit der Existenz von einer Vergwaltigung in der Ehe wurde in Deutschland sogar erst 1996 rechtlich akzeptiert. Davor gab es einfach keine Vergewaltigung in der Ehe. So einfach war das. Die Frau in der Ehe hatte ihrem Mann sexuell hörig zu sein. Das war Gesetz!
In genau diesen Ehen wurde und wird zum Teil leider heute noch die Liebe durch den Dreck gezogen und zwar massenhaft.
„Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!“
Verleumderische Eva,
ich bin der Letzte, der beim Gedanken an die 68er Generation in rückhaltlose Verzückung gerät, auch diese Generation hat Fehler gemacht, wie Alice Schwarzer hier und Götz Aly hier beschrieben haben, aber im Vergleich zu den Generation vor 1968 sind die Verfehlungen der 68er so marginal, dass ihre Errungeschaften umso mehr strahlen.
Wenn Sie, Eva, die Jugend von heute jedoch so schrecklich finden, welche bisher dagewesene Generation schwebt Ihnen denn so als positives Gegenbeispiel vor? Die 48er und 58er Generation vielleicht, mit ihrer biederen Sexual- und Ehemoral, oder vielleicht doch eher die Generation Hitlers oder die davor mit ihrer bedingungslosen Kaisertreue? Oder schwebt Ihnen eher der Biedermeier vor, oder die Generation der Religionskriege zwischen Protestanten und Katholiken? Welche Generation vor 1968 war denn so wunderbar, dass Sie ihr hinterhertrauern?
Mir bleibt bei so viel Dummheit nichts übrig, als wieder Hedwig Dohm zu zitieren, um Ihren Unsinn als solchen zu entlarven:
„Je älter ich werde, je mehr staune ich über die menschliche Virtuosität im Erträumen, Erdichten und freien Erfinden von Zuständen und Verhältnissen, die kaum irgendwo existieren, ich staune über die unverfrorene Dreistigkeit im Ableugnen und Hinwegsehen, Tatsachen gegenüber, die offen vor aller Welt liegen.“
Anklagende Eva,
die Jugend von heute kann an sehr vielen Stellen kritisiert werden, das ist unstrittig, aber bei jedem Vergleich, die Generationen nach 68 mit jenen davor zu vergleichen, werden die jungen Generationen mit einem Punktsieg den Ring verlassen.
Im Gegensatz zu vielen Generationen vor 1968 haben die folgenden Generationen keine Eroberungs- oder Angriffskriege vom Zaun gebrochen. Keine Weltkriege, kein deutsch-französischer Krieg, keine europäischen Kriege gehen aud das Konto der jungen Generationen. Im europäischen Zentrum erleben wir Lebenden heute die historische Einzigartigkeit eines über 60 Jahre währenden Friedens. Das ist ein Verdienst der Generationen nach 68!
Die 89er Generation hat zudem eine friedliche Revolution für die Freiheit hingelegt. 1989 geschah das, worauf Heinrich Heine so lange gewartet hatte und es nie erleben sollte: eine gelungene deutsche Revolution für Freiheit und obendrein noch friedlich. Das ist ein Verdienst der Generationen nach 68!
Die Prügelstrafe ist abgeschafft. Die rechtliche Gleichstellung der Frau ist erreicht. Statt eines Kriegsministers gibt es in Deutschland einen Minister für Entwicklungshilfe. Sogar die Kinder und die Familie haben eine eigene Ministerin. Das sind die Verdienste der Generationen nach 68!
Die aktuelle Shell-Jugendstudie kommt sogar zu folgendem Ergebnis:
„Jugendliche heute haben ein hohes Maß an Bewusstsein für die großen Themen der Gesellschaft. Was auch auf sie zukommt – sie suchen eine Lösung (…) Einsatz für die Gesellschaft und für andere Menschen gehört ganz selbstverständlich zum persönlichen Lebensstil dazu„
Verwirrte Eva,
klingt wie eine Generation, in der es sich gut leben lässt. Sie aber glauben, eine solche Generation sei so verroht, dass sie nur den Zorn Gottes auf sich laden könne.
„Das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!“
Pfui, Eva! Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.
Aber einen guten Nebeneffekt hat Ihr Artikel. Sie haben mir eindrucksvoll bewiesen, in was für einer wunderbaren Zeit ich lebe. Trotz aller kleinen Schwächen und Unzulänglichkeiten der Generation in der ich lebe, ist mir dank Ihnen bewußt geworden, dass ich in einer Welt lebe, die ich niemals gegen Ihre Vision von einer „besseren“ Generation eintauschen würde.
Dafür bedanke ich mich.
Datum: 28.07.2010 - 22:09
Eva Hermann hatt vollkommen recht. Ich sehe es auch so, dass die Loveparade vergleichbar mit Sodom und Gomorra. Es lebe eineDatum: 28.07.2010 - 23:41
wo viele worte sind, geht es ohne lüge nicht ab. wieso schreibst du, dann noch anonym, so unendliche viel polemik und beleidigendes zeug gegen diese mutige frau. die masse hatte noch nie recht. überall wo menschenmassen agieren ist gott selten im spiel. das war bei hitler so, mit millionen ausgestreckten händen. und das ist auch auf der loveparade so gewesen mit ausgestreckten fäusten und auch dem gehörnten zeichen mit gespreiztem zeige-und kleinem finger. der teufel weiß die massen zu begeistern. aber gott ruft leise und lärmt nicht auf den gassen. der weg ist schmal, der zum leben führt und der weg breit (e-Masse) , der ins verderben führt.Datum: 29.07.2010 - 10:22
Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal. 1.Könige 19,18Datum: 29.07.2010 - 10:30
DIE GESAMTE BIBEL LEGT ZEUGNIS AB VON EINEM GOTT DER ZWAR DER ERFINDER DES HUMORES IST ABER AN BESTIMMTEN STELLEN ABSOLUT KEINEN SPASS VERSTEHT. ABER AUCH DIE JÜNGERE GESCHICHTE ZEUGT, WENN, DANN GENAU DAVON. VIELLEICHT SOLLTEN WIR IHN GANZ EINFACH BEIM WORT NEHMEN. IHN DEN HEILIGEN GOTT: Was hat es aber mit dem „Gott lässt sich nicht spotten" auf sich? Am 20. Dezember 1908 erschien in Messina auf einem Witzblatt folgendes Gedicht: „Oh du kleines Kindelein, das nicht wahrer Mensch allein, nein, auch wahrer Gott will sein: Um deines Kreuzes willen begehren wir, deine Stimme zu hören. Bezeuge dich uns die wir leben. Schicke uns ein Erdbeben!" Am 28. Dezember 1908 wurde die Stadt Messina durch ein schreckliches Erdbeben heimgesucht. Von den 150.000 Einwohnern kamen 83.000 ums Leben. Die gesamte Familie des Verfassers kam um. Er selber überlebte das Erdbeben und verfiel dem Wahnsinn. „Irret Euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät das wird er auch ernten." Nicht immer antwortet Gott so schnell und eindrücklich auf seine Verhöhnung. Aber es ist auch heute noch lebensgefährlich, sich bewusst und wissentlich von Gott loszusagen und öffentlich gegen Gott auszusagen.Datum: 29.07.2010 - 17:01
Leider habe ich es mir angetan und diesen ganzen Artikel gelesen. Man kann nur sagen:"WAS FÜR EINE GEQUIRLTE SCHEISSE!" Eva Herman hat doch vollkommen Recht.
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