
Polen demokratisiert sich weiter
Während der kommunistischen Diktatur war in Polen die katholische Kirche eine Art "Gegenmacht" - doch inzwisachen emanzipieren sich immer mehr Polen von der Amtskirche und der Demokratisierungsproeß des Landes schreiter weiter voran.
Im zentralpolnischen Rawa Mazowiecka haben jetzt Einwohner die örtliche katholische Kirche verklagt - und gewonnen. Grund: Ortspfarrer Andrzej W. hat selbst Nachts die Kirchenglocken läuten lassen. Im Vorfeld hatte der Kirchenmann noch versucht, die Kritiker der nächtlichen Lärmbelästigung zum schweigen zu bringen, indem er ihre Namen in den Gottesdiensten von der Kanzel herab verlas. Es hat ihm nichts geholfen - auch in Polen m´ß sich die katholische Kirche zunehmend Recht und Gesetz beugen. Das Beispiel ist symptomatisch: In Großstädten wie Warschau oder Danzig gehen nur noch 20 Prozent der formalen Kirchenmitglieder regelmäßig in die Kirche und die Priesterseminare in Polen beklagen einen zunehmenden Mangel an jungen Männern, die sich zu katholischen Priestern ausbilden lassen wollen. Im vergangenen Jahr schaffte die für Sekularität eintretende, liberale und proisraelische Partei "Ruch Palikota" aus dem Stand 10 Prozent der Stimmen und wurde damit dtrittstärkste Kraft.
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