
Bernd Dahlenburg
Anti-islamischer Film stellt falsche Verbindung zu Israel her
Diejenigen, die für den gewaltsamen Tod von US-Botschafter Chris Stevens verantwortlich sind, brauchten nicht groß nach Rechtfertigung für ihren Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi zu suchen; und in der Tat schien es sich um einen geplanten Anschlag von Al-Quaida-Terroristen zu handeln. Der Auslöser jedoch – ein schlecht gemachter Film über Muslime und den Propheten Mohammed – hat Schlagzeilen gemacht, und er lenkt die Aufmerksamkeit auf einen selbsternannten Filmemacher namens Sam Bacile, der sich als israelischer Jude ausgibt.
Von dort ist es nur ein kurzer Weg zur Bildung einer brisanten Verbindung zwischen dem Film und Israel. So schreibt zum Beispiel John R. Bradley in der Daily Mail:
"Beleidigend, verletzend und kindisch mag er darauf abgezielt haben, Israel zu helfen, indem er die Gefahr durch den Islam herausstellte. Aber er bewirkt nur, dass Israels Sicherheit unmittelbar gefährdet wird."
Warum nimmt man automatisch an, dass das, was schlecht für die Muslime ist, gut für die Juden sei? Ganz zu schweigen davon, dass diese Methode falscher Verknüpfung die Israelis und Juden in noch weit größerem Maße der Gewalt seitens islamischer Extremisten und Terroristen aussetzt.
Leider, und wie so oft der Fall bei den Nachrichten rund um die Uhr heutzutage, neigen die Medien dazu, unbestätigte Gerüchte und Hörensagen zu veröffentlichen, was nicht nur unprofessionellen Journalismus offenbart, sondern vor allen Dingen auch besonders rücksichtslos ist angesichts der unberechenbaren Atmosphäre, die diese Geschichte umgibt.
Dankenswerterweise kommt die Wahrheit um die Person Sam Bacile nach und nach ans Licht. Israel hat bestätigt, dass Bacile keinerlei Verbindung zu irgendwelchen israelischen Institutionen unterhält, und nichts deutet darauf hin, dass er eine israelische Staatsbürgerschaft besitzt. Associated Press bohrte nach:
"Die Suche nach den Machern des provokanten und antiislamischen Films, der in gewalttätigen Protesten in Ägypten und Libyen geführt hatte (Mittlerweile ja auch in Tunesien, Jemen und Sudan [bd]) führte am Mittwoch zu einem in Kalifornien lebenden wegen Wirtschaftsdelikten vorbestraften koptischen Christen, der einräumte, dass er für die Unterstützung der Filmproduktion gewesen sei.
Nakoula Basseley Nakoula (55), erklärte gegenüber Associated Press in einem Interview außerhalb von Los Angeles, dass er Manager des Unternehmens war, das “Innocence der Muslime” produzierte, das Muslime und den Propheten Muhammad verspottete und wodurch wahrscheinlich der Mob aufgestachelt wurde, der die US-Botschaften in Ägypten und Libyen gestürmt hatte. Er lieferte erste Details über eine im Schatten wirkende Produktionsfirma, die den Film drehen ließ.
Nakoula sagte, dass er nicht Regie geführt habe und er fügte hinzu, dass er den selbsternannten Filmemacher Sam Bacile kenne. Aber die Handy-Nummer, die AP am Dienstag anwählte, um mit dem Filmemacher „Sam Bacile“ zu sprechen, führte zur selben Adresse nahe Los Angeles zurück, wo AP Nakoula angetroffen hatte. Unterlagen des Bundesgerichtes belegen, dass Nakoula mehrere Alias verwendet, darunter Nicola Bacily, Erwin Salameh und andere.
Nakoula sagte der AP, dass er koptischer Christ sei und der Regisseur des Films die Anliegen der christlichen Kopten, was ihre Behandlung durch die Muslime betrifft, unterstütze."
Viele Medien haben auch berichtet, dass der Film angeblich von 100 jüdischen Geldgebern finanziert worden sei. Basierend auf dem betrügerischen Hintergrund Sam Baciles gibt es keinen Grund zu glauben, dass diese Behauptung wahr ist. Allerdings reicht dieses Gerücht allein schon aus, weitere antisemitische Stimmungen zu schüren.
Unabhängig von den Fragestellungen, die dieser Film bezüglich First Amendment (Meinungsfreiheit etc.) einerseits und der heftigen Reaktion von Extremisten andererseits wegen der Behandlung des Propheten Mohammed aufwirft, obliegt es den Medien, sicherzustellen, dass ein Betrüger, der sich als israelischer Jude ausgibt, nicht so aufgemotzt wird, dass sich daraus ein weiterer Vorwand konstruiert wird, um Juden anzugreifen.
von Bernd Dahlenburg
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