Die Comic-Missionare des Islam

von Daniel Pipes, National Review Online, 17. April 2012

Sind Comicbücher eine Methode der Mission für den Islam (da´wa)?

Ja. Vor einem Jahr war die Harvard University Gastgeber eines Workshops, das Comicbuch-Künstler lehrte, wie man das "Unbehagen zu Islam und dem Nahen Osten" der Amerikaner angehen kann. Ende dieser Woche wird die Georgetown University die PBS-Dokumentation Wham! Bam! Islam! ausstrahlen, mit der ein Comicbuch namens The 99 gefeiert wird.

The 99 klingt harmlos. Adweek beschreibt seinen Inhalt als "ein Team multinationaler Superhelden, die sich zusammentun, um die Kräfte des Bösen zu bekämpfen". Das amerikanische Kinderfernsehen Hub erklärt umfangreicher: "Vom bekannten Nahost-Forscher und klinischen Psychologen Dr. Naif al-Mutawa geschaffen, besteht es aus Superhelden-Figuren, die zusammenarbeiten müssen, um ihre Kräfte zu maximieren. Jedes Mitglied der The 99 verkörpert einen von 99 globalen Werten wie Weisheit, Gnade, Stärke oder Treue. Sie kommen aus 99 unterschiedlichen Ländern auf sieben Kontinenten. Die Superhelden der Serie stellen Charaktere dar, die dazu geschaffen sind positive Vorbilder zu sein, vielfältige Kulturen zu repräsentieren und zusammenzuarbeiten, um Frieden und Gerechtigkeit zu fördern."

Wer kann schon etwas dagegen haben, wenn für "globale Werte … Repräsentierung vielfältiger Kulturen" geworben wird?

Doch ein genauerer Blick offenbart die islamische Natur des Comicbuchs. Der Titel "99" verweist auf das islamische Konzept der 99 Namen Gottes, von denen jeder einzelne im Koran erscheint und ein Kennzeichen Seines Charakters verkörpert: der Gnädige, der Barmherzige, der Freundliche, der Heiligste und der Friedvolle, aber auch der Rächer, der Heimsuchende und der Verursacher von Tod.

Das Comicbuch wird von der Teshkeel Media Group aus Kuwait produziert; es erzählt eine Geschichte, die teilweise sachlich, teilweise Fantasy ist. Sie beginnt im Jahr 1258 n.Chr., als die Mongolen Bagdad belagerten. Bibliothekare sollen die Weisheit der Hauptbibliothek der Stadt gerettet haben, indem sie sie in 99 Edelsteinen verschlüsselten, die rund um die Welt verstreut wurden. Die Helden müssen diese "Edelsteine der Macht" finden, bevor ein Erzbösewicht das tut. Jeder von ihnen ist ein gewöhnlicher Muslim, der durch Kontakt mit einem dieser Edelsteine übermenschliche Kraft gewinnt und eine der 99 Eigenschaften Gottes repräsentiert.

Die Superhelden sind allesamt Muslime (also keine Christen, Juden, Hindus oder Buddhisten); einige kommen aus westlichen Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Portugal. Im Gegensatz zu ihnen sind die Schurken in erster Linie Nichtmuslime.

Naif al-Mutawa

Al-Mutawa beschreibt widersprüchliche Ziele für The 99. Manchmal besteht er darauf, er "versuche nicht irgendjemanden zu bekehren". In diesem Modus hofft er, "dass jüdische Kids glauben die Charaktere in The 99 sind Juden und christliche Kids glauben, sie sind Christen und muslimische Kids glauben, sie sind Muslime und hinduistische Kids glauben, sie sind Hindus".

Zu anderen Zeiten sagt er, er entwickelte die Serie aus der Schlussfolgerung heraus, dass "die arabische Welt bessere Vorbilder braucht". Er strebte an "einen neuen Satz Superhelden für Kinder der islamischen Welt" zu entwickeln und hoffte sein Werk "könne durchaus helfen eine Generation Muslime zu retten". Er glaubt sogar, seine Comic-Figuren können "den Ruf des Islam retten". In der Tat wird in der Diskussion über The 99 dessen islamische Komponente betont. Die New York Times vermerkt, dass die Superhelden sich "besonders an junge muslimische Leser wenden und sich auf muslimische Werte konzentrieren". Die Londoner Times beschrieb den Auftrag der Serie als Einflößung "altmodischer islamischer Werte in christliche, jüdische und atheistische Kinder".

Gleichermaßen pries Barack Obama das Comicbuch dafür, dass es "die Vorstellungskraft so vieler junger Menschen mit Superhelden eroberte, die die Lehren und die Toleranz des Islam verkörpern". Eine islamische Investmentbank, deren Produkte "den Prinzipien der Scharia voll entsprechen", investierte 15,9 Millionen US-Dollar in Teshkeel und beglückwünschte sie dazu "ein Schlaglicht auf die reichhaltige Kultur und das reichhaltige Erbe des Islam zu werfen".

Zusammengefasst: Das sowohl auf Arabisch als auch auf Englisch erhältliche The 99 hat unverhohlen islamische Inhalte und wirbt ausdrücklich für den Islam. Zugegeben, sein Islam hat moderne Aspekte, aber unter Nichtmuslimen betreibt die Serie heimlich da´wa.

Zusätzlich zum Comicbuch hat Al-Mutawa einige Spin-Offs entwickelt (Online-Comics, Spiele, Pausenbrotdosen und Vergnügungsparks) und fasst weitere ins Auge (Zeitungscomics, Sticker und vielleicht Spielzeug). Doch vor allem will er einen Zeichentrickfilm haben. Obwohl der Sender Hub für 2011 plante The 99 auszustrahlen, kam das nie zustande, hauptsächlich weil er sich wegen Kritik scheute eine Sendung zu zeigen, die "christlichen, jüdischen und atheistischen Kindern islamische Werte einflößt".

Kurz gesagt: Der islamischen Indoktrination westlicher Kinder, die bereits in Schulen über Schulbücher, Zusatz-Unterrichtsmaterial und Klassenausflügen vorhanden ist, können wir jetzt Comicbücher und ihre vielen Ablegerprodukte hinzufügen, sowohl die vorhandenen wie auch die noch möglichen. The 99 mag für muslimische Kinder in Ordnung sein, aber ungeachtet der Unterstützung durch die Georgetown University sollten nicht muslimische Kinder keiner derartigen Missionspropaganda ausgesetzt werden.

 

Übersetzung und weitere Bildbeispiele: H. Eiteneier


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