Deutschland nach 1945 – Ausstellung zur Entwicklung des Rechtsextremismus

Der Schock über die Taten des rechtsextremen Trios, das sich selbst als „Nationalsozialistischer Untergrund“ bezeichnete, sitzt tief. Kaum jemand hat dieses Ausmaß neonazistischer Gewalt für möglich gehalten. Es gilt zu fragen: Wie konnte das alles passieren? Eine neue Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung zeigt nun die Entwicklung des Rechtsextremismus nach 1945 – in der DDR, der Bundesrepublik und im wiedervereinten Deutschland. Sie liefert damit keine einfachen Antworten: Es wird der gesellschaftliche Kontext abgebildet, in dem die fehlende Wahrnehmung von Rassismus und Antisemitismus es mit ermöglichten, dass Neonazis morden und in vielen Regionen eine Atmosphäre der Angst verbreiten.

„Wir können nicht über den aktuellen Rechtsextremismus sprechen, ohne die Entwicklungen nach dem 2. Weltkrieg zu kennen. Der Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in der Vergangenheit hilft uns die Gegenwart zu verstehen“, sagt Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

Die Ausstellung ist die erste, die ein zusammenhängendes Bild von Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in beiden deutschen Staaten zeichnet. Sie eröffnet neue Perspektiven und erzählt Geschichten, die bislang kaum bekannt sind“,

Auf insgesamt 16 Tafeln erzählt die Ausstellung, ausgehend von der Befreiung 1945, wie sich Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in DDR und BRD entwickelten, aber auch, wie sich der zivilgesellschaftliche Gegenprotest gestaltete. Dabei wird der jeweilige Umgang mit NS-Tätern ebenso beleuchtet wie die Debatten um die Entschädigungen der Opfer. Das komplexe Thema der Erinnerungskultur in beiden deutschen Staaten und im wiedervereinigten Deutschland wird anschaulich widergegeben.

Die Ausstellung ist englischsprachig und trägt den Titel „Germany after 1945: A Society confronts Antisemitism, Racism, and Neo-Nazism“. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und wird im Frühjahr 2013 in New York gezeigt. Die Ausstellung wird unterstützt von der Bundesstiftung Aufarbeitung sowie der Freudenberg Stiftung.

Wir möchten Sie ganz herzlich zur feierlichen Eröffnung einladen:

Wann? am Dienstag, den 21. August um 19 Uhr
Wo? in der Stiftung „Erinnerung Verantwortung Zukunft“
(Lindenstraße 20–25, 10969 Berlin)

Programm

Begrüßung
Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ

Grußworte
Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführung Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Emmanuel Nahshon, israelischer Gesandter

Einführung
Anetta Kahane, Vorstandsvorsitzende Amadeu Antonio Stiftung

 

pm

 

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