Komisches Pallywood: Heute schon Schwein gehabt?

Komisches Pallywood:

Heute schon Schwein gehabt?




Pallywood, in diesem Punkt seinen westlichen Vorbildern nicht unähnlich, war sich noch nie zu schade, seinen Fans und Groupies auch deftige Kost zu servieren, wenn es darum ging oder geht, die Existenz der jüdischen Demokratie unmöglich zu machen. Es ist deshalb nicht besonders überraschend, wenn „Nachrichten“, die im Sinne dieser Aufgabenstellung funktionieren, sich erfolgreich über die Zeiten retten können. Denn warum sollte sich Pallywood etwas Neues einfallen lassen, wenn auch altgediente „Neuigkeiten“ noch immer ihren Zweck erfüllen?

von Gerrit Liskow

So ist es mit einer Story, die nun schon seit vielen Jahren in den PA-Medien die Runde macht und immer wieder „erfolgreich“ für Schlagzeilen sorgt. Ihr Gegenstand ist vielleicht etwas eigentümlich, um nicht zu sagen: unseriös, aber gerade deswegen funktioniert er wohl so gut; obwohl sogar „Angriff der Killer-Tomaten“, dieser Klassiker des Sci-Fi-Trash, sich im Vergleich zu der Pallywood-Storry ausnimmt, als wäre er von der Bndeszentrale für politische Bildung produziert.

Palywood präsentiert: „Angriff der Killerschweine!“

Der Plot der palästinensischen „Greuelpropaganda“ (siehe auch die beiliegenden Bild-“Belege“) ist übrigens ganz schlicht und einfach konstruiert und deswegen schnell zusammengefasst: Nicht etwa zionistische Killertomaten, sondern ebensolche „Killerschweine“ sind es diesmal, die Obstgärten und Gemüsefelder überfallen, verwüsten und gelegentlich auch mal ein paar leutselige „palästinensische“ Bäuerinnen und Bauern bedrohen; das hätte sich auch der Grundkurs Videotechnik an einer deutschen Volkhochschule so oder so ähnlich ausdenken können.

Und das geht in palästinensischen Qualitätsmdedien selbstverständlich als nackte Tatsachen durch. Was niemanden verwundert, der sich mal die Zeit (vor allem aber: den Magen) genommen hat, um in die Abgründe jener Propaganda zu schauen, die u.a. von der EU, der UNO und den USA bezahlt wird; als Beitrag zum Aufbau einer „palästinensischen“ Zivilgesellschaft. Einer „Zivilgesellschaft“, die sich von ihren Mäzenaten im Westen nur in der Frage der Perspektive unterscheidet: Denn während man im sogenannten Abenland weniger mit den Juden, sondern vielmehr mit Israel ein Problem hat (bevorzugt ein „politisches“; oder zwei oder drei), hassen die arabischen Nachbarn den jüdischen Staat aus einem ganz einfachen, altmodischen Grund: Wegen der Juden; ex oriente lux, liebe „Palästinasolidarität“.

Eine Erfindung und ihre Karriere

Und damit zurück zu den „zionistischen Killerschweinen“, die in der „palästinensischen“ Presse ihr Unwesen treiben. Sie tun das erstaunlicher Weise ohne, dass diese überaus erfolgreiche Story bislang von „westlichen“ Medien übernommen worden wäre. Das ist insofern bemerkenswert, weil „westliche“ Medien sich gewöhnlich darum reißen, jeden Unsinn zu berichten, der aus „palästinensischen“ Quellen in den von der Fatah besetzten Gebieten kommt; wie sich das für „Qualitätsmedien“ gehört, die ihr Geld wert sind.

Die „zionistischen Killerschweine“ hatten ihr Debut im Jahr 2007 auf einer obskuren Israel-Hasser-Website namens IMEMC, und es dauerte nicht lange, bis Ma´an das Talent dieser „Nachricht“ enteckte; Ma´an, diese unerschöpfliche Quelle jener „palästinensischen“ Zivilgesellschaft. Seit ihrer Entdeckung feiern die zionistischen Killerschweine nun alljährlich ein Come-back, und während sie anfangs nur die Müllwerker (pardon: Entsorgungsspezialist_innen) der Gemeinde Salfit (PA-Gebiet) „bedrohten“, legten sie in folgenden Jahren ganze Ziergärten, Obstgärten, Gemüsegärten flach und versetzten Salfitinnen und Salfiten in Angst und Schrecken.

Vielleicht hatten die armen Schweine einfach nur Hunger und wären ein Fall für den Tierschutzverein gewesen? Eine Zivilgesellschaft, die ihr Salz wert ist, hätte doc zunächst einmal ein paar Tierrechte-Aktivist_innen zur Hilfe gerufen, bevor sie fordern würde, die Polizei solle schnell diese unkoscheren Paarhufer erschießen. Was heißt da überhaupt arme Schweine? Zionistische Killerkommandos sind das, denn bereits 2007, pünktlich zu ihrem Debut, lieferte Ma´an eine „politisch“ unumstößliche Erklärung, wer hinter der Schweinerei steckt; Na-Sie-wissen-schon-wer.

„Die wilden Säue werden von israelischen Siedlern losgelassen, um die Felder und Ernten der Palästinenser zu zerstören.“

Genau! Da müssen der Spionage-Hai von Sharm-El-Sheik und die Mossad-Amsel aus der Türkei sowie all die anderen Attraktionen aus dem zionistischen Spionage-Zoo sich ab jetzt warm anziehen: Die Konkurrenz schläft nicht, auch wenn sie in diesem Fall wie gesagt nicht ganz kosher ist (eigentlich sogar überhaupt nicht).

Ein Schwein geht um die Welt

Nun kann es offensichtlich gar nicht blöd gnug sein, um nicht geglaubt zu werden, denn die Story von den Killerschweinen hält sich wacker. Sie macht nämlich, wie gesagt, jedes Jahr ein Come-back; 2008, 2009, 2010 und 2011. Man sollte meinen, die Palis werden noch ganz wirr im Kopf von dem tierischen Schwachsinn, den ihnen ihre zivilgesellschaftlichen Qualitätsmedien mit freundlicher finanzieller Empfehlung der EU, UNO und USA im Laufe der Jahre vorsetzen.

Aber nicht doch! Wunder gibt es immer wieder, wusste schon Katja Ebstein. 2008 wurden die Schweine angeblich von den „Siedlern“ in Ariel losgelassen, so dass die „Menschen nicht ihre Häuser verlassen konnten und ihre Gärten zerstört wurden“; 2009 „liefen die Schweine in Wohngebieten und auf Landwirtschaftsflächen Amok“ und 2010 zerstörte schließlich „eine Herde von zwanzig Schweinen die Aprikosenbäume“.

Selbstverständlich ausschließlich auf PA-Gebiet, denn es unterscheiden die Schweine feinsäuberlich zwischen israelischem und palästinensischem Besitz, wildern also nur auf dem Gebiet der Gemeinde Salfit – da kann man mal sehen, was für intelligente Tiere das sind! In anderen Gegenden „Palästinas“ sind die Killerschweine offenbar noch nicht gesichtet worden.

Einen Versuch war es wohl wert, aber bei den Aktivist_innen der Palästinasolidarität, die sonst zwar jeden Unsinn glauben, wenn er nur aus „palästinensischen“ Quellen kommt, fiel sogar die Schweine-Story durch; anderenfalls wären die „zionistischen Killerschweine“ bestimmt schon längst in Nablus, Bethlehem, Hebron und Ramallah aufgetaucht um „Massaker“ und andere „Kriegsverbrechen“ unter der „palästinensischen Zivilbevölkerung“ anzurichten - oder einfach nur „Apartheid“ à la Gabriel zu praktizieren. Oder „Friedens“-bewegten Dänen mir nichts, dir nichts eine dicke Lippe zu hauen.

Die Moral von der Geschicht´?

Nun ist es so, dass man angesichts dieser Story einfach mal konstatieren sollte, wozu die über sieben Milliarden Dollar an „humanitärer Hilfe“ offensichtich gut waren, die zwischen 2001 und 2009 von der berühmt-berüchtigten internationalen Gemeinschaft in die Gebiete der PA transferiert worden sind. Die PA ist weltweit zwar nur die zweitplatzierte Empfängerin staatlicher Transferleistungen, aber gemessen an den Zuwendungen pro Kopf liegt die PA weltweit uneinholbar an der Spitze.

Es empfängt ein PA-Palästinenser an „humanitärer Hilfe“ in etwa neun Mal so viel wie ein Mensch im Sudan und fast vierzig mal mehr, als ein Mensch im Kongo, in Simbabwe oder in Uganda, und das, ohne dafür all zu sehr im Dreck leben zu müssen; es geht den PA-„Flüchtlingen“ nach einschlägigen Statistiken mindestens genauso gut, wenn nicht besser, als den meisten ihrer arabischen Brüderinnen und Brüder (von Schwestern ist meist nicht die Rede).

Man sieht angesichts der Story von den Killerschweinen, wie gut und erfolgreich die berühmt-berüchtigte „Internationale Gemeinschaft“ ihre Kohle investiert. Und sie hat damit bestimmt alles richtig gemacht, denn wussten nicht schon die Schweine in George Orwells „Farm der Tiere“: Alle Tiere sind gleich, aber manche Tiere sind gleicher als die anderen? Eben!

 

PS: Obacht, liebe deutsche Tagesschau! Nach einer einschlägigen Umfrage der BBC sind immer noch 16% aller Deutschinnen und Deutschen der Meinung, von Israel ginge irgendein positiver Beitrag zum Weltgeschehen aus – im Gegensatz zu 55% aller Deutschinnen und Deutschen, die sich „politisch“ und sozial akzeptabel zu ihrer „israelkritischen“ Meinung bekennen, hurrah!

Denoch: Könnt Ihr da noch mal nacharbeiten? Vielleicht wird ja bei der nächsten Redaktionskonferenz zum lustigen Ideenwettbewerb aufgerufen. Mein Tipp: Es müssen nicht unbedingt Schweine sein. Das gäbe vielleicht auch etwas hässliche Schlagzeilen - entgegen allen Euren diesbezüglichen Bemühungen ist die hiesige Menschheit ja doch noch nicht ganz und gar verblödet.

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Sonntag, 20 Mai 2012