Hinter den Kulissen des Nahost-Konflikts: Der `Sohn der Hamas´ packt aus

Hinter den Kulissen des Nahost-Konflikts:

Der `Sohn der Hamas´ packt aus




"Sohn der Hamas" geschrieben von Mosab Hassan Yousef ist ein fesselndes und zugleich erschütternde Autobiographie, die tiefe Einblicke hinter die Kulissen des Nahost-Koflikts erlaubt - wie sie nur ein Insider gewähren kann.. Es ist eine authentische Schilderung seines Aufwachsens in den palästinensischen Gebieten, als sein Vater zum Mitbegründer der islamistischen Terrororganisation Hamas wurde, und er erkennen musste, wie sich die Lebensbedingungen immer weiter verschlechterten, weil Gewalt, Terrorismus und Sicherheitsmaßnahmen das erstickten, was einmal eine einigermaßen funktionierende Struktur war. Aus eigenem Erleben beschreibt er auch, welche Rolle Korruption und gewaltsamer Machtmißbrauch der selbsternannten "Führer der Palästinenser" bei der Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen spielten.

 

von Jörg Fischer-Aharon und Holger Raak

 

Zu der Stärke des Buches gehört, daß es vernünftig chronologisch aufgebaut ist, es nimmt den Leser Schritt für Schritt mit vom kindlichen Steine werfen bis hin zu Intrigen, der Beschaffung von Waffen, der Konfrontation mit der israelischen Polizei über die gegenseitigen Brutalität unter den palästinensischen Gefangenen in Gefangenenlagern, bis hin zur mutigen Lösung des Problems:

Als Angehöriger und Mitarbeiter des engsten Führungszirkels des sogenannten "Islamischen Widerstandes" bekommt Mosab Hassan Yousef Einblicke, die dem Aussenstehenden versagt bleiben und er erklärt, wie die Terroristen insbesondere die europäischen Medien und Öffentlichkeit, aber auch die vermeintlich eigene Bevölkerung manipulieren, mißbrauchen und ausnutzen. Hochinteressant sind seine Berichte, wie etwa die sogenannte "Zweite Intifada" von den Islamisten provoziert wurde und schon länger geplant war, als der - mit den Palästinensern abgesprochene und von ihnen bewilligte - Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg in Jerusalem von der Propagandamaschinerie der Islamisten zum scheinbaren Anlass genommen wurde, eine neue Welle des Mordens, der Gewalt und des Terrors über die israelische Zivilbevölkerung zu bringen. Oder er berichtet davon, wie die Propaganda von Hamas und Fatah den Hass gegen Israelis schürten, in dem sie behaupteten Israel habe einen Waffenstillstand mit der Hamas gebrochen, in dem es eine "friedliche Demonstration" bewaffneter Hamas-Mitglieder in Gaza-Stadt angriff. Filmaufnahmen von Al-Jharsira, die niemals ausgestrahlt wurden, belegen indes, dass es die Hamas selber war, die die Demonstration ihrer eigenen Anhänger mit Granaten angriff und mehrerer ihrer eigenen Leute tötete, nur um einen Propgandaerfolg gegen Israel erzielen und Hass schüren zu können.

Der Autor berichtet einfühlsam wie er es schafft, den Kreislauf aus Hass und Gewalt zu durchbrechen, wie er erkennt, dass es nicht die Israelis oder die Juden sind, die die Feinde seines Volkes sind, sondern skrupellose und fanatische Verbrecher, die sich am Leid anderer Menschen ergötzen und sich schamlos Gelder, die die internationale Gemeinschaft gespendet hat, aneignen. So ist etwa der Terroristenführer Yassir Arafat als mehrfacher Milliardär gestorben. Youssef berichtet von Treffen mit Arafat und wie dieser die Weltöffentlichkeit hinters´Licht führte, Terroristen nicht nur Schutz gewährte, sondern auch selber an der Planung von Terrorakten gegen Israel teils direkt, teils indirekt beteiligt war - zu einem Zeitpunkt, als er der Weltöffentlichkeit vorspielte, in einem "Friedensprozeß" mit Israel zu stehen.

Youssef durchbrach diesen Kreislauf und wollte seinen Beitrag zu einem Ende der Gewalt und des Leides beitragen. Er wurde Mitarbeiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Beit. 10 Jahre lang arbeitet er für den Shin Beit, gibt wichtige Insiderinformationen über Strukturen, Personen und Geldgeber weiter und rettet unzählige Leben - ungezählt sind die Selbstmordattentate, die durch die mutige Arbeit des "Sohnes der Hamas" verhindert werden konnten.

Aber der "Grüne Prinz", so sein Deckname, den er vom Shin Beit bekommen hat, geht weiter - er setzt sich auch kritisch mit dem Islam auseinander. Über das "System Islam" schreibt Youssef:

Das islamische Leben ist wie eine Leiter, mit Gebeten und dem Lobpreis von Allah als unterster Leitersprosse. Die höheren Sprossen repräsentieren die Hilfe für Arme und Bedürftige, den Aufbau von Schulen und die Untertsützung für Wohltätigkeit. Die höchste Stufe ist der Dschihad.

Die Leiter ist lang. Nur wenige schauen nach oben, um zu sehen was an der Spitze ist. Und der Fortschritt ist üblicherweise nur allmählich, fast nicht wahrnehmbar – wie eine Katze in einer Scheune, die eine Schwalbe beobachtet. Die Schwalbe nimmt niemals ihre Augen von der Katze. Sie steht einfach nur da und beobachtet wie sich die Katze vor und zurück, vor und zurück bewegt. Aber die Schwalbe beurteilt die Distanz nicht richtig. Sie sieht nicht, dass sich die Katze immer ein kleines Stückchen weiter nach vorne bewegt mit jeder Bewegung, bis, mit der Plötzlichkeit eines Wimpernschlags die Krallen der Katze blutgetränkt sind von der Schwalbe.

Traditionelle Muslime stehen am Fuß der Leiter, sie leben schuldbewusst, weil sie nicht den wirklichen Islam praktizieren. An der Spitze stehen die Fundamentalisten, diejeingen die man in den Nachrichten sehen kann, die Frauen töten und Kinder zum Ruhmedes Gottes des Korans. Moderate dazwischen gibt es nicht. Ein moderater Msulim ist tatsächlich noch gefährlicher als ein Fundamentalist, jedoch scheint er harmlos zu sein, und man kann niemals sagen, wann er den nächsten Halt macht auf dem Weg zur Spitze. Die meisten Selbstmordattentäter begannen als Moderate.

Der Tag, an dem mein Vater seinen Fuß auf die unterste Sprosse der Leiter setzte, hat er sich nicht vorstellen können wie weit entfernt er sich von seinen ursprünglichen Idealen entfernen würde. Und fünfunddreißg Jahre später möchte ich ihn gerne fragen: Kannst du dich noch daran erinnern, wo du begonnen hast? Du hast all diese verlorenen Menschen gesehen, dein Herz brach für sie, und du wolltest, dass sie zu Allah kommen und sicher sind. Und nun, Selbstmordattentäter und unschuldiges Blutvergießen? War es das, was du erreichen wolltest? Aber mit seinem Vater über solche Dinge zu sprechen ist in unserer Kultur nicht üblich. Und so ist er auf seinem gefährlichen Pfad weiter gegangen.

Mosab Hassan Yousef lernt jedoch nicht nur bei den Israelis, insbesondere beim Shin Beit, Freunde kennen, die ihm helfen, sondern er lernt auch eine Gruppe von zumeist amerikanischen Christen kennen, die in Jerusalem leben und studieren. Mit ihnen diskutiert er, vergleicht die Aussagen und Lehren der Bibel mit denen des Koran - und trifft eine Entscheidung, die ihm zum "todeswürdigen" für sein bisheriges "Glaubensumfeld", in das er hineingeboren und in dem er aufgewachsen ist, macht: Er konvertiert zum Christentum. Mit einer Freundin aus der christlichen Gruppe fährt er spätabends mit dem Bus von Jerusalem nach Tel Aviv, um sich von ihr an einem unbeobachteten Strandabschnitt im Mittelmeer taufen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt darf noch niemand wissen, dass er dem Islam abgeschworen hat und Christ geworden ist.

Nach 10 Jahren beendet er seine Arbeit für den Shin Beit und verlässt Israel und die Region. Er fliegt in die USA, von wo aus er weiterhin Kontakt zu seiner Mutter und seinem Vater hält, dem er am Telefon sagt, dass er ihn als Vater liebt - und dass er 10 Jahre für den Shin Beit gearbeitet hat.

Am 24. August 2008 kam in der israelischen Tageszeitung Haaretz die Geschichte des "Grünen Prinzen", wurde die Hamas als blutrünstige Folterer und Mörder nicht nur von Israelis, sondern auch von palästinensischen Arabern entlarvt und Mosab vorgestellt, als bekennender Christ und Mitarbeiter der Israelis. Wie vorauszusehen war verhängte die globale islamische Medienfront die Todesstrafe über ihn. Die Veröffentlichung des Buchs „Son of Hamas“ wird nichts dazu beitragen diesen Zorn zu besänftigen. Es ist dem Hänssler-Verlag zu danken, dass er dieses wichtige Buch in deutscher Sprache herausgebracht hat. Nicht nur, aber gerade auch Islamistenversteher und Sozialromantiker sollte dieses Buch helfen, Klischees zu überwinden und Zusammenhänge zu verstehen.

Links zum Thema

"Sohn der Hamas" bei amazon

Blog "Son of Hamas" (Demnächst bei haOlam.de!)


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Sonntag, 03 Oktober 2010






Ein wirklich gutes Buch, ich habe es mir gleich gekauft als es raus kam! 

Ich kann es wirklich nur weiter empfehlen!



Ich fand/finde dieses Buch auch sehr lesens- und empfehlenswert, nicht nur weil es einen tiefen Einblick in die Strukturen einer Verbrecherorganisation gibt, sondern weil der Autor leicht verständlich auch das "System des Islams" erklärt.