Tag zwei nach Italien: Liebling, ich habe Europa geschrumpft

Tag zwei nach Italien:

Liebling, ich habe Europa geschrumpft




Nachdem in Italien etwas Entscheidendes schief gegangen zu sein scheint mit dem “Projekt Europa”, weil es das dortige Elektorat doch tatsächlich gewagt hat, von seinem Recht auf Meinungsäußerung den ihm zustehenden demokratischen Gebrauch zu machen, waren die diversen Politbüros der “Euro-Zone” auch gestern noch angestrengt darum bemüht, etwas in das Ergebnis der Italien-Wahl hineinzulesen, das darin nicht enthalten ist.

Dies geschah in der Regel um den Preis, die offensichtliche Wahrheit der politischen Willenbekundung made in Italy zu übersehen: Italien hat, in seiner Mehrheit, keine Lust auf “Europa”, zumindest nicht in seiner gegenwärtigen Form. Lieber als von der EU-Mafia von “Mitte-Links” plus Monti, würde man in Italien von zwei ausgemachten Komikern regiert, in einer neuen Bunga-Bunga-Produktion mit Beppe Grillo.

Übereifriger Vorreiter der “politischen” Quacksalberei war, wie nicht anders zu erwarten, der deutsche Staatsfunk. Auf allen staatlichen Kanälen feuerte die Desinformations- und Kommentar-Flak aus vollen Rohren auf ein bewegliches Ziel: auf jene Staatsgewalt, die vom Volk ausgeht.

Ein in dieser Hinsicht gelungenes Beispiel lieferte der gemischte Jubelchor der EU-Politkomissare bei NDR-Info ab, in seiner Funktion als Speerspitze der Aufklärungsverweigerung. Dieser GEZ-Sender bemühte sich in diversen Kommentaren und schließlich in seiner allseits beliebten Anruf-Sendung mit diversen “Experten” darum, das italienische Wahlergebnis für die deutsche Ideologie solange zurechtzurücken, bis es für die “politische” Selbstwahrnehmung der verbildeten Stände annehmbar wurde.

Tenor der geladenen “Experten” war: Entweder wissen die Italiener nicht, wass sie tun. Oder sie machen es trotzdem. Der NDR war wiederrum bemüht (auf Kosten der Allgemeinheit, versteht sich), zwei klassische Argumentationslinien in Stellung zu bringen, die auch sonst die Fronten zwischen dem Damen- und Herrenvolk, sowie den von ihnen kolonisierten “Wilden” markieren: Zivilisation versus Barbarei.

Nur dass man heute, in unseren ach so uffjeklärten Zeiten, eben nicht mehr von Barbaren redet und “Wilde” dazu sagen kann, wenn man “Die Italiener” meint. Heute sagt man“Populismus” dazu.

Gesellschaft, das lernen wir vom NDR und dem deutschen Staatsfunk insgesamt, wäre super, wenn nur diese ganzen Leute nicht wären. Demokratie eine super Sache, wenn man als “Medien” oder “Politik” ganz locker und im Alleingang, vom Schreibtisch aus, darüber entscheiden könnte, was das Volk in Wirklichkeit will.

Und “Europa” wäre prima, wenn nur die Italiener nicht wären – zumindest die nicht, die Berlusconi oder Beppe Grillo wählen. Das sagt man, wenn man von “Protestwahl” schwadroniert, denn in diesem “politischen” Lexikon hat die offizielle “Politik” nur Zustimmung und Dankbarkeit verdient, amen!

Bonjour, tristesse.

Das ganze dumme, penetrante, selbstgefällige Geschwafel vom Staatsfunk klang zwar, als wäre es schon wieder 1904 und das Deutsche Reich müsste seine Truppen in einen Herero-Aufstand gen Italien schicken, aber es wird schon morgen vergessen sein. Und glücklicherweise liegt die Hörerschaft dieses NDR-Programms so oder so nur im niederigen fünfstelligen Bereich.

Interessant ist nur, welche Mühe die akademisch verblödeten Stände in unserer Republik auf sich nehmen, um sich gegenseitige die Gedanken zu dressieren und sich ihre Wahrnehmung so lange schief zu rücken, bis die Fiktion zu den Fakten passt.

Und die Fiktion ist nummal jene offizielle Propaganda, wonach die EU das Beste ist seit geschnittenem Brot und gegen die offensichtlichen Probleme, die “Europa” in Europa verursacht, nur eins hilft: “mehr Europa”.

In diesem Sinne hat ja gestern auch der deutsche Wirtschaftsminister (von dem man übrigens das Jahr lang sonst noch nichts gehört hatte) das ganze Gewicht einer beleidigten Leberwurst in die Waagschale geschmissen und sich als von den Italienern “enttäuscht” bezeichnet. Tja, Wölfchen, das Leben ist kein Ponyhof.

Den Gipfel der opfergeilen Servilität und freiwilligen Selbstverblödung hat aber dieser altbacksche Deutschlandfunk abgeschossen (ein weiteres von den dreihundert Staatsfunkprogrammen, das keiner freiwillig hört). Da wurde beim DLF gestern Abend, zur besten Sendezeit, nämlich allen Ernstes die Mutter aller Maulkörbe verteilt: Die Hitler-Analogie.

So ließ uns die Mutter aller redundanten Hörfunkprogramme tatsächlich wissen, dass, wer auch nur ein ganz kleines Bisschen gegen den mannigfaltigen Segen namens EUdSSR sei, ein kleiner Hitler wäre, den nächsten Faschismus vorbereiten tun würde und die Italiener in Gestalt von Berlusconi sich den nächsten Mussolini büken.

Da war wohl mal wieder der Wunsch der Vater des Gedankens beim Deutschlandfunk. Die “Linke” könnte sich wirklich mal was Neues einfallen lassen. Aber so verzweifelt sind sie inzwischen in “Medien” und “Politik”, weil keiner die Euro-Suppe auslöffeln will, die sie sich, vor allem aber uns, eingebrockt haben. Kommt der nächste Faschismus also vielleicht doch von “Links”?

Irgendwer oder irgendwas hatte diesem Staatsfunk-”Journalisten” vom DLF sein Bullshit-Bingo gehörig durch einander gewürfelt, und er wäre gut beraten gewesen, seinen “politischen” Wortsalat noch mal neu zu arrangieren, denn in dieser Aneinderreihung machte sein pseudo-akademisch verbildetets Geschwafel einfach gar keinen Sinn.

Nun ja, es mag Leute geben, die das, was der Deutschlandfunk da in Form der Hitler-Keule aus dem Giftschrank der “politischen” Propaganda geholt hat, für eine Verharmlosung des Nationalsozialismus halten werden, aber die stehen bestimmt nicht auf den Gehaltslisten des Staatsfunks.

Und heiligt der politische Zweck etwas nicht die revisionistischen Mittel, lieber DLF? Mal abgesehen davon, dass man angesichts der demokratischen “Reife” der EUdSSR wohl eher von Euro-Faschismus made in Bruxelles sprechen könnte. Und zwar ohne dafür sinnlose, pseudo-historische Analogien bemühen zu müssen, denen der Revisionismus aus den Poren trieft. Honi soit qui mal y pense.

Never let a good crisis go to waste

Es ist nur eine Vermutung, aber es scheint, als ob die offizielle Linie nach wie vor funktioniert. Der Staatsfunk gibt die Richtung vor und die halbstaatlichen Medien stimmen ein, oder machen Musik. Ganz besonders eifrige EU-Propaganda kommt, wie nicht anders zu erwarten, von der staatsgeilen “Linken”, der es offensichtlich gar nicht schnell genug damit gehen kann, sich an die Brüsseler Beamtendiuktatur zu verkoofen. Nun ja, bei denen steht die ganze Lebensplanung auf dem Spiel.

Vorbildlich auf diesem Gebiet “Spiegel” und “Zeit”, mit deren Zitaten sich die Staatsdienerinnen und -diener gegenseitig wie mit Lilienstengeln auspeitschen, um sich den letzten Rest von common sense auszutreiben. Die Fakten wiederum sind anderer Art. Aber was ist die schnöde Empirie von Euro-Zonal aktuell 20% Arbeitslosen gegen den Euro-Idealismus, also die gesammelten Wahnvorstellungen der “politischen” Kaste?

Irland und Portugel, Dänemark und noch ein paar andere Länder haben den Maastricht-Vertrag zwar in demokratischer Abstimmung zum Henker gewünscht, aber das hat nichts genützt, denn hinterher kam irgendsoein selbsternannter EU-Fatzke um die die Ecke und hat öffentlich bekundet, ein “Nein” sei in Wahrheit gar kein Nein, sondern ein “Ja”. Es wäre doch von seinen lieben Kindern alles gar nicht “so” gemeint gewesen - sondern ganz anders, und wie, das bestimmt allein er.

Nun, was es heißt, wenn ein Nein ein Nein bedeutet, dazu hätte die historische Frauenbewegung viele wichtige und richtige Dinge zu sagen gehabt. Fragt sich nur, ob die Herren Von Rompompom, Draghi, Junckers und deren MLP-Genosse Barroso, sich dadurch auch nur im mindesten von ihrem “Projekt”, der Vergewaltigung Europas, hätten abbringen lassen. Denn wissen diese Herren nicht am besten, was “gut” für diese Dame ist? Viel besser, als das Opfer selbst? Missbrauch hat viele Gesichter.

Es gab einmal eine Zeit, da war die demokratische Willensbildung tatsächlich der Bevölkerung vorbehalten. Heute entscheiden die selbsternannten Politkommissare darüber, dekoriert durch ein Pseudo-Parlament, das weniger zu sagen hat, als ein mittelständischer Betriebsrat. Und die “Politiker” der Eurozone versuchen derweil tatsächlich, das Ganze als demokratischen Fortschritt zu platzieren. Was kann da noch schief gehen?

Das ist eine Beleidigung der Intelligenz, die vor allem in den gebildeten Ständen funktioniert, denn die zeigen sich emsig darum bemüht, die offiziellen Lügenmärchen in Heimarbeit mitzustricken, im Konzert mit den angeschlossenen Sendeanstalten. Verdinglichung des Bewusstseins ist das, und es funktioniert bei denen am besten, die selbst verdinglicht sind, vulgo: Die denken, dass sie etwas zu verlieren hätten. Europa hingegen, das beweist ein Blick auf jeden handelsüblichen Globus, ist nicht die Welt, sondern es gerät in dieser Welt zunehmend ins Abseits.

Die bequemste Form, sich dem kollektiven EU-Wahn zu verweigern, bleibt für die marginalisierte Mehrheit bis auf weiteres sich aus dem Thema auszulinken und es geflissentlich zu ignorieren und dafür die Schelte namens “Politikverdrossenheit” zu kassieren. Ihr mich auch, liebe staatsgragende Kaste in “Politik” und “Medien”, und zwar immer einmal mehr, sagt diese Mehrheit der Nicht-Wähler sich dann bei der “Europa-Wahl”.

Wenn eins und eins null macht

Was nun die jüngsten “politischen” Wahnideen anbelangt, die Euromark auch in den USA einzuführen, durch ein geschmeidiges Freihandelsabkommen, für das US-Außenminister John Kerry jüngst in einer Starbucks-Filiale in der Welthauptstadt die Werbetrommel rühren durfte, ist in der Sache fogendes zu sagen: Man produziert keinen Sprinter, indem man zwei Einbeinige zusammenbindet.

Begleitet wurde Kerrys Dauerwerbeshow von einer handverlesenen Jubelclaque ortsunkundiger I-Phone-Berliner, die sich zu Höchstleistungen “politischer” Servilität anfeuern ließen, weil das so “berlinerisch” wäre, so der neue Ken FM des Junior-Staatsfunks Rot-Braun-Brandenburg. Der weiß anscheinend, wovon er redet.

In Wirklichkeit ist die Euro-Zone mindestens genauso Pleite, wie die USA. Aber man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist, wird der Freihandels-Johnny sich gedacht haben. Vor allem aber darf man eine gute Krise nicht ungenutzt verstreichen lassen. Und in der Phantasie ist alles erlaubt – das hat die “Politik” mit dem Wahnsinn gemein.

Freihandelsabkommen gibt es seit den 70ern des letzten Jahrhundert wie Sand am Meer, und wenn sie eingehalten würden, hätten sie vor allem den Menschen in den Entwicklungsländern genützt, und zwar auf eine viel direktere und effektivere Art und Weise, als jede staatliche Hilfe und jedes missionarische “Brot-für-die-Welt”-(aber-die-Wurst-bleibt-hier)-Getue es jemals vermocht hätten.

Aber an funktionierenden Lösungen für praktische Probleme war und ist in jener “Politik”, die man nur in Anführungsstrichen schreiben kann, wenn man keine Verbrechen an der Wahrheit begehen möchte, niemand wirklich interessiert. Vielmehr ging und geht es um die Inszenierung der idée fixe, also des Irrsinns, die politische Kaste wolle nur unser Bestes – und wüsste selbst am Besten, was das ist. Das ist weder bemerkenswert, noch neu, sondern der Normalzustand in jeder Diktatur, die auf sich hält.

Die Briten haben ihr Empire mit nicht einmal 12.000 Angestellten regiert. Für ganz Indien, damals etwa 230 Millionen Menschen, genügten knapp 4.000 Funktionäre, und die hatten damals noch nicht mal Email und Smartphones dabei. Natürlich musste das ganze Gebilde früher oder später kollabieren, spätestens, als einem vorwitzigen Mahathma Gandhi auffiel, dass der Kaiser keine Kleider trägt. Heute wäre er als “Populist” verschrien, vor allem in Germany.

Die EUdSSR verfügt aktuell über einen Personalstamm von knapp fünfzigtausend Beamtinnen und Beamten, und das auf technisch deutlich höherem Produktivitätniveau als das Empire vor hundertfünfzig Jahren. Hinzu kommen drei- bis viermal soviele von der EU bezahlte “Experten” in angeschlossenen Betrieben und diversen “Non-Government”-Organisationen. Der Out-put ist dennoch pathetisch: Gurken-Verordnungen und Glühbirnen-Polizei.

Man kann sich nur glücklich schätzen, dass der Apparat der Brüsseler Beamtendiktatur bisher so ineffektiv geblieben ist, denn sonst wäre es schon lange wesentlich schlechter um die Demokratie in Europa bestellt, als das ohnehein schon der Fall ist.

 

Gerrit Liskow

 

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Autor: liskowde
Bild Quelle:


Mittwoch, 27 Februar 2013






Im Chaos herrscht die Ordnung. Erschließt sich dem Normalbürger nicht: wie soll in einem unordentlichen Zustand Ordnung sein. Doch die Elite versteht es, sind es Berufspolitiker heute, keine Praxiserfahrung nur Kampuszugehörigkeit, weit weg von dem Alltag, wie Professoren im Elfenbeinturm, Dinge tun, die nutzlos sind; ihnen entgeht, da sie Realität nicht kennen.

Muss ein Staat sich jedoch leisten dürfen. Nun sehen Bürger den Alltag, die Unordentlichkeit,  quittieren es mit ihrer Wahlstimme. Blöd, die Stimmenabgabe fällt schlecht aus, haben die es immer noch nicht verstanden, klagt der Politiker. Gauck sagte: Politik dem Bürger erklären. Wohl war, vielleicht kann Politker nicht erklären, hat Elite nicht verstanden. Gestammel bleibt, das Klagen auch - schaffen wir die Wahlen ab. Nicht der Bürger ist für Mistmanagement verantwortlich; Politker haben die NS-Zeit ausgerufen, den Bürger dem Mißbrauch freigegeben.