Mavi Marmara 2010 = Syrischer Flugzeugabschuss 2012
von Daniel Pipes
Während die Tage verstreichen klingt in der Handhabung des vom syrischen Militär abgeschossenen Flugzeugs am 23. Juni durch die Türkei zunehmend wie der Mavi Marmara-Vorfall vom 31. Mai 2010. In beiden Fällen:
bereitete sich Ankara auf den Zusammenstoß über eine ausgedehnte Periode verbaler und (im Fall Syriens) militärischer Aggression vor;
- eskalierte dann und drohte dann der anderen Seite, sie solle nicht mit Gewalt reagieren;
- griff auf, dass die andere Seite dann doch mit Gewalt reagierte, anscheinend hocherfreut das zum Zentrum der bilateralen Beziehungen zu machen und abzulehnen es dabei zu belassen;
- suchte begierig nach breiter Unterstützung durch internationale Foren (Vereinte Nationen, NATO);
- kam sie mit aufwändiger Rechtfertigung; und
- nutzte den Vorfall aus, dem Gegner so viel Schaden wie möglich zuzufügen.
Kommentare:
(1) Angesichts der feindseligen Beziehungen der türkischen Regierung zu den Regierungen des Irak und Zyperns sollten wir nicht überrascht sein, wenn dasselbe Muster auch dort verwandt wird. Andere - Griechenland, Armenien, Georgien, selbst der Iran - könnten folgen.
(2) Wir sind Zeugen einer schrittweisen Herausbildung der Türkei zum Schurkenstaat.
Übersetzung: H. Eiteneier / Foto: Terrorschiff Mavi Marmara
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04.07.2012
Datum: 04.07.2012 - 20:28
Dazu passend war die kollektive Weglassung des Nachsatzes von Assads Entschuldigung in sämtlichen deutschen Medien. Dort wurde nur die Entschuldigung gemeldet, nicht jedoch:
"Of course I might have been happy if this had been an Israeli plane," Assad said.
http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=276106
Möchte man seitens der Medien den deutschen Konsumenten nicht mit dem in der Region üblichen Antisemitismus belasten?
Oder fürchtet man vielmehr umgekehrt den üblichen Jubel der deutschen Doppelstandard-Massenbewegung Namens Israelkritik für Assads Wunsch?
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