Kopenhagen: Israel beim Festival der Vielfalt unerwünscht?

Kopenhagen: Israel beim Festival der Vielfalt unerwünscht?




In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen soll ein Festival der Vielfalt stattfinden. Ein grundsätzlich begrüßenswertes Projekt, den Vielfalt, Pluralismus, Toleranz sind die Eckpfeiler einer modernen, demokratischen Gesellschaft. Allerdings scheint man in Kopenhagen eine eigene Auffassung von Vielfalt zu haben - und wer und was alles zur Vielfalt dazu gehört, und wer das festlegen soll.

Bei einer seiner letzten Tagungen diskutierte der Vorbereitungs- und Planungsausschuß für das Vielfalt-Festival eine offenbar heikle Frage: Darf bei dem Festival neben vielen anderen Staatsflaggen auch eine israelische Fahne gezeigt werden? Seitens des Rathauses wurde festgelegt, beim Straßenfest keine Fahne Israels zu zeigen - was die engen Grenzen der realen Bereitschaft zur "Förderung der Vielfalt" aufzeigt und die örtlichen jüdischen Gemeinden empörte.

Bei dem Straßenfest sollen vor allem kulturelle und kulinarische Stände die Vielfalt der in Kopenhagen und Dänemark lebenden Menschen zeigen - die jüdischen Teilnehmer wurden eindringlich davor gewarnt, bei ihren Ständen israelische Fahnen oder sonstige Symbole des jüdischen Staates zu zeigen. Den jüdischen Teilnehmern wurde recht unmißverständlich mitgeteilt: "Es ist besser, wenn Sie auf das zeigen israelischer Fahnen oder Symbole verzichten." Auf Nachfrage hieß es aus Kreisen der Verantwortlichen, man befürchte gewalttätige Auseinandersetzungen und Angriffe auf die jüdischen Stände, wenn dort ein Hinweis auf den Staat Israel zu sehen sei. Andere Stände konnten auf dem Festival selbstverständlich die jeweiligen Landesfahnen zeigen und erklärten, das sie weder diesbezüglich im Vorfeld angesprochen und eine Problematik darin sehen würden.

Inzwischen hat sich die stellvertretende Bürgermeisterin von Kopenhagen bei der jüdischen Gemeinde und den in Kopenhagen aktiven zionistischen Organisationen entschuldigt und sie zu einem klärenden Gespräch eingeladen. Ein fader Beigeschmack bleibt, da es Extremisten selbst ohne eigene Aktivitäten gelingt, durch vorauseilenden Gehorsam der verantwortlichen Stellen ihren Willen durchzusetzen. So bleibt die Frage, wann im als liberal geltenden Dänemark nach den Juden, auch andere, bestimmten Extremisten unliebsame Minderheiten wie etwa Homosexuelle, an Festivals für Vielfalt nicht mehr sichtbar teilnehmen können. Der Dammbruch gegen Pluralismus richtete sich augenscheinlich zunächst nur gegen die jüdische Gemeinschaft, betrifft aber jede Minderheit, die nicht in die Wahnvorstellung einer schariakonformen Norm passt.

 

Jörg Fischer-Aharon - Foto: Schloß Amalienborg in Kopenhagen (Foto: By Zairon (Eigenleistungen) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Donnerstag, 01 November 2012






Wann findet denn das Festival der "Völkerverständigung" in Dänemark statt?
Ich würde mich mit einer israelischen Flagge an den jüdischen Stand stellen und hoffe, viele andere auch!!!!!!