Dr. Nathan Warszawski kommentiert:

Der Dichter, der Musiker und die Juden

Der iranische Musiker Shahin Najafi hat 2005 seine Heimat verlassen müssen und lebt seitdem in Deutschland. Ein Ajatollah zweiter Ordnung soll wegen Blasphemie, genauer: Beleidigung des allerletzten Propheten, eine Todesfatwa gegen ihn ausgesprochen haben. Seitdem ist Shahin Najafi untergetaucht.

Ob die Todesfatwa nun echt ist oder nicht, ist sekundär. Fakt ist, dass nur wenige Organisationen aus Deutschland sich mit dem Künstler solidarisiert haben. G. Grass hat einen Solidaritätsaufruf als Einer der Ersten unterzeichnet. Dieses Ereignis bedürfte in einem demokratisch gefestigten Land keiner besonderen Erwähnung

G. Grass ist ein besonderer Zeitgenosse. Wenn er ein Gedicht schreibt, so braucht es sich nicht zu reimen, und dennoch versuchen alle, die der deutschen Sprache mehr oder weniger mächtig sind, das Gedicht zu interpretieren, genauer: zu verstehen. Sein vorletztes Gedicht, welches er mit letzter Tinte geschrieben hat, wurde vom Mainstream so verstanden:

Die Herrschenden im Iran sind Maulhelden. Man darf Orientalen nicht glauben, wenn sie vorgeben, Atombomben zu bauen, um den Staat Israel zu vernichten. Israel ist gefährlich für den Frieden in der ganzen Welt, da es Atomwaffen besitzt, auch wenn der Judenstaat sie noch nie eingesetzt hat.

Zurück zu Shahin Najafi. Warum kauft G. Grass einem irren Ajatollah zweiter Ordnung ab, dass er einen iranischen Künstler beseitigen lassen will. Woher nimmt G. Grass die Gewissheit, dass der irre Ajatollah zweiter Ordnung kein Maulheld ist?

Da G. Grass nicht ansprechbar ist, bleiben Vermutungen.

Der verrückte demokratisch gewählte iranische Präsident hat mit der Ermordung von 6 Millionen Juden nebst einigen Arabern als Kollateralschäden gedroht, der irre Möchtegerngroßajatollah mit der Ermordung eines (in Zahlen: 1) Künstlers. G. Grass hält sich, obwohl sich seine Gedichte nicht reimen, für einen Künstler. Er ist kein Jude und kein Araber.

G. Grass hat den Solidaritätsaufruf unterschrieben, da er einige Tropfen der letzten Tinte gefunden hat, die er nicht verkommen lassen will.

G. Grass weiß nicht, was er tut. Nobelpreisträger sind auch nur Menschen, vertrottelt wie wir alle.

Es gibt eine weitere Erklärung, die dem Intellekt des ehemaligen deutschen moralischen Gewissens gerecht wird:

G. Grass ist konsequent und vergisst nie. Selbst nach mehr als sechs Jahrzehnten erinnert er sich an seine Jugendsünden. Für G. Grass sind die irren Perser weder Maulhelden, noch Realisten. Die Iraner sind Projektion. Er verachtet nicht den Maulhelden, sondern den verängstigten Juden, der dem Maulhelden Glauben schenkt. Er vertraut nicht dem Todesfatwa-Herausgeber, sondern dem Künstler.

Nun weiß G. Grass auch nach über sechs Jahrzehnten, dass eine Morddrohung an Juden nicht auf die leichte Schulter genommen werden soll, vor allem, wenn man Jude ist. Doch G. Grass verfolgt ein anderes Denkmuster. Der Jude, der sich nicht gegen seine Ermordung wehrt, erleichtert dem Übeltäter die Übeltat. Die These wird dadurch belegt, dass G. Grass sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet hat. Gleichzeitig ist der Jude, der sich gegen seine Ermordung wehrt, ein Aggressor. Die Antithese wird durch sein mit letzter Tinte geschriebenes vorletztes Gedicht belegt. Die Synthese erzwingt, dass G. Grass die Waffen-SS lange Zeit vergessen hat.

Mindestens 20% aller in Deutschland Siedelnden sind G. Grass' Meinung.

 

PaxDiaboli


Kommentare

Kommentar abgeben

  Alle Felder müssen ausgefüllt werden
Name:
E-Mail:
Text:
Sicherheitsabfrage 14+ 8=
Ich möchte über neue Kommentare benachrichtigt werden
Ich versichere, nichts rechtlich und/oder moralisch Verwerfliches geäußert zu haben! Ich bin mir bewusst, das meine IP Adresse gespeichert wird!
 

 


Der Tag - Nachrichtenüberblick

Israel Apartheid? Jüdische Beter am Rahel-Grab zunehmend bedroht

Während die Enkel der Auschwitz-Wärtergeneration den Staat derer, die Mordorgien ihrer Großväter überlebt haben, immer lautkreischender als „Apartheidstaat“ verleumden und die Islamisten, deren Großväter wiederum treue Verbündete ihrer eigenen Großväter waren – so gesehen also durchaus in deutscher Tradition stehend –
[weiterlesen]




Europäische Presseschau:

EU debattiert über Steuerflucht

Der gemeinsame Kampf gegen Steuerflucht ist das Hauptthema des EU-Gipfels am heutigen Mittwoch in Brüssel. Eine konkrete Einigung etwa auf einen EU-weiten Datenaustausch über Einkünfte von Kontoinhabern wird aber nicht erwartet. Kommentatoren fordern eine internationale Steuergesetzgebung angesichts der Unsummen, die den EU-Staaten durch Steuerflucht jährlich verloren gehen
[weiterlesen]




Der Fall al-Dura und die intellektuellen Analphabeten:

Pallywoods willige Helfer

Nachdem nach den Gesprächen in Camp David eine Entlassung seiner “Palästinenser” aus internationaler Alimentierung in staatliche Eigenverantwortung drohte, Frieden für Israel eingeschlossen, entschied sich die “palästinensiche Führung” unter Yassir Arafat im September 2000 jenen bereits vorbereiteten “Aufstand” loszutreten, der als
[weiterlesen]




Kreativ gegen Antisemitismus:

„Zweiter Streich“ am Zürcher Hauptbahnhof

Die Schweizerischen Bundesbahnen wollten es nicht, wurden aber per Urteil des Bundesgerichts gezwungen ein Plakat im Züricher Hauptbahnhof aufzuhängen, das nur als pure Hetze bezeichnet werden kann. Und dann hingen plötzlich „Aufkleber“ (DinA4-Blätter) mit einer weiteren Botschaft an diesem Werbekasten. Das war der „erste Streich“. Die
[weiterlesen]




Barbra Streisand erhält Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität

Die Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand wird die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem erhalten. Dies gab die Universität am Montag bekannt. Streisand erhalte den Titel für „ihre beruflichen Erfolge, ihre außergewöhnliche humanitäre Einstellung, ihre Vorreiterrolle im Bereich der Menschen- und
[weiterlesen]




Tragödie in Bankfiliale in Beer Sheva

In der Stadt Beer Sheva ist es am Montag in einer Filiale der Bank ha-Po’alim zu einem vierfachen Mord gekommen: Ein Kunde der Bank und Einwohner der Stadt schoss um sich und tötete zunächst vier Menschen und danach sich selbst. Ersten Untersuchungen der Polizei zufolge war der Mann wenige Stunden zuvor in der Bank gewesen, nachdem sein Bankkonto ein Minus von 6.000
[weiterlesen]




Podiumsdiskussion: „Die UNRWA und die Instrumentalisierung humanitärer Hilfe" 

Do 23. Mai 2013 | 19.00 UhrJüdisches Museum BerlinAuditoriumLindenstraße 9-14 | 10969 BerlinEintritt: € 5,– | erm. € 3,–Eine Veranstaltung der Jüdischen Volkshochschule Berlin. Um telefonische Anmeldung wird unter 030 - 880 28 265 gebeten In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin, SPME, MFFB und der
[weiterlesen]




Gedanke zu Parschat Nasso :

Das Paradox, zu behalten, was man weggibt

Das Paradox, zu behalten, was man weggibtDie Parscha dieser Woche enthält die Pesukim (Verse) : „Und jede Hebe, alle Heiligtümer der Kinder Israels, die sie dem Kohen (Priester) bringen, sollen ihm gehören („lo ji’h’jeh“), einem jeden sollen seine Heiligtümer gehören; dem Priester, dem er sie gibt, sollen sie gehören („lo
[weiterlesen]




Die täglichen Vorkommnisse vom 21.05.2013

Die täglichen Vorkommnise, die zeigen, wer wie friedlich ist, aber von den deutschen Medien nicht berichtet werden Dienstag, 21.05.2013: - Während der Nacht wurde mehrfach von syrischer Seite auf eine Patrouille geschossen; dabei wurde ein Geländewagen beschädigt. IDF-Kräfte schossen zurück und stellten einen direkten Treffer an der Quelle der
[weiterlesen]




Runder Tisch Heimerziehung:

Hilfe für erlittenes Leid

Entstanden sind die Fonds auf der Grundlage der Empfehlungen des Runden Tischs "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren". Er war auf Anregung des Deutschen Bundestages im Februar 2009 zusammengekommen, um bis Ende 2010 die bundesrepublikanische Heimerziehung der 50er und 60er Jahre aufzuarbeiten. 2011 hatte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragt, Schritte in die Wege
[weiterlesen]




Netanyahu kondoliert nach Tornado in Oklahoma

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat nach dem schweren Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma in einem Brief US-Präsident Barack Obama und dem amerikanischen Volk kondoliert. In dem Brief schreibt er: „Herr Präsident,im Namen der Regierung und des israelischen Volkes, möchte ich Ihnen und den Menschen in den Vereinigten Staaten mein
[weiterlesen]




Iran: Religions-un-freiheit im islamischen Gottesstaat

von Dr. Wahied Wahdat-Hagh Die Autoren eines 371-seitigen Berichts der US-amerikanischen Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF, United Commission on International Religious Freedom) widmen rund 13 Seiten der Religionsunfreiheit im iranischen Gottesstaat. Es wird festgehalten, dass die iranische Regierung weiterhin systematisch die Religionsfreiheit
[weiterlesen]