Foodwatch fordert Kennzeichnung versteckter Lebensmittelzusätze:

Von Schweineborsten im Brot und Gelatine im Saft

Ist vegetarisch oder vegan drin, wo vegetarisch oder vegan draufsteht? Oder werden Verbraucher getäuscht, auch um besser zur Kasse gebeten werden zu können? Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert eine detaillierte Kennzeichnung von Zusätzen in unseren alltäglichen Lebensmitteln - und verweist dabei auf einiges, was viele nicht gerne hören werden: Widerliches in dem, was wir täglich essen.

In vielen Lebensmitteln werden tierische Zutaten verwendet, ohne das diese erkennbar genannt werden, kritisierte Foodwatch in einer aktuellen Mitteilung. Daher sei es Verbrauchen, die grundsätzlich oder bestimmte tierische Produkte meiden, fast unmöglich, geeignete Lebensmittel zu kaufen. Beispiele werde Gelatine als Träger von Vitaminen in Fruchtsäften oder Bestandteile von Schwein, Rind, Geflügel, Fisch oder Wild in Kartoffelchips verwendet - ohne das dies irgendwo aufgeführt wird. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) solle deshalb, so die Forderung von Foodwatch, die entsprechenden Gesetze ändern, bzw. Lücken im Gesetz schließen, damit nicht mehr tierische Bestandteile ohne Deklarierungspflicht in Lebensmitteln verwendet werden können.

Foodwatch nennt weitere Beispiele, für ungewollten, da unbekannten Verzehr tierischer Produkte: Gelatine wird auch zum Klären von Wein oder Saft eingesetzt,.Aminosäure aus Schweineborsten oder Federn, werden in vielen Bäckereien benutzt,um Produkte mit Mehl leichter knetbar zu mache.

Aber nicht nur für Vegetarier oder Veganer stellt diese Form des Etikettenschwindels ein Problem dar, sondern auch für Menschen, die aus religiösen Gründen keine Schweineprodukte konsumieren wollen, wie etwa Juden oder Muslime. Auf diesen Umstand weißt auch Foodwatch hin, die Verbraucherschutzorganisation hat eine entsprechende E-Mail-Kampagne am 1. August 2012 gestartet, damit endlich alle Bestandteile von Lebensmitteln sichtbar benannt werden:

Gelatine im Multivitaminsaft, Schweineborsten in der Brotherstellung, Milchzucker in der vermeintlich rein pflanzlichen Schokolade: Wer sich vegetarisch oder vegan ernähren, aus religiösen Gründen Schweineprodukte meiden oder nur bestimmte Formen der Tierhaltung unterstützen möchte, bekommt wider Willen tierische Produkte untergejubelt. Eine Gesetzeslücke macht es möglich: In vielen Produkten stecken versteckte Tiere, ohne dass dies auf der Verpackung angegeben werden muss.

Bislang haben sich bereits mehr als 38.000 Menschen an der Aktion beteiligt.

 

Jörg Fischer-Aharon

 

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