Untersuchungsausschuß verabschiedet Abschlußbericht: Antisemitismus in Italien - ein akutes Problem

Untersuchungsausschuß verabschiedet Abschlußbericht:

Antisemitismus in Italien - ein akutes Problem




Ein Untersuchungsausschuß des italienischen Parlaments zu Antisemitismus in Italien hat seinen Abschlußbericht verabschiedet, der nächste Woche der Öffentlichkeit vorgestellt werden wird. haOlam.de kann vorab bereits erste Informationen und Angaben aus dem Bericht veröffentlichen.

Geleitet wurde der Ausschuß von der Parlamentsabgeordneten Fiamma Nirenstein, die zugleich auch stellvertretende Vorsitzende des Parlamentsausschußes für Auswärtige Angelegenheiten ist.

Der Ausschuss wurde im Dezember 2009 durch den Präsidenten der Abgeordnetenkammer eingerichtet und besteht aus 26 italienischen Abgeordneten aus allen politischen Parteien.

Nirenstein sagte, dass der Bericht des Ausschusses das Ergebnis einer sorgfältigen Ausarbeitung der Daten und Studien ist, die bei Dutzenden von Anhörungen gesammelt wurden. Der Bericht zeigt "eine alarmierende Entwicklung im Vergleich zu den bisher bekannten Studien zum Thema auf."

Die durch den Ausschuss geprüft Höhepunkte der weltweiten Eskalation von Antisemitismus beleutet dessen verschiedene Erscheinungsformen. Laut Umfragen empfinden 44% der Italiener gegenüber den Juden "kein Mitleid." Dies steht offenkundig in einem direkten Zusammenhang mit einer einseitigen, antiisraelisch geprägten Berichterstattung über den Nahost-Konflikt.

Der Bericht analysiert auch das relativ neue und weit verbreitete Phänomen des Online-Antisemitismus, der hauptsächlich dafür verantwortlich ist, das 22% der italienischen Jugendlichen eine feindselige Haltung gegenüber den Juden haben.

Der Ausschuß verurteilt nicht nur in seinem Bericht den neuen Antisemitismus, sondern soll auch eine Reihe von gesellschaftspolitischen und gesetzgeberischen Vorschläge und Anregungen zur nachhaltigen Bekämpfung jeder Form des Antisemitismus enthalten, hieß es vorab.

Am Montag, 17. Oktober, wird der Bericht der Öffentlichkeit und den Medien im italienischen Parlament vorgestellt. Vertreter der Regierungsparteien zeigten sich entschlossen, nicht nur dem klassischen Antisemitismus, etwa in Form der Holocaust-Leugnung, sondern auch dem vor allem in ultralinken und islamistischen Kreisen verbreiteten neuen Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten.

 

jfa


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Freitag, 14 Oktober 2011