Anstoß zum nachdenken:
Abschied eines Israelfreundes
2000 - in Israel tobt eine Welle von Selbstmordanschlägen. Unschuldige werden in Bussen von Bomben zerfetzt. Auf der anderen Seite feiern arabische Extremisten jeden Toten. Ich war damals jung und entsetzt. Aus den Medien hörte ich aber auch immer wieder scheussliche Geschichten über die israelische Seite. Ein IDF Vertreter sollte vorgeschlagen haben, die Terroristen in Schweinehälften zu beerdigen. Durch Deutschland wehte ein antiisraelischer Geist. Ich wusste nicht auf wessen Seite ich stehen sollte. Von israelischer Geschichte und Juden hatte ich keine Ahnung.
Ich kaufte mir das Buch "Das ist mein Volk" von Abba Eban (ehemals israelischer Aussenminister). Bis heute ist es für mich das beste Buch, das zum Thema Israel je geschrieben wurde. Es zeichnete das große Bild der Geschichte des jüdischen Volkes. Angefangen mit der Zerstörung des Tempels, der Verfolgung in Europa über den Holocaust bis hin zur Gründung des Staates Israels. Es leugnete nicht, dass den palästinenschischen Arabern mit der Gründung Israels persönliches Unrecht zugefügt wurde. Gleichzeitig legte es schlüssig dar, dass die Nichtgründung eines jüdischen Staates noch viel größeres Unrecht gewesen wäre - an den Juden. Eine absolut gerechte Lösung des Konflikts war nicht möglich, nur eine "am wenigsten Ungerechte". Beide Seiten hatten berechtigte Interessen und Rechte am selben Stück Land. Doch während die arabische Nationalbewegung bereits eine Vielzahl von Staaten erreicht hatte, blieben die Juden heimat- und staatenlos. Das überzeugte mich. Die Gründung Israels war gleichzeitig das Happy End einer jahrtausendealten Geschichte von Vertreibung und Diskriminierung die schließlich in den Menschenschlachthöfen der Deutschen gipfelte und auch gleichzeitig für viele Araber eine persönliche Niederlage und ein Unrecht. Das klingt paradox, doch ich glaube, dass die Wahrheit oft paradox ist und dass dies gerade im Nahostkonflikt zutrifft.
Ich las mehr, informierte mich. Bald wurde mir klar, dass Israel in den deutschen Medien häufig ungerecht dargestellt wurde. Der moralische Unterschied zwischen der gezielten Ermordung von Zivilisten in Cafes, Discos und Bussen und den Opfern israelischer Verteidungsmaßnahmen wurde systematisch verwischt indem Fakten ausgelassen wurden, Terroristen plötzlich zu Aktivisten wurden und so weiter.
Einer der Direktoren des Washingtoner Holocaust Museums prägte den Satz, die ganzen Lehre, die er aus dem Holocaust gezogen habe, liesse sich in 3 Forderungen zusammenfassen: Sei kein Täter, sei kein Opfer, sei kein passiver Zuschauer.
Ich wollte kein passiver Zuschauer sein. Das deutsche Erbe war mir durchaus bewusst. Ich schuldete meiner eigenen Menschlichkeit, meinem Land und auch dem jüdischen Volk, mich mit aller Kraft den Versuchen der öffentlichen Diffamierung Israels entgegenzustellen, der ich zuvor selbst auf den Leim gegangen war.
Also engagierte ich mich wo ich konnte: ich baute eine Website, von der aus ein Newsletter mit Musterpetitionen an die Deutsche Regierung zu Gunsten Israels wöchentlich verschickt wurde, diskutierte so viel ich konnte mit meinen Freunden über das Thema und trat Vorurteilen überall entgegen, ich organisierte Vorträge mit Vertretern der Botschaft vor Stipendiaten eines politischen Thinktanks, ging zu Demos, trat der DIG bei u.v.m.. Seit einiger Zeit schrieb ich auch einen eigenen Blog (cheerfulcoyote), dessen Artikel hier auf Haolam veröffentlicht wurden. Mit der Zeit wurde Facebook immer wichtiger und ich war Mitglied der üblichen Gruppen und Seiten, die sich als pro-israelisch bezeichnen.
Der Grund, der mich ursprünglich bewegt hatte, mich für Israel zu engagieren ist der Grund weshalb ich mein Engagement jetzt einstelle und auch meinen Blog gelöscht habe: kein Zuschauer sein zu wollen. Ein weiterer Grund kam hinzu: ich will auch kein Opfer sein.
Ich bitte die Leser jetzt mir zu vergeben, dass ich verallgemeinernd spreche. Anders kann ich leider nicht darlegen, was mich zu diesem Schritt bewegt hat.
1.: Kein Zuschauer sein
In meiner Wahrnehmung haben sich viele Israelfreunde radikalisiert, was sicher auch aufgrund der himmelschreienden Ungerechtigkeit geschah, mit der deutsche Medien und Politiker dem Land immer wieder entgegengetreten sind. Das totale Versagen der Qualitätsmedien, wenn es darum geht, über den Nahostkonflikt zu berichten hat viele ermutigt, sich nur noch aus Blogs, wissenschaftlich nicht haltbaren Quellen und einseitig orientierten Quellen aus dem eigenen Lager zu informieren.
Wo Abba Eban, eine der führenden Personen des Zionismus, den Arabern als Dialogpartner gegenübertrat, der sie mit ihren Nöten und Anliegen ernstnahm ist von solchen Quellen nur Feindseliges, Verunglimpfendes, Diffamierendes zu hören. Der anderen Seite wird jedes Recht abgesprochen, die Araber sollen dankbar sein für die Brotkrumen die ihnen die Israelis in ihrem Lande hinwerfen und basta. Die historische Verbindung der Araber zu diesem Land wird völlig in Abrede gestellt. Anstatt sich objektiv auch mit völkerrechtlichen Aspekten zu beschäftigen werden im Kämmerlein hausgemachte "Rechtsgutachten" verfasst, die dann als einzige Wahrheit dargestellt werden. Menschenrechtsgruppen wird pauschal jede ehrliche Motivation abgesprochen. Amnesty International ist nur ein Haufen durchgedrehter Hausfrauen. Die Siedlerbewegung, die auch in Israel umstritten ist und einen religiös begründeten Anspruch auf Judäa und Samaria mit Gewalt (teils physisch, teils mit justiziellen Mitteln) durchsetzen will, wird als Speerspitze des Zionismus verstanden. Natürlich ist die Siedlerbewegung nicht der Grund des Nahostkonfliktes, wie die deutschen Medien es oft darstellen. Aber hilfreich ist sie mit Sicherheit nicht und ihr einseitiges Pochen auf ihrem Recht und dessen problematische Begründung mit Religion sind der sichere Weg in eine weitere Eskalation. Palästinenser, denen sogar die nationale Identität abgesprochen wird, was wohl schwerlich mit Respekt und Ernstnehmen der Anliegen der Gegenseite vereinbar ist, werden pauschal als "Museldeppen", "Terroristen" und "Palis" bezeichnet.
Jede auch nur kleinste Abweichung vom Monolog des Mainstreams dieser angeblichen Israelfreunde wird sofort mit wüsten Beleidigungen geahndet. Man selbst verfügt über die absolute Wahrheit, die da draussen sind alles nur "Gutmenschen", wurden wahrscheinlich von einem "Pali" gefickt, Nazis oder einfach nur bescheuert.
Es wundert nicht, dass eben dieser Monolog oft von konservativ-religiösen, bürgerrechtsfeindlichen, antiliberalen, schwulenfeindlichen und rückständigen Personen dominiert wird, die nun im Kampf gegen "den Islam" und "für Israel" offenbar ihren Weg aus der sozialen Schmuddelecke herausgefunden haben, in der sie ohne das Feigenblatt, sich selbst als pro-israelisch zu bezeichnen sofort gestellt würden. Auch wundert nicht, wenn viele dieser Personen nichteinmal davor zurückschrecken sich selbst als jüdisch auszugeben, obwohl sie es gar nicht sind - eine Taktik die mir sonst eher von der Gegenseite bekannt war, nämlich wenn es darum geht den jüdischen Staat ungerecht durch den Kakao ziehen zu können ohne des Antisemitismus bezichtigt zu werden.
Mir wurde immer klarer: die Gründe, mich mit diesen Menschen zusammenzuschließen um Israel zu schützen und zu verteidigen, gebieten mir nunmehr mich auf das schärfste zu distanzieren und jede öffentliche Stellungnahme für Israel im Rahmen dieser Gruppen zu unterlassen. Ich werde mich erst wieder engagieren, wenn ich hierfür einen geeigneten Rahmen gefunden habe, der sich davon ausreichend deutlich und klar abgrenzt. Ich trat für Israel ein, weil ich begeistert war davon, dass den Juden endlich Gerechtigkeit zuteil wurde. Weil ich von der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Israel begeistert war. Weil ich angesichts einer Mordkampagne in Israel, der Tausende Unschuldiger zum Opfer fielen und der die deutsche Presselandschaft mit ihrer Relativierungs- und Diffamierungsberichterstattung Beihilfe leistete, den Schwachen beistehen musste.
Auf der Facebook-Seite eines großen pro-israelischen Blogs ist seit weit über einer Woche der Kommentar zu lesen: "Was ist daran falsch auf Palästinenser zu schiessen?" Und etwas weiter: "Was ist daran falsch Palästinenser zu erschiessen". Man könnte das natürlich als vereinzelte Meinung eines Spinners abtun. Doch nicht nur nahm niemand der anderen Diskutanten in diesem Thread daran anstoß: auch der Admin der Seite reagierte auf eine Email mit entsprechendem Hinweis schlicht und ergreifend nicht.
Ich werde kein Zuschauer sein. Die Palästinenser sind Menschen, genau wie die Juden Menschen sind. Und wenn ich eine Lehre aus dem Holocaust ziehen möchte dann das ich nicht mitansehe, wie ein Klima erzeugt wird, indem meinem Bruder das Menschsein abgesprochen wird. Das Problem ist nicht nur die Äusserung. Schlimmer ist das Klima, indem so eine Äusserung einfach stehenbleibt, niemandem auffällt, sie auf passiven Zuspruch zählen kann und unsanktioniert bleibt. Hier ist etwas ganz mächtig faul im Staate Dänemark.
Wo Israel instrumentalisiert wird um gegen Ausländer zu hetzen, die Errungenschaften von 1968 und damit quasi jede Form von Moderne, sozialer Offenheit und Vielfalt zu diffamieren, da sollten Demokraten in Habachtstellung gehen.
2. Kein Opfer sein
Ich werde auch kein Opfer mehr sein. Seit Monaten habe ich mich mit Beleidigungen und Beschimpfungen überziehen lassen. Die kleinste Abweichung vom offiziellen Diskurs wird sofort damit geahndet. Die Sektierer organisieren sich in geheimen Foren und Gruppen um unliebsame Personen gemeinschaftlich auszuspionieren und gemeinsam anzugreifen. Sogar vor der Verbreitung bewusster Fehlinformationen mit Hilfe von gefälschten Screenshots und Drohung mit Gewalt wird nicht zurückgeschreckt. Paranoia greift um sich. Ständig wird einem auf Facebook unterstellt man sei Jemand anders, man sei ein Feind. Das ganze nimmt krankhafte Züge an. Teils wird man - und auch Haolam - zur Zielscheibe gleich mehrerer Spinner, die ihre Lügen und Diffamierungen verbreiten. Ein in sich geschlossenes System, das klar nach "gut" und "böse" unterscheidet wobei böse natürlich alle sind die der eigenen Sicht nicht zustimmen.
Die Werte, die mir wichtig sind: Säkularismus, Aufklärung, Menschenrechte zählen diesen Menschen nichts, gar nichts. Es sei denn sie lassen sich als Waffe gegen den Islam ins Feld führen (und auch dort nur insoweit damit gerade Ausländer getroffen werden, denn ein ähnlicher Eifer in Bezug auf die Enttarnung des Christen- oder Judentums als reaktionäre Kraft ist diesen Menschen völlig fremd). Es sind auch die Werte, die viele Gründer Israels inspiriert und angetrieben haben. Ein Mann wie Abba Eban wäre in der pro-Israel Szene von heute wohl auch ein "Gutmensch", "Spinner" oder Verräter.
Ich sage deshalb au revoir bis ich einen besseren Weg gefunden habe, Israel beizustehen, wenn dies erforderlich wird. Den Herausgebeer von Haolam.de, der meine Sicht der Dinge oft nicht teilt, war einer der wenigen, der immer respektvoll, immer aufgeschlossen und nicht sektenhaft agiert hat. Dafür respektiere ich ihn bei allen Meinungsverschiedenheiten. Er ist mein Freund. Für weite Teile seiner Leserschaft tut er mir leid so wie mir Israel für seine peinlichen Freunde leidtut.
The cheerful Coyote / Foto: http:/www.flickr.com%2Fphotos%2Fzanthia%2Fwith%2F4938875216%2F&h=sAQHQsxri
| Die Entscheidung ist schmerzhaft, jedoch nicht unverständlich. An dieser Stelle möchte ich dem "Coyoten" für seine Arbeit, seine Hilfe, seine Anregungen und seine Kritik danken - sie waren und sie sind wichtig. Die wertvolle Freundschaft wird von dieser Entscheidung nicht beeinflußt, das ist auch mir sehr wichtig und dafür bin ich dankbar. Ich nehme die Zeilen des Coyoten auch zur selbstkritischen Hinterfragung zum Anlaß, ob nicht doch eine deutlichere Abgrenzung zu bestimmten Positionen notwendig gewesen wäre und notwendig ist. Und wer weiß, was die Zukunft bringen wird ..... [jfa] |
01.06.2012
Datum: 01.06.2012 - 14:41
Ich lese gerne haOlam und habe gerne die interessanten Beiträge des "Coyoten" gelesen. Ich finde es sehr schade, jetzt diesen Artikel lesen zu müssen. Ich kann aber vieles verstehen von dem, was geschrieben wurde. Ich frage mich manchmal auch, was diese sogenannten "Israelfreunde" wohl denken müßten, wenn sie sehen, das Israel unter der Verantwortung von Avigdor Lieberman als Außenminister auch muslimische Israelis als Konsule und leitende Beamte in den Botschaften in alle Welt entsendet. haOlam hatte ja erst kürzlich über einen neuen Abteilungsleiter in der israelischen Botschaft in London berichtet, der muslimnischer Israeli ist.
Wahrscheinlich wissen sie es gar nicht, weil sie es nicht wissen wollen .....
Ich hoffe aber, dennoch vom "Coytoen" wieder etwas zu sehen und zu lesen. Bei mir hat er neben anderem auch bewirkt, das mit die Coyoten symphatisch wurden :-)
Datum: 01.06.2012 - 17:15
Auch mich macht der Artikel traurig. Auch weil ich denke, man kann die "Irren von Facebook" nicht Eins-zu-Eins auf haOlam übertragen, bzw. auf die Leser von haOlam. Im Prinzip ist es oft so, das die Irren am lautesten sind, am meisten schreiben - bei Facebook potentiert sich das noch, weil man dort wie in einem Rollenspiel eine andere Identität anehmen kann und das laut schreiben kann, was man entweder nur zur Provokation schreibt, oder sich im realen Leben nie zu sagen wagen würde. Ich hatte bei den Kommentaren der Leser hier bei haOlam nie den Eindruck, das es auch nur annähernd so schlimm ist wie bei Facebook - zumal die dortigen "Israelgruppen" eh aus denselben Leuten bestehen zu scheinen, die sich in den verschiedenen Gruppen immer gegenseitig zustimmen.
Wie gesagt, ich finde es sehr traurig, wenn Du jetzt gehst und hoffe auch, das es vielleicht doch irgendwie einen Weg gibt zumindest hier weiterzumachen.
Datum: 01.06.2012 - 17:59
Ich finde die Entscheidung auch schade - auch wenn ich die Begründung nachvollziehen kann, auch wenn es "die falschen trifft". Ich finde es gerade bei haOlam bemerkenswert, das hier, trotz oder auch gerade wegen der unzweideutigen Position des Magazins zu Israel, das stets zwischen Islam und Islamismus, zwischen Muslimen und Terroristen/Fanatikern/Extremisten unterschieden wird - und das hier auch immer wieder über die Beispieler guter, harmonischer und friedlicher Zusammenarbeit und Zusammen-Lebens zwischen jüdischen, muslimischen und christlichen Israelis berichtet wird.
Datum: 01.06.2012 - 18:11
"Natürlich ist die Siedlerbewegung nicht der Grund des Nahostkonfliktes, wie die deutschen Medien es oft darstellen. Aber hilfreich ist sie mit Sicherheit nicht und ihr einseitiges Pochen auf ihrem Recht und dessen problematische Begründung mit Religion sind der sichere Weg in eine weitere Eskalation."
Man stelle sich diesen Satz einmal auf deutsche Verhältnisse übertragen vor: Dann dürften nach dieser Lesart keine weiteren Moscheen und muslimische Stadtteile entstehen, da sie der sichere Weg in eine weitere Eskalation seien.
Das darob ansetzende Geschrei und Getobe wäre noch in Tel Aviv zu hören. Gerade jetzt, wo uns die muslimischen Verbände die Hand reichen und uns Deutschen/Europäern noch etwas Zeit geben wollen, den alten Irrglauben, unsere Kultur sei "abendländisch", würde gar auf jüdisch-christlichen und griechisch-römischen Wurzeln stehen, zu überwinden.
Ein arabisch-muslimischer Staat ist selbstredend judenrein, allein das Ansinnen von Israelis in Paldäa und Muslmaria, will sagen: der Westbank zu leben, zu wohnen und Palästinensern Arbeit zu geben ist ein aggressiver Affront, nicht?
Von daher betrachtet die Fatah vor allem Ost-Jerusalem, wo doch schon der palästinensische König Salomon die erste Moschee, auf dem Berg der muslimischen Altstadt erbaute (später von den Juden zerstört), selbstverständlich ihrem Staatsgebiet zugehörig, dort lebende Juden als militante Siedler, die, als muslimisches Menschenrecht, entsprechend entfernt gehören. Wegen der Eskalation, klar. Folgerichtig ist dann auch die Schreibweise: Ostjerusalem.
Lieber Coyote,
du hast leider einen dialektischen Knacks in deiner Argumentation, welchen ich mal an einem bewusst zugespitzten Beispiel, ausgehend vom o.a. Foto einer Straße, verdeutlichen will:
Die Autobahn kann nichts dafür, von Faschos, linken wie rechten, benutzt zu werden.
Zu glauben, fürderhin nurmehr die Landstraße zu nutzen, um mich vom Faschismus zu distanzieren, mag einer akuten Traumatisierung geschuldet sein, kann aber in der Form, wenn die Empörung sich gelegt hat, nicht die Lösung des Problems sein.
Genauso gut könnte ich sagen, weil es eben reichlich Faschos in Deutschland hat, linke wie rechte, müsse das Internet der umfassenden staatlichen Zensur unterworfen werden. (Was ja schon geschieht, aber, ebenso wie die sog. "Netiquette", aus anderen Gründen ... )
Abgesehen davon habe ich eine Frage an dich:
Was sind das für Gruppen, Sites und Blogs von denen du berichtest, wo rhetorisch gefragt wird "Was ist daran falsch Palästinenser zu erschiessen" ?
Die würde ich mir gerne einmal ansehen, um mir einen Eindruck zu verschaffen und dir eine Rückmeldung dazu zu geben. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
Gruß - Harald
Datum: 01.06.2012 - 20:56
Ich sehe in diesem "Anstoß zum Nachdenken" auch eine Art "Weckruf", hätte mich aber auch gefreut, wenn er etwas früher gekommen wäre und der Autor die Chance gegeben hätte, die Dinge zumindest dort, wo man sie ändern kann, zu ändern - etwa in einer stärkeren Betonung bestimmter Aspekte und Positionierungen, die hier bei Haolam zu kurz gekommen sind.
So bleibt auch mir nur, zu danken als Leser - und zu hoffen als Freund dieses Magazins, das es vielleicht doch eine Perspektive gibt, gemeinsam dort weiterzumachen, wo es anders ist als Facebook und wo die Perspektive besteht, das zu ändern was nicht gut ist, das weiterzuentwickeln was noch "nicht fertig ist" und dort sich gegenseitig in der Unterschiedlichkeit zu akzeptieren, wo man eben unterschiedlicher Meinung ist, aber die unterschiedlichen Positionen gleichberechtigt nebeneinander darlegen kann.
Datum: 01.06.2012 - 23:00
Manche Kritiken des Autors kann ich nachvollziehen, im Ganzen aber finde ich die Schlussfolgerung zu radikal und zu pauschal. Ich kenne zumindest zwei Internetgruppen, die für gute Diskussion zum Thema Israel stehen, auf XING das deutsch-israelische Netzwerk und die Gruppe Jerusalem. Dort sind gute und informative Diskussionen möglich.
Ich finde das Medium Facebook nicht geeignet, gute Diskussionen zu führen, es reizt dazu, kurz und schlagwortartig Eindrücke und Stimmungen loszuwerden und nicht Argumente auszutauschen. Es ist eher die Entfremdung durch das Medium Internet, die zur Aufheizung beiträgt. Aber auch in anderen Medien (auch haolam) sollte ein Moderator öfters duerchgreifen und beleidigende, rassistsche Beiträge, Beschimpfungen usw löschen.
Im ganzen würde ich auch Haolam in Schutz nehmen, es gibt eine thematische Vielfalt und Meinungsvielfalt, die mir gefällt. Die neue Facebook-Gruppe finde ich sehr gut. Am besten finde ich die Beiträge aus Frankreich ... Manche andere Beiträge sind aber von zuviel Polemik und von zuwenig Inhalt.
Datum: 01.06.2012 - 23:49
Ich finds schade. Ich weiß nicht, ob die Kritik an Sachen bei Facebook, wo ich kaum bin, auf haOlam übertragbar oder anwendbar ist. Und ob es nicht besser wäre, dem entgegenzuwirken hier. Denn wenn man dem nicht etwas vernünftiges entgegensetzt, dann wird das Problem bleiben und man sieht, wenn es notwendig ist sich wieder stärker aktiv zu engagieren, die Personen auch noch vermehrt wieder, die einen genervt haben und der Sache Israels und der modernen, freien Welt geschadet haben.
Datum: 02.06.2012 - 11:03
Mich macht das alles nur traurig. :(
Datum: 02.06.2012 - 15:23
Coyote beschreibt zwei Arten von Vorgang, mit je eigener Bewegungsrichtung
vertikal: Zersetzung
horizontal: Dislokation
Zersetzung, ein schönes deutsches Wort, welches heutzutage nicht mehr in Gebrauch, aus dem Sprachschatz verschwunden ist.
Aus der Sprache verschwunden bedeutet, den damit verbunden Inhalt, den Vorgang, nicht mehr identifizieren zu können. Denn: Man sieht nur, was man weiß. (Goethe)
In der schriftdominierten Kommunikation des Internets muss ich, engagiere ich mich wie Coyote, eine wirksame Methode entwickeln, Zersetzung und ihre handelnden Personen zu erkennen und individuell zuordnen zu können. Die klassische Methode hierfür ist die Textexegese. Eine Methode, welche, wie jeder Sport, ein wenig funktionale Übung erfordert.
Dislokation, hier wirds schon schwerer, da wir es mit einem Vorgang zu tun haben, welchen anzusprechen eines der massivsten Tabus in Deutschland berührt und der in den Qualitätsmedien mit absoluter, ausnahmsloser Zensur belegt ist.
Gemeint ist die matrixartige Vertauschung/Verdrehung der guten alten politischen Gesäßgeografie.
Will sagen: war ich (persönlich) mit meiner elementaren politischen Weltsicht vor 35 Jahren noch "links" - so gelte ich heute, mit den gleichen Ansichten als "rechts". Wenn es nach den Qualitätsmedien geht.
Hauptauslöser dieser verhängnisvollen Entwicklung ist das Dogma des sogenannten Multikulturalismus und die sich in seinem Windschatten vollziehende Islamisierung Europas.
So ist die bedingungslose Förderung der totalitärsten und faschistoidesten Bewegung seit der NSDAP in Deutschland, heute ein Ausweis des "Linken". "Rechts" ist nunmehr, wer dies hinterfragt und nicht ganz so lustig findet.
Das bringt natürlich Probleme. Wo verortet sich heute ein alter "Rechter", wenn es plötzlich "links" ist, Juden zu hassen? Wenn gleichzeitig diejenigen, judenfreundlichen Kräfte, die sich den ebenfalls judenhassenden Islamisten entgegenstellen, als rechtsradikal gelten?
Das ganze übergossen mit der permanenten Soße der vielfältigen Aktivitäten des sogenannten "Cyber-Jihadismus" in den Kommentarspalten? Wo es inzwischen zum guten Ton gehört, alle Wesensmerkmale des Islamismus sprachlich mit Israel zu verknüpfen? Widerspruch sofort von der Netiquette entfernt wird?
Oder besser noch, sich als Israelfreund zu tarnen, um Sätze wie: "Was ist daran falsch auf Palästinenser zu schiessen?" als jüdisches, pro-israelisches Gedankengut zu lancieren?
Das ist nicht die Sprache der deutschen Israelfreunde, ist es nie gewesen, aber leider geht Coyote dem auf den Leim.
Nur, wer in dieser Form der Dislokation und Zersetzung aufgewachsen ist, nichts anderes kennt, ist genau dem preisgegeben, was dieses System bezweckt: Er/sie kann sich nicht mehr verorten, taumelt gleichsam. Davon erzählt uns der "Abschied eines Israelfreundes".
Datum: 02.06.2012 - 17:22
@ Harald:
Emotional kann ich "unseren" Coyote verstehen - auch wenn ich weiß, das die Mehrheit meistens schweigt und eine kleine radikale Gruppe so laut schreit, das man meinen könnte, sie würden irgendwie typisch/repräsentativ sein.
Datum: 02.06.2012 - 20:13
Komm zurück! Hier ist nicht Fakebook!!!
Datum: 02.06.2012 - 22:08
Habe erst heute Abend vom Abschied des "Coyoten" gehört bzw. gelesen. Jetzt ist mir klar, warum ich in der letzten Zeit vergeblich nach neuen Artikeln von ihm Ausschau gehalten habe. Dass ich jetzt Abschied nehmen muss, finde ich sehr bedauerlich, habe ich mich doch immer gerne mit seiner "Sicht der Dinge" befaßt. Sie war oft ungewöhnlich und interessant!
Die "Landschaft der Israelfreunde" wird demnächst ein wenig karger aussehen - schade!
Datum: 02.06.2012 - 22:20
Hallo !
Bevor ich mir die Sache g a n z durchlese - auch ich formuliere zunehmend radikal Kritik an der dominierenden Art mit ISRAEL solidarisch zu sein - nur kurz zu einem der ersten Sätze:
- Was heißt schon "hörte auch Schlimmes israelischerseits, wie damals der Vorschlag, tote Terroristen mit Schweinehälften zu beerdigen"!?
Der ISRAELi hatte wohl Erfahrung von Amerikanern übernommen:
Im Kampf mit islamischen Fanatikern in Ostasien - ich weiß nicht in welchem Konflikt - soll genau diese Idee oder Order General Pattons oder Pershings ( oder wars ein ähnlich berühmter Name ?) endlich für Ruhe gesorgt haben.
- Oft ist es so, daß wirklich gute Lösungen nur einfach-billige sind, weil sie den Kern treffen.
Bei dieser Gelegenheit: Warum machen nicht wenigstens die Juden und ISRAELfreunde bekannt, das der (sogenannte moderne oder "Rasse"-) Antisemitimus von LINKEN GE- und BEGRÜNDET WURDE ? - Wilhelm Marr (Radikaldemokrat bis Anarchist) und Eugen DÜHRING (SPD) ; siehe Wikipedia "Antisemitismus vor 1945"
Datum: 02.06.2012 - 23:31
Ja, - traurig ist das ganze sicher. Und interessant sind einige Beiträge sehr; werde mir weitere Gedanken dazu machen. - Aber eins scheint mir dazu so sicher, wie ähnliche Verwirrung und Desorientierung unter den Islamkritikern ( dei sich nicht so sehr oder nur nebenbei für ISRAELs Verteidigung interessieren) :
E s ist der Unwille, die Unfähigkeit oder die mangelnde Einsicht, daß es auf Dauer k e i n e nur Text- & Meinungs- verbreitende ISRAEL-Solidarität geben k a n n, - Freundlichkeit natürlich schon, welche jedoch zunehmend unbedeutend wird, - außer vielleicht für den Seelenfrieden.
Denn diese SOLIDARITÄT muss sich nach und neben öffentlichen Deklamationen zeigen an TATEN und sinnvolen Zielen, die nicht wieder nur Meinungs-Verbreitung bzw. Widerlegung israelfeindlicher Propaganda sind. - Taten & Ziele, dererlei ich im Verbund und per AUFRUF wiederholt auch bei Facebukk und (anderen) Blogs vorgeschlagen und verbreitet habe und auf die nur IGNORANZ ERFOLGTE:
Nicht nur, daß ohne entsprechende Taten/ Ziele die Solidarität nicht real, nicht wirkend wird, (denn) ohne solche wir die Wirkung des Gegners unbedingt stärker und zudem die eigenen Arbeitsbedingungen schlechter, - soweit GOTT nicht eingreift, gelten solche Grundregeln des Kampfes. Sondern
sie wird auch hohl und zum Selbstbetrug, weil sich das Wort nicht mit einer Tat eins wird, - der "aufklärende" SchlechteNachrichten-Informations-Wust der ehrlich bemühten Aufklärer wird zur (Neben-) Nebelwand. - Ich kenne solche Vorgänge . . . Der (lange verdrängte) Frust oder Spiegelungen suchen sich neue / Neben-( Nebel-)Schuldige . . .
Datum: 02.06.2012 - 23:53
Ja, - traurig ist das ganze sicher. Und interessant sind einige Beiträge sehr; werde mir weitere Gedanken dazu machen. - Aber eins scheint mir dazu so sicher, wie ähnliche Verwirrung und Desorientierung unter den Islamkritikern ( dei sich nicht so sehr oder nur nebenbei für ISRAELs Verteidigung interessieren) :
E s ist der Unwille, die Unfähigkeit oder die mangelnde Einsicht, daß es auf Dauer k e i n e nur Text- & Meinungs- verbreitende ISRAEL-Solidarität geben k a n n, - Freundlichkeit natürlich schon, welche jedoch zunehmend unbedeutend wird, - außer vielleicht für den Seelenfrieden.
Denn diese SOLIDARITÄT muss sich nach und neben öffentlichen Deklamationen zeigen an TATEN und sinnvolen Zielen, die nicht wieder nur Meinungs-Verbreitung bzw. Widerlegung israelfeindlicher Propaganda sind. - Taten & Ziele, dererlei ich im Verbund und per AUFRUF wiederholt auch bei Facebukk und (anderen) Blogs vorgeschlagen und verbreitet habe und auf die nur IGNORANZ ERFOLGTE:
Nicht nur, daß ohne entsprechende Taten/ Ziele die Solidarität nicht real, nicht wirkend wird, (denn) ohne solche wir die Wirkung des Gegners unbedingt stärker und zudem die eigenen Arbeitsbedingungen schlechter, - soweit GOTT nicht eingreift, gelten solche Grundregeln des Kampfes. Sondern
sie wird auch hohl und zum Selbstbetrug, weil sich das Wort nicht mit einer Tat eins wird, - der "aufklärende" SchlechteNachrichten-Informations-Wust der ehrlich bemühten Aufklärer wird zur (Neben-) Nebelwand. - Ich kenne solche Vorgänge . . . Der (lange verdrängte) Frust oder Spiegelungen suchen sich neue / Neben-( Nebel-)Schuldige . . .
Datum: 03.06.2012 - 00:10
Ich möchte "unserem Coyoten" ersteinmal danken - danken für seine Texte, und auch danken dafür, das er uns an seinen Gedanken und Beweggründen teil haben lässt. Ich kann den Artikel fast bei jedem Wort unterschreiben - glaube aber, und diese kritische Anmerkung sei mir verziehen, das Du mit deiner - verständlichen - Entscheidung die bzw. den falschen triffst. Aber nichts im Leben ist endgültig - so hoffe und glaube ich, es gibt die Option zur Fortsetzung oder Wiederaufnahme dessen, was gut und entwicklungsfähig ist.
Datum: 03.06.2012 - 00:38
Ich unterstütze meine "Freunde" nicht mehr, weil meine "Freunde" von fascher Seite Zuspruch erhalten?????
Wie auch immer, SCHADE!
(Vor allem für die "FREUNDE")
Datum: 03.06.2012 - 01:18
@ ABC:
Sorry, aber wenn man das ein bisschen erlebt hat, was es da an Irren bei Facebook - und anderen Orten - gibt, die fast schon eine Art Psychoterror inszenieren, kann man schon kirre werden. Die Gefahr ist, daß das "FB" zu real wird. Die meisten dort wissen doch noch nicht einmal, wie eine Israelfahne aussieht, geschweige denn, sie hätten schon einmal in ihrem Leben bei einer Demonstration eine in Händen gehalten.
Ich glaube nicht, daß der Coyote seine Freunde - ohne Anführungszeichen - nicht mehr unterstützt. Vielleicht sucht er andere Wege. Vielleicht findet er einen Weg, hier wieder was zu machen -ohne mit den Verrückten von FB konfrontiert zu sein.
Datum: 03.06.2012 - 05:17
An Coyote:
Anhand deiner Beschreibungen denke ich mir, dass wir etwa gleich alt sind. Vieles der Entwicklung kommt mir bekannt vor von meinen deutschen Freunden aus der Zeit. Als jemand der auch viel Zeit in Deutschland verbringt (wie jetzt gerade :)) kann ich vieles nachvollziehen und sie kotzen mich auch an. Nur denke ich nicht, dass man sich deshalb zurückziehen sollte und damit den Irren einfach die Bühne überlässt. Ich frage mich gerade auf was Du warten willst. Die Irren werden von Facebook nicht verschwinden!
Und im Übrigen, drückst Du durch einige Dinge in deinem Artikel auch Leuten was rein, die nun wirklich das Gegenteil von dem sind, die Du zu Recht ablehnst. Aber ok...
Datum: 03.06.2012 - 12:25
Ja, - traurig ist das ganze sicher. Und interessant sind einige Beiträge sehr; werde mir weitere Gedanken dazu machen. - Aber eins scheint mir dazu so sicher, wie ähnliche Verwirrung und Desorientierung unter den Islamkritikern ( dei sich nicht so sehr oder nur nebenbei für ISRAELs Verteidigung interessieren) :
E s ist der Unwille, die Unfähigkeit oder die mangelnde Einsicht, daß es auf Dauer k e i n e nur Text- & Meinungs- verbreitende ISRAEL-Solidarität geben k a n n, - Freundlichkeit natürlich schon, welche jedoch zunehmend unbedeutend wird, - außer vielleicht für den Seelenfrieden.
Denn diese SOLIDARITÄT muss sich nach und neben öffentlichen Deklamationen zeigen an TATEN und sinnvolen Zielen, die nicht wieder nur Meinungs-Verbreitung bzw. Widerlegung israelfeindlicher Propaganda sind. - Taten & Ziele, dererlei ich im Verbund und per AUFRUF wiederholt auch bei Facebukk und (anderen) Blogs vorgeschlagen und verbreitet habe und auf die nur IGNORANZ ERFOLGTE:
Nicht nur, daß ohne entsprechende Taten/ Ziele die Solidarität nicht real, nicht wirkend wird, (denn) ohne solche wir die Wirkung des Gegners unbedingt stärker und zudem die eigenen Arbeitsbedingungen schlechter, - soweit GOTT nicht eingreift, gelten solche Grundregeln des Kampfes. Sondern
sie wird auch hohl und zum Selbstbetrug, weil sich das Wort nicht mit einer Tat eins wird, - der "aufklärende" SchlechteNachrichten-Informations-Wust der ehrlich bemühten Aufklärer wird zur (Neben-) Nebelwand. - Ich kenne solche Vorgänge . . . Der (lange verdrängte) Frust oder Spiegelungen suchen sich neue / Neben-( Nebel-)Schuldige . . .
Datum: 03.06.2012 - 14:09
Apropos "facebook" - wer zwingt einen dazu mitzutummeln?...
Mittummeln muss man nicht, sich irritieren lassen - auch nicht! Und wenn schon "Irrititation", dann sollte man sein EIGENES Ziel nicht aus den Augen verlieren und nicht "das Handtuch werfen". Damit möchte ich Mut machen, den einmal als gut angesehenen Weg weiterzuverfolgen, Ich weiß nicht, inwieweit es eine sehr durchdachte Aktion des Coyoten war oder eine Spontanhandlung aus Frust.
Wie auch immer - es ist an den Lesern, dem Coyoten zu danken für seinen in den Artikeln gezeigten Einsatz als auch eine solche Entscheidung zu respektieren, so schwer es fällt. Also auch von meiner Seite - herzlichen Dank!
Der Coyote sucht nach anderen, neuen Möglichkeiten, Israel zu unterstützen?
Es gibt schon Gruppen, die ihre Solidarität mit Israel im wahrsten Sinn des Wortes "praktisch" unterstützen. In Sachsen gibt es z.B. die "Sächsischen Israelfreunde", die jedes Jahr "Handwerkerreisen" organisieren und den Aufenthalt in Israel dazu nutzen, Wohnungen von Holocaustüberlebenden zu renovieren.
Insgesamt sehe ich es auch so, dass es notwendig ist, in welcher Form auch immer praktisch tätig zu werden und es nicht bei Worten zu belassen. Ich glaube, es sind viele, die es langsam satt haben, nur durch Worte ihre Solidarität mit Israel zu bekunden.
Ohnmachtsgefühle sind zwar verständlich, aber führen zu nichts.
Datum: 03.06.2012 - 16:02
Richtige Beobachtung. Aber deshalb werde ich Israel meine Solidarität nicht entziehen.
Es wird immer Idioten geben, die eine gute Sache für sich intrumentalisieren. Das sind die Gegner in unserem Rücken.
Datum: 03.06.2012 - 16:57
18
Ramona
Wenn ich wüsste?
Am Freitag wurde ein 21Jähriger "FREUND" zu Grabe getragen, gestern wurde entschieden
das man in Israel Juden deportieren wird...........
Das ist Krieg, der zu mir steht ist mein Bruder, wer gegen mich steht mein Feind und
den Unbeteiligten rate ich das Feld zu räumen und zu hoffen das wir standhalten, denn
fallen wir, ist er das nächste ziel meiner Feinde.
Ich bin jedem Mitstreiter erst mal sehr DANKBAR und wählerisch kann ich nicht sein,
dazu sind die Reihen meiner Feinde zu tief und zu dicht bemannt. Reich an Zahal sind Sie
und Federlesen machen Sie nicht mal mit Ihresgleichen. :(
Datum: 03.06.2012 - 18:28
@ Abc:
Gegenstand der Diskussion sind Vorkomnisse bei "Facebook", nicht reale Ereignisse in Israel. Bei "Facebook" f+hren sich manche "Israelfreunde" wie die Axt im Walde auf - obwohl sie nur virtuelle Maulhelden sind, auf der Straße und im realen Leben sieht man sie nicht. Wenn Du hier in den Archiven blätterst, wirst Du sehen, daß die, die haOlam machen und ausmachen, nicht nur virtuell aktiv sind, an der Tastatur ihrer Rechner, sondern auch Demonstrationen und Veranstaltungen organisieren.
Datum: 03.06.2012 - 19:45
Die Antwort unseres Coyoten auf die Diskussion zu seinem Text:
http://www.haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=9179
Datum: 03.06.2012 - 20:23
24
Ramona
OH, da muß ich Passen, den Laden betrete ich nicht.
Da drehen also GESETZESTREUE "maulhelden" durch?
Ich finde, das ist kein Grund zum Rückzug aus dem Netz.
Wenn sich RTL2 UNTERSCHICHTEN TV auf FAZE BOCK trifft,
sind die BLOGS sauberer.
Also nicht das ich was zu befehlen hätte, aber COYOTE sollte sich
das mit dem abschied noch mal überlegen.
Finde ich zumindest.
Datum: 03.06.2012 - 20:28
@ ABC:
Les mal den neuen Artikel von unserem Coyote, den Redaktion haOlam direkt über deinem letzten Beitrag verlinkt hat.
Datum: 03.06.2012 - 22:26
@RAMONA
Na dann Danke für die INFO!
France: Jew-Haters Attack 3 Near Lyon
Ten people with hammer, iron bar, brutalize Jews. Officials confirm motive is anti-Semitism.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/156492#.T8u8x1J_Q5A ![]()
Datum: 06.06.2012 - 15:50
In einem ganz entscheidenden Punkt möchte ich trotzdem widersprechen. Ein paar Idioten gibt es überall, auch in diesen kritisierten Facebookgruppen, entscheidend ist aber, daß genau diese pro-israelischen Gruppen MASSIVST angegriffen worden sind.
Zitat: Die Sektierer organisieren sich in geheimen Foren und Gruppen um unliebsame Personen gemeinschaftlich auszuspionieren und gemeinsam anzugreifen. Sogar vor der Verbreitung bewusster Fehlinformationen mit Hilfe von gefälschten Screenshots und Drohung mit Gewalt wird nicht zurückgeschreckt. Zitatende
Die Angriffe gehen schon seit Ende März, so daß viele Gruppen sich entschliessen, die Gruppen zu schützen und sie von offenen zu geschlossenen Gruppen umfunktionieren - ausspionieren, hacken von Seiten und Morddrohungen hat es vorher nie gegeben und war nie Sache der Gruppen, sondern die seiner Feinde, die diese Gruppen zerstören wollen - die Gruppen müssen auch ihre Mitgleider schützen, damit Morddrohungen nicht erfolgen können, Seiten nicht gehackt werden, wie die ILI Seite einen Tag vor dem israeltag in Frankfurt, daß die Mitgleider keine Pishingmails bekommen und in Ihrem Namen im Net eingekauft wird, wie es seit Ende März bei vielen israelfreundlichen Usern geschehen ist. Noch etwas, ganze islamistische Clans hetzen bei SPON, der israelischen Botschaft und anderen Seiten gegen Juden und deren Unterstützer, übernehmen dort quasi die Kommentarstränge und es wird immer schlimmer, wenn jetzt auch noch die Freunde Israels zersetzt werden sollen, wer kann dann noch verteidigen?
Datum: 07.06.2012 - 10:52
Das böse böse Facebook- hallo? wo sind wir hier eigentlich, in einem Verschwörungsdorf, wo die Gutmenschen aller Couleur sich abends beim Rotwein zusammenrotten, um über die böse Welt zu schimpfen? Facebook ist schuld, wenn jemand sich daneben benimmt. Ach ja. Mit dem gleichen Recht müsste man auf den Erfinder des Buchdruck schimpfen, bloß weil es Leute gibt, die Mist schreiben. Und was lernen wir sonst noch : "Doch während die arabische Nationalbewegung bereits eine Vielzahl von Staaten erreicht hatte, blieben die Juden heimat- und staatenlos." Was für eine entzückende Umschreibung der Tatsache, dass die Araber mit freundlichen Pogromen alle Juden aus ihren Ländern vertrieben, ihr Eigentum konfiszierten, ihr Land enteigneten und das ausdrücklich im Geiste Goebbels und Hitlers. Das Geschwätz über die Siedler erinnert mich an eine Unterhaltung mit einer sonst ganz entzückenden alten Dame, der zu der Vertreibung und Ermordung der Juden in Schlesien nur einfiel, dass ihr Großvater mal von einem jüdischen Pferdehändler übers Ohr gehaun worden war. Es gibt nicht nur liebe, süße Engelchen unter den Juden? Welch umwerfende Neuigkeit! Es gibt allerdings zum Glück auch noch kein Völkerrecht, das es Juden verbietet irgendwo zu siedeln. Und wenn es Juden gibt, die gerne in einem Palästinenserstaat leben , na und? Wenn es die Palästinenser schaffen, irgendwann einen eigenen demokratischen Staat aufzubauen, dann kann uns das doch wohl egal sein, was die verschiedenen Religionsgruppen, Stämme und Vereine innerhalb dieses Staates untereinander ausmachen - aber was an einem JUDENREINEN Staat so demokratisch sein soll, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die Juden haben sich mit rund 20% Arabern in Israel arrangiert, warum sollen nicht auch 20% Juden in einem künftigen Palästina leben? Und was die Zersetzung betrifft: Solange man sich streitet, dass die Fetzen fliegen, ist doch alles ok. Zur Freiheit gehört nun mal der Diskurs. Es gehört zu den besten Traditionen des Judentums, dass man sich da nichts schuldig bleibt. Bislang hat noch jede Diktatur erst einmal die freie Rede beschnitten, bevor das Morden begann:
Auszug aus der Rundfunkübertragung der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 in Berlin:
„Hier ist der Deutschlandsender, hier sind alle deutschen Sender mit Ausnahme der Süddeutschen Sendergruppe. Wir befinden uns auf dem Opernplatz Unter den Linden Berlins. Die deutsche Studentenschaft verbrennt zur Stunde auf einem riesigen Scheiterhaufen anlässlich der Aktion des Kampfausschusses wider den undeutschen Geist Schriften und Bücher der Unmoral und Zersetzung. Sie hören Feuersprüche der Studenten Berlins". ( Zitat Ende) Wenn also heute jemand seine Angst vor Zersetzung herausposaunt, dann sollte er wenigstens wissen, auf wessen Misthaufen er kräht. Ehrlich, wenn sich Menschen nicht mehr streiten würden, dann wärs doch langweilig. Nicht nur am heimischen Küchentisch, sondern auch sonst.
Wird ein Jude nach ein paar Jahren auf einer einsamen Insel gefunden. Die Retter sind verwundert hat er doch neben einer Hütte nicht nur ein kosheres Restaurant, sondern auch zwei Synagogen gebaut. Fragt der Kapitän : Warum denn zwei? Zeigt der Jude auf eine der beiden Synagogen und sagt: In die da gehe ich nicht.
Datum: 07.06.2012 - 15:15
Hallo Zahal,
nicht nur die SPON Foren sind zersetzt. Noch anschaulicher kann dies bei ZEITonline angeschaut werden, denn dort gibt es die "Leser-Empfehlung".
Wenn in den üblichen, israelkritischen Beiträgen die durchschnittliche Anzahl der positiven Bewertungen bei z.B. bei 6 bis 8 liegt, stechen einem dann plötzliche Bewertungszahlen von 70, 80 und mehr schon ins Auge. Welchen Inhalts und Herkunft diese so bewerteten Kommentare sind, kannst du dir denken. Es ist zu offensichtlich.
Und wehe dem, der wissend um die dort herrschende, gnadenlose Zensur mal ganz sachte nachfragt oder schlimmer noch, ganz vorsichtigen Widerspruch formuliert:
"Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf Polemik."
Während die Darstellung des gierigen, fordernden, landraubenden, kriegstreibenden, Unschuldige unterdrückenden, Unschuldige folternden, Unschuldige aushungernden, Unschuldige einkerkernden, Kinder mit Napalm tötenden Apartheid-Juden hochwillkommene, mit, inzwischen, massigen Bewertungen versehene Kommentare sind.
Das war nicht immer so.
Falls es interessiert und du es schwarz auf weiß nachprüfen möchtest, den Wendepunkt bei ZO markiert: http://www.zeit.de/2011/20/DOS-Penzberg?commentstart=49#comments
Ab diesem Artikel (den ich zunächst für eine Satire hielt) wurde die Zensur massiv angezogen. Ausnahmslos! jeder der sich kritisch mit dem Artikel auseinander setzte und auch hoch bewertet wurde, ist seit damals gesperrt. Das waren ausgesprochen gebildete, kultivierte Leute, wie "Trenchard, "LeoNaphta" u.v.a. Mit Ausnahme von mir natürlich. Ich habe dort als "Proxima" kommentiert.
Und wer gesperrt ist, kann natürlich nicht mehr bewertet werden. Vor allem aber nicht mehr selber bewerten. So konnte ZO innerhalb recht kurzer Zeit einen wunschgemäßen, antisemitisch-islamitischen Wechsel in seinen Kommentarspalten herbeiführen.
Dr. G würde vor Neid erblassen, mit welch stillen, subtilen Methoden heute die öffentliche Meinung antisemitisch manipuliert wird.
Datum: 07.06.2012 - 21:14
@ Elisabeth Lahusen:
Streiten ist für uns Juden fast schon etwas selbstverständliches. Deshalb gibts ja auch den Witz: "Was machen 2 Juden als erstes, wenn sie sich treffen? Sie gründen 3 Synagogen."
Aber ebenso selbstverständlich ist es, sich immer wieder zu hinterfragen und selber auf den Prüfstand zu stellen.
Und inhaltlich streiten ist das eine - persönlich zu diffamieren, gegen "Abweichler" von der reinen Lehre, die nur eine reine Leere ist, anzugehen, ist nicht nur etwas ganz anderes, sondern geradezu unjüdisch. Aber das können viele "Israelfreunde" nicht wissen, sie haben ja keinen Bezug zum Judentum.
Datum: 08.06.2012 - 07:27
@ Elisabeth:
Natürlich ist nicht Facebook das Problem, sondern diejenigen, die es zum Kompensieren ihrer eigenen Defizite gebrauchen. Aber was mich mehr interessiert: Ist man in diesen geschlossenen Gesellschaften/Gruppen auch mal in einem Anflug von Selbstkritik auf die Idee gekommen, sich mal zu fragen, ob man vielleicht mit manchem daneben liegen könnte? Oder ist das Welt- und Menschenbild so fest geschlossen, das es da für Fragen keinen Raum gibt?
Und so manche Aussagen von "Israelfreunden", zum Beispiel über das "abknallen von Palistänsern", ist mehr als "nur" ein Bärendienst gegen den Staat Israel und gegen das Judentum. Es ist in letzter Konsequenz ein perfider, subtiler Antisemitismus - der nur das Ziel hat, eigenen Rassismus auszutoben und bei der Gelegenheit gleich noch "die Juden" in ein schlechtes Licht zu rücken. Hat sich denn inzwischen jemand distanziert von den Mordaufrufen?
Datum: 08.06.2012 - 11:44
Welcher Mordhaufen? Wie wärs, Ihr würdet mal Roß und Reiter nennen, statt hier im halbanonymen Nirwana mit dem Schrotgewehr gegen unbekannt zu schießen ( Hauptsache Facebook, dann weiß schon jeder Eingeweihte, wer gemeint ist ???) . Soll ich nun sämtliche Statements der letzten Tage in sämtlichen Pro- Israelblogs durchforsten, bis ich den Spinner gefunden habe, der da zum Mord aufruft, um mich dann distanzieren zu können? Bei Facebook haftet übrigens jeder mit seinem Namen- genau so, wie in der übrigen Welt auch und es steht jedem frei, solche Mordaufrufe (mit Screenshot) bei der Staatsanwaltschaft zu melden. Ja, habe ich schon gemacht- ist easy und funktioniert. Nur kann man sich natürlich dann selber nicht mehr hinter einem Alias verstecken. Und nix gegen die Bücher von Opa- aber es ist schon komisch, wie viel Goebbelssprech hier völlig unreflektiert fröhliche Urständ feiert. Schon damals tönte es immer wenn einer beleidigt war: Zersetzung, Verunreinigung und Entartung ... Wehrkraftzersetzung, das Volk wird beschützt vor Zersetzung und Aufspaltung etc.
Datum: 08.06.2012 - 19:30
@Rantanplan - Nein es hat sich niemand davon distanciert und beide Postings stammen vom 22. Mai (heute ist der 8. Juni). Das ist schon bitter. Die Personen die es betrifft zogen es vor sich über den Aritkel hier zu echauffieren und dem Autor zu unterstellen er würde pauschal Israel-Gruppen diffamieren. Darum ging es gerade nicht, sonst hätte er gleich auch die Namen und den Namen des Blogs genannt in dessen Gruppe sich dieser bestimmte Zwischenfall zugetragen hat. Der Artikel hier hat übrigens eine Fortsetzung gefunden:
http://www.haolam.de/index.php?site=artikeldetail&id=9179
Datum: 09.06.2012 - 09:53
Hallo Elisabeth,
das mit dem lesen ist manchmal so eine Sache. Wo in dem Artikel liest Du etwas von "Mord-" oder "Mörderbanden"? Ich war, als Israelfreund, auch in einigen dieser Gruppen. Und in einer Gruppe wurde tatsächlich von einem Mitglied geschrieben, man könne bzw. solle "die Palästinenser" abknallen - ohne das sich jemand aufgeregt hat.
Ich finde es gut, das diese Gruppe nicht namentlich genannt wurde, weil es nicht spezifisch um diese eine Gruppe geht, sondern eine Zustandsbeschreibung von Teilen der angeblichen pro-Israel-Bewegung. Es muss furchtbar für diese Leute sein zu sehen, das sie, auser Tasten bedienen, nichts tun - währen junge Israelis - Juden und Moslems - in der Armee etwas machen, wovon diese Leute höchstens feuchte Träume bekommen, nämlich das Land zu schützen - ein multikulturelles, multiethnisches und multireligiöses Land. Ganz schlimme Nachricht für diese Israelfreunde, hier bei haOlam war es zu lesen: Es gab noch nie so viele arabische Israelis im diplomatischen Dienst als in der Regierung Netanyahu/Lieberman.
Datum: 09.06.2012 - 21:12
Sirte, danke für den Hinweis- das war ein Flüchtigkeitsfehler meinerseits - es ging natürlich nicht um "Mordhaufen" ( das ist Quatsch, wie Du sehr richtig feststellst ) , sondern um "Mordaufrufe" und ich bezog mich nicht nur auf den Artikel, sondern auch auf die Postings hier ... aber das erklärt noch nicht, warum hier in den Kommentaren im schönscheußlichen Goebbelssprech von "Zersetzung" gesprochen wurde - statt die Kritik konkret dort zu platzieren, wo sie hingehört: EIN MITGLIED in EINER Gruppe schreibt Mist und statt diesen Typen bzw. diese Frau direkt an die Wand zu nieten und für seinen/ ihren Mist haftbar zu machen, oder dafür zu sorgen, dass er oder sie aus dieser EINEN Gruppe fliegt, bzw. wenn der entsprechende Admin dazu keine Lust hat, diesen Skandal öffentlich zu machen, so dass jeder selbst entscheiden kann, wie er oder sie sich dazu stellt, wird das Ganze ohne Quellenangabe allgemein beschnackt und lamentiert. Wenn das der Stil von Haolam ist, dann bin ich hier eindeutig falsch, denn ich dachte bislang, man hätte hier auch einen gewissen journalistischen Anspruch. Aber nix für ungut: es steht natürlich jedem frei, nach Lust und Laune wo auch immer über die bösen Menschen auf Facebook zu klagen und sich dabei aus dem Wörterbuch des Unmenschen zu bedienen- schließlich gibts ja auch so was wie Meinungsfreiheit. Kein Mensch zwingt mich schließlich, das zu lesen. Danke für alles- es war sehr informativ. Und Tschüs.
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