Unangenehme Dokumentationen werden in Deutschland nur nach Mitternacht gesendet

Unangenehme Dokumentationen werden in Deutschland nur nach Mitternacht gesendet


Wieder einmal versuchen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, eine unangenehme Dokumentation zu versenden.

Von Gerd Buurmann

 

Im Jahr 2017 hatten die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten noch versucht, die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner gar nicht erst zu senden, weil ihnen das Ergebnis nicht gefiel, im Jahr 2018 aber handeln sie klüger und versenden die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom auf dem SWR in der Nacht vom 19. auf den 20. April 2018 um 0:50 Uhr, damit ist ja keiner sieht.

 

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben dazu gelernt. Sie wissen, dass eine Weigerung die Dokumentation zu zeigen, einen Skandal auslösen kann. Als arte und WDR sich im Jahr 2017 geweigert hatten, den Bericht „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zu senden, brach eine Welle der Empörung los, nachdem Tapfer im Nirgendwo die Verantwortlichen zur Sendung der Dokumentation aufgefordert hatte. Nur sehr widerwillig wurde daraufhin die Dokumentation gesendet.

 

Diesmal macht es der SWR anders. Er sendet die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom, bei der ebenfalls Joachim Schroeder involviert war, einfach zu einer Zeit, wo niemand mehr zuschaut. Dabei ist die Dokumentation so immens wichtig, wird dort schließlich die Unmenschlichkeit gezeigt, mit der in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden.

 

Tuvia Tenenbom hat für die Dokumentation ohne Erlaubnis in Flüchtlingslagern gedreht und mit den Flüchtlingen dort gesprochen. Es ist erdrückend, deprimierend und menschenunwürdig, was er dort hört und sieht. Er sieht Kälte, Nässe und Kot. Wir sehen Lager, wo Menschenmassen zusammengepfercht werden, an dem es keine Privatsphäre gibt und wo sich Krankheiten ausbreiten. Überall herrschen Lärm und Grelligkeit. Wer diesen Ort der Unmenschlichkeit sieht, kann nur noch sagen, was Tuvia einst in seinem lesenswerten Buch „Allein unter Flüchtlingen“ über diesen Ort der unmenschlichen Menschlichkeit gesagt hat:

 

„Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig.“

Es ist ein schrecklicher Ort, den wir in der Dokumentation zu sehen bekommen. Man fragt sich, ob es den Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend, tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen haben, überhaupt um die Flüchtlinge ging oder doch vielmehr nur um die Pflege des eigenen angekratzten Images? Beim Schauen der Dokumentation hat man das Gefühl, in Deutschland werden Flüchtlinge benutzt, damit Deutsche ihr schlechtes Gewissen beruhigen können.

 

Immer wieder hört Tuvia Tenenbom, deutsche Politiker, Studenten und Vereinsvorsitzende sagen, man habe mehr Flüchtlinge als alle anderen Länder aufgenommen, weil man damit das schlechte Gewissen beruhigen wolle, wegen Hitler, Auschwitz, den Nazis und so. Aiman Mazyek bringt es sogar fertig und erklärt, einst seien Juden mit deutschen Zügen zu den Gaskammern transportiert worden und jetzt würden Flüchtlinge wiederum mit Zügen nach Deutschland gebracht. Damit, so erklärt Mazyek, würden die Deutschen endlich der Weltgemeinschaft zeigen können:

 

„Ein Gefühl, wir können es richtig machen. Wir haben es falsch gemacht und wir haben sehr falsch gemacht. Jetzt machen wir es richtig!“

 

Darum geht es also! Mir fallen dabei erneut Worte von Tuvia Tenenbom ein, die er zwar nicht in der Dokumentation sagt, weil sie dann gewiss nicht gesendet worden wäre, wir kennen ja unsere öffentlich-rechtlichen Pappenheimer, die er aber in seinem Buch „Allein unter Flüchtlingen“ niedergeschrieben hat, das es in Deutschland jedoch nur zensiert zu lesen gibt:

 

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

 

Diese Worte sind vollkommen angemessen, wenn man erst einmal gesehen hat, wie in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden. In der Dokumentation sehen wir Tuvias verzweifelten Versuch, Hilfe für eine Frau zu organisieren, die schwer traumatisiert und kriegsversehrt unter inakzeptablen Bedingungen hausen muss und keine ärztliche Hilfe bekommt. Offen bekommt er von einer Flüchtlingshelferin erklärt, dass den Flüchtlingen in Deutschland nicht geholfen wird, weil ihnen nicht geholfen werden kann. Es seien einfach zu viel!

Wer die Dokumentation sieht, erkennt, die Obergrenze ist schon lange erreicht. Den Preis zahlen die Flüchtlinge. Es ist eine Schande, dass diese Dokumentation zu einer Zeit gesendet wird, wo kaum noch jemand zuschaut. Es ist wichtig, dass die selbstergriffen und tränengerührt stolzen Deutschen endlich sehen, dass sie Flüchtlinge für ihr Gewissen missbrauchen.

 

Die Flüchtlinge sind durch Krieg traumatisierte Menschen, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Menschen brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Diese Menschen in überfüllte enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln!

 

Diesen Menschen zu helfen, ist eine harte und verantwortungsvolle Arbeit. Sie verlangt, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst wird. In einem Land, in der durch Krieg traumatisierte Menschen in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

 

In Deutschland bestimmt das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst den Umgang mit der Flüchtlingssituation. Man könnte überspitzt sagen: Hitler bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik. Ich sag mal so, es gibt deutlich bessere Gründe, um hilfsbereit zu sein.

 

Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Angst und Hoffnungslosigkeit missbrauchen werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können. Die Dokumentation ist schonungslos, schmerzhaft und so unfassbar wichtig. Ein Skandal, dass sie am 20. April 2018 um 0:50 Uhr gesendet wird.

 

 

Tapfer im Nirgendwo


Autor:
Bild Quelle:


Mittwoch, 18 April 2018






Es gibt für unerwünschte Sendungen drei Möglichkeiten 1)nicht senden; 2)spät senden 3)senden mit entsprechenden Untertiteln, damit keine falsche oder nicht gewollte Meinung entseht! Der Zuschauer ist eben unmündig, also wird Meinung entsprechend gelenkt! (DDR2)

"Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Angst und Hoffnungs-losigkeit missbrauchen werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können." Also diesen Nachsatz hättet sich "Tapfer im Nirgendwo" auch noch mit Rechtschreibfehlern sich und dem Leser ersparen können!

"Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Angst und Hoffnungs-losigkeit missbrauchen werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können." Also diesen Nachsatz hättet sich "Tapfer im Nirgendwo" auch noch mit Rechtschreibfehlern sich und dem Leser ersparen können!

Überrascht nicht, denn man will die Helfersyndromseite nicht vorführen. Trommelt doch grad das TV rauf und runter gegen Fremdenfeindlichkeit usw., um den hoheitlich verordneten Status zu belassen...... Herr Tenenbom,der in den USA lebt, kommt mir intelligent hilfreich vor... Andererseits, wie soll ich diesen,seinen Satz in dem ZEIT-Interview verstehen: "Ich persönlich hätte, auch weil ich öfter in Deutschland bin, gerne mehr Syrer, Palästinenser und Libyer im Land, da ich persönlich die Araber mag, ihre Kultur, ihre Musik und ihr Essen." Persönlich hätte ich dagegen gern weniger und äußerst handverlesen.

"Sie wissen, dass eine Weigerung die Dokumentation zu zeigen, einen Skandal auslösen kann." Ob`se das kümmert, sei mal dahingestellt. Die wissen aber auch genau, daß der größte Teil des Steuermichels um 0:50 schläft, weil weil er am Morgen seinen Arsch bewegen muss, um mit seiner Arbeitskraft die ganze Scheisse zu finanzieren. Ach so...und auf Nachtschicht hamse auch keine Zeit zum Fernsehkieken..☺..

@4Monika Tuvia kann ja mal mit Donald reden, da lässt sich doch bestimmt etwas machen, dem Menschen muss geholfen werden.

Es gibt in Deutschland keine Flüchtlinge da in keinem Nachbarland Krieg herrscht. Wer ein sicheres Land verlässt der migriert. Der falsche Gebrauch von Wörtern erschwert die Erfassung der Realität. Für die Versorgung von Flüchtlingen ist UNHCR zuständig. Der wurden 2014/15 die Mittel auch von Europäern gekürzt. Es ist nicht die Aufgabe eines Staates barmherzig zu sein. Barmherzigkeit ist eine persönliche Leistung. Wer Barmherzigkeit von anderen fordert aber selbst keinen Finger rührt, ist ein Heuchler. Ein Staat hat nur 3 Aufgaben: 1. Sicherheit, 2. Sicherheit, 3. Sicherheit. 1. Nach Aussen, 2. Im Inneneren, 3. im Recht. Versucht ein Staat moralisch zu handeln wird er zu einem Gesinnungsstaat, was einem Staatsversagen nach dem o.g. bedeutet und m.E. derzeit immer deutlicher wird. Zu Tenenbom: Es ist eine gute Methode Fragen zu stellen und die anderen einfach erzählen zu lassen. Seine Fragen sind dabei i.d.R. nicht suggestiv wie bei vielen Reportern. Ich habe sein "Allein unter Deutschen" gelesen und die Sendung programmiert.

7 ToBi Ihre Aussagen treffen voll den Kern!

@8alex: Puh, hab gelesen "...treffen voll den Kreml" ☺☺ (falsche Brille) Ansonsten stimme ich Dir zu, zu @7.

zu 7 ToBi. Da stimme ih Ihnen zu. ....Herr Maas sieht es jedenfalls so: „In unserem Grundgesetz steht ein solches Grundrecht auf innere Sicherheit nicht.“ Quelle: wetzlar-kurier.de/191-spd-justizminister-heiko-maas-es-gibt-kein-grundrecht-auf-innere-sicherheit-hans-jurgen-irmer-ohne-sicherheit-keine-freiheit/ ...... Australien nimmt die verängstigten und verfolgten Weißen aus Südafrika auf.In den letzten 12 Monaten wurden 400 weiße Farmer ermordet. Deutsche Medien usw. vermeiden es offensichtlich, diese Form von Rassismus groß zu thematisieren.