Wie wird Ramadan gefeiert? Mit Antisemitismus.

Jonathan S. Tobin, Commentary Magazine contentions, 5. August 2012

Im letzten Monat hob Präsident Obama, wie er es bei allen größere religiösen Terminen tut, den Beginn des muslimischen heiligen Monats Ramadan hervor; er gedachte des Feierzeitraums, indem er ihn eine Zeit nannte, in der „Familie, Freunde und Nachbaren in Ehren gehalten und Notleidenden geholfen wird“. Das war eine angemessene Äußerung, doch in großen Teilen der islamischen Welt scheint es auch eine Zeit zu sein, in der man dem Judenhass frönt. Während Feiertagsspecials in den USA wegen ihres zuckersüßen Tons auffallen, appellieren Ramadan-Specials an eine ganz andere Art von Gefühlen. Die Anti-Defamation League stellte Donnerstag fest, dass die 30 Tage Fasten und beten in einer Reihe muslimischer Länder von besonderen Fernsehsendungen gekennzeichnet sind, die vor Antisemitismus triefen und Hass gegen Juden und Israel schüren sollen.

Der signifikante Faktor bei diesen beiden Sendungen ist nicht nur, dass sie durchzogen sind von den traditionellen Redewendungen des Antisemitismus, mit denen die Juden sowohl als billig als auch als Betrüger und niederträchtige Schickanierer der Muslime dargestellt werden. Bezeichnend ist, dass diese Sendungen klar so entworfen sind, dass sie auf ein öffentliches Publikum im gesamten Nahen Osten Eindruck machen. Sie können zwar zurecht als Hass verbreitend beklagt werden, gleichzeitig müssen sie aber auch als Spiegel der in muslimischen Gesellschaften vorherrschenden Gesinnungen zu verstehen. Die Produzenten dieser Sendungen sind schuldig die tief sitzenden Vorurteile der islamischen Welt so stark zu begünstigen, als auch sie zu füttern. Dass einige dieser Sendungen wie die ägyptische „Firqat Naji Attalha“ Komödien sind, in denen die Einseitigkeit gegen die Juden nur die Kulisse für Humor ist, sagt uns mehr zur öffentlichen Meinung in diesen Ländern als irgendetwas sonst. Nach Angaben des MBC-Netzwerks, das die Sendung im ganzen Nahen Osten ausstrahlt, gibt „Firqat Naji Attalha“ seinem Publikum „die süßesten Witze über den ‚billigen Juden‘“.

Die ägyptische Komödie schildert die Heldentaten eines Attachés an der Botschaft seines Landes in Israel, der Sabotageakte in Israel begeht, darunter einen Bankraub, bei dem er als ultraorthodoxer Jude verkleidet ist. Die Sendung beinhaltet viele Verweise auf negative jüdische Stereotype und feiert Terroranschläge gegen Israel.

Andere Fernseh-Highlights im Ramadan sind weniger lustig, doch nicht weniger beunruhigend. „Ashar il Sabt“ läuft in Ägypten zweimal pro Woche und zeigt einen ägyptischen Professor, der vorgibt ein Experte für hebräische Literatur zu sein; er diskutiert antisemitische Verleumdungen wie die Protokolle der Weisen von Zion als Teil eines Einsatzes das Judentum in den Müll zu werfen.

Ein weiterer Ramadan-Favorit ist die ägyptische Version des alten amerikanischen Maßstabs „Candid Camera“. Wie wir in den Contentions schon vermerkten, ging es in einer Episode darum ägyptische Prominente dazu zu bringen zu glauben, sie erschienen mit Juden im israelischen Fernsehen, was die Opfer zu Wut- und Gewaltanfällen brachte, deren Salz antisemitische Schmähungen waren.

Auf arabischen Fernsehschirmen läuft diesen Monat auch eine Produktion des beliebten Sender Al-Manar, der von der Hisbollah betrieben wird. Ihr Beitrag für den Feiermonat ist eine Serie mit dem Titel „Al Ghalibun“, die vorhersehbar Israelis als grausame Invasoren im Libanon zeigt, während antiisraelischer Terrorismus rühmenswert behandelt wird.

Wie die ADL berichtet, ist das nicht das erste Mal, dass der Ramadan vom arabischen und islamischen Fernsehen dazu genutzt wird Judenhass zu fördern. Sowohl das ägyptische Fernsehen als auch Al-Manar haben in der Vergangenheit unverhohlen antisemitische Sendungen ausgestrahlt. In der Tat scheint die Unterhaltungsindustrie der Region zu glauben, solche Sendungen seien genau das, was ihre Zuschauerschaft während des Feiermonats am meisten haben will.

Wer glaubt, solche Einstellungen seien von Westbank-Siedlungen oder der Weigerung Israels den Palästinensern ausreichend Zugeständnisse zu machen, muss begreifen, dass der Judenhass weniger eine Funktion der Politik, sonder eine der Kultur ist. Bis es einen grundlegenden Wandel in der muslimischen Welt gibt, in der solcher Hass nicht länger populär ist, sondern von der Mainstream-Meinung abgelehnt wird, ist Frieden im Nahen Osten nur ein Traum.

 

Übersetzung: Heplev - Originalartikel - Foto: Antisemitismus mit langer Tradition: Der "Großmufti von Jerusalem", Al Hussein, im Gespräch mit seinem Freund Adolf Hitler.

 

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