
Krieg gegen die Zivilisation:
Die Existenz des Westen ist bedroht
Dror Eydar, Israel haYom
Konfrontiert mit den drastischen Photos des gefolterten Körpers des verstorbenen US Botschafters für Libyen [die ich hier aufgrund der Wuerde des Toten einfach nicht reinstellen will], Christopher Stevens, der von einem Mob durch die Straßen von Benghazi geschleift wird, kann man nicht umhin zu denken, dass zusammen mit dem Körper des Botschafters das gesamte Land, das die Führung der freien Welt innehat, ebenfalls durch den Straßendreck gezerrt und erniedrigt wurde. Der Angriff, der vergangene Woche auf das amerikanische Konsulat stattfand, hat der Terrorsymphonie weitere grauenhafte Töne hinzugefügt. Der Westen seinerseits hält sich die Ohren zu und verschließt die Augen und vermeidet, anzuerkennen, dass er nun schon seit einer ganzen Weile in seiner Existenz bedroht ist.
Hören wir damit auf, so zu tun, als wären dies nur einige “radikale Islamisten“ oder “extremistische Salafisten“ oder was die politisch korrekten Definitionen sonst noch hergeben mögen, um die Verteidigung des Westens zu blockieren. Statt dessen sollten die geistigen Werkzeuge bereitgestellt werden, mit denen gegen die bedrohliche islamische Welle, die sich aufmacht, die westliche Zivilisation von innen her zu zerstören, vorgegangen werden kann.
Die westliche Welt sollte absolut keinen Gedanken darüber verlieren, dass irgendwer einen Film gedreht hat, der den Islam entweiht (Titel: Die Unschuld der Muslime). Das Internet ist gesteckt voll von Filmen und Texten und Vorträgen von Muslimen, die das Judentum, das Christentum und andere Glaubensrichtungen herabsetzen und entweihen. Freiheit des Wortes und Freiheit des Denkens sind die Grundlagen des westlichen Lebens. Die tobsüchtige Raserei der arabischen Massen ist deren Problem, aber ein Angriff auf eine amerikanische Botschaft als Folge des Rechts auf Freiheit des Wortes und Ausdrucks – das ist ein Angriff auf die westlichen Werte.
Die Reaktion des Führers der freien Welt war schwach, womit er das tief verwurzelte Problem des gesamten Westens aufgezeigt hat.
Was Obama sagte, war: „Während die Vereinigten Staaten, Versuche ablehnen, die religiösen Glaubensüberzeugungen anderer herabzusetzen, müssen wir alle gleichermaßen der sinnlosen Gewalt entgegentreten, die diesen Botschaftsangestellten das Leben gekostet hat.“
Man beachte: Zuallererst verurteilt er den Film, den die Killer sich als Rechtfertigung ihrer Taten zunutze gemacht haben. Die Araber interpretieren die Bedeutung dieser Aussage so, dass der US-Führer für die Tat die Verantwortung übernimmt. Zweitens beschreibt er das barbarische Lynchen seiner Botschaftsangestellten als „sinnlose Gewalt“, die „Leben gekostet hat“. Mögen wir alle vor den Folgen dieser Chamberlain-haften Erwiderung bewahrt bleiben.
Es wäre interessant herauszufinden, welche Art Kräuter der frühere Herausgeber der New York Times, Bill Keller, gerade eingenommen hatte, als er schrieb, dass die Erwiderung des Weißen Hauses „zwei starke(!) Botschaften enthielt“ und als er gleichzeitig die Erwiderung des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner Mitt Romney als „entweder eine völlige Fehldeutung einer gefährlichen Situation oder klassischen Zynismus“ beschrieb. Kellers Worte sind ein klassischer Fall dafür, dass er selbst genau das tut, was er anderen vorwirft.
Und David Remnicks von Verleumdungen strotzender Artikel im The New Yorker demonstrierte diese Woche den Totalzusammenbruch der amerikanischen Linken angesichts von Drohungen, die nicht nur Israel, sondern den gesamten Westen, einschließlich der Vereinigten Staaten betreffen.
1972 schrieb Harold Glidden einen wichtigen Artikel, der die arabische Kultur als eine Gesellschaft beschreibt, deren Leitlinien sich an “Schande und Beschämung“ orientieren, wo ein bestimmter Ehrbegriff Priorität hat – wo die oberste Priorität nicht dem Gesetz, nicht der Freiheit, und nicht irgendetwas anderem gilt, das die unterwürfigen Liberalen gerne hätten, um Situationen die ihnen genehme Maske aufzusetzen, die mit ihren Theorien übereinstimmt. Ebenso wie andere desillusionierte Intellektuelle wurde Glidden von der Brigade der Politisch Korrekten verurteilt. Jedoch die jüngsten Ereignisse des so genannten arabischen Frühlings beweisen die Richtigkeit seines Arguments.
Der Westen muss eine Null Toleranz Politik gegenüber diesen Gewalttätigkeiten entwickeln. Wie sagte doch König David – der das eine oder andere darüber wusste, wie man Feinde besiegt – wenn man mit Schurken konfrontiert ist muss man selbst ein Schurke sein. Der Westen hat auch seinen Stolz, und wenn jemand uns erniedrigen möchte, dass müssen wir mit Gewalt reagieren, denn lauwarme Reaktionen dienen nur dazu, dass der Westen sich in den Augen seines Gegenüber zehnfach stärker erniedrigt. Brauchen wir denn noch einen weiteren Weckruf?
Übersetzung: Renate für Aro1.com - Originalartikel
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