Die Holocaustabrechnung! Warum Deutschland eben nicht `genug gezahlt´ hat…

Die Holocaustabrechnung!

Warum Deutschland eben nicht `genug gezahlt´ hat…




von Ulrich J. Becker, Jerusalem

“Jetzt ist aber gut! Schweigt endlich ihr Juden! Deutschland hat genug gezahlt! Milliarden! Mehr als euch zustehen wuerde hat unsere fleissige Wirtschaft an eure gewitzten Anwaelte schon verschleudert. Jetzt muss endlich mal Schluss sein! Ein Schlusstrich her! Schluss mit den moralischen Erpressungen! Wir haben schon lange dafuer bezahlt und zwar mehr als genug!“

So oder aehnlich (meist halt eher ein bisschen hoeflicher) hoerte ich leider schon so manchen Deutschen mir erklaeren, wie sehr die Holocaustzahlungen schon alles beigelegt haben und dass diese eigentlich viel zu hoch und uebertrieben waren. Ach ja? Dann lasst uns dochmal ganz kleinkariert und unarisch nachrechnen…

Nach den gaengigen Rechnungen hat Deutschland an Israel oder juedische Organisationen oder Privatleute zusammen insgesamt (Stand 2008) ca. 66 Mrd. USD (andere deutsche Quellen behaupten 26. Mrd. USD – 700 Millionen USD in Guetern und 25 Mrd. USD in Waehrung) bezahlt. Nun, das ist eine grosse Summe und es wird immer schwer sein zu sagen, wie viel Leid in USD Wert ist, aber man kann auch eine ganz einfache Rechnung machen, die noch nicht mal in Dinge wie Leid und dem ‘angmessenen Schmerzensgeld’ geht, sondern einfach auf die Dinge schaut, die faktisch von Nazideutschland geraubt wurden:

Denn Reperationszahlungen kann man fuer verschiedene Dinge machen. Fuer recht objektiv festzustellende Werte, wie geraubte Grundstuecke und Gueter und verwaehrte Gehaelter oder unbezahlte Zwangsarbeit, und fuer eher willkuerliche/subjektive/ideelle Festlegungen wie fuer Leid der Ueberlebenden und fuer Zahlungen an Angehoerige von Ermordeten.

Schauen wir doch erstmal nur auf die objektiveren Werte:

Nach einer umfassenden Studie betrugen alleine die juedischen Grundstuecks- und Besitzwerte, die waehrend des Holocausts gestohlen wurden nach heutigem Wert ca. 115 bis 175 Mrd. USD. Eine Studie der israelischen Regierung versuchte eine Schaetzung fuer alle verlorenen Gehaelter der Verschleppten (104 bis 155 Mrd. USD) und nichtgezahlten Loehne der Ghettoarbeiter (11 bis 52 Mrd. USD) anzugeben und kam auf einen Betrag von 105 bis 207 Mrd. USD. In der gleichen Studien schaetze man alle vom deutschen Reich geraubten juedischen Gueter auf ca. 125 Mrd. USD.

Nehmen wir die jeweils niedrigsten vermuteten Werte zusammen, kommen wir auf einen Betrag von 220 Mrd. USD (und wie gesagt, dass ist nur die niedrigste Variante. Man koennte auch zu einer Maximalschaetzung von 382 Mrd. USD gehen).

Weniger als ein Drittel allein der gestohlenen materiellen Werte sind ‘Wiedergutmachung’?

Wenn wir also gar nicht ueber Entschaedigungen fuer die Ermordeten reden, sondern nur in diesem recht gefuehlslosen Wertebereich bleiben, ergibt sich, dass Deutschland bis heute (hoechstens) ca. 30% allein des angerichteten Raubes bezahlt hat. Das ist also der grosse Schlussstrich? 30%? Und das Ganze nannte man dann in Deutschland auch noch voller Frechheit “Wiedergutmachung“. Ja klar! Man bezahlt ein paar DM und schon ist Alles WIEDER GUT! Asche setzt sich wieder zusammen, fliegt rueckwaerts durch den Krematoriumsschornstein, verbindet sich zu verhungerten Koerpern, zieht Zyklon B aus den Lungen heraus in die Pseudoduschen, dann wieder aufsteigen auf den Zug, gelber Stern weg und einmal ordentlich druecken mit den Taetern und alles ist WIEDER GUT. Im Gegensatz z.B. zu ‘Schmerzensgeld‘ beinhaltet ‘Wiedergutmachung’ einen sehr starken moralischen Rehabilitierungsbegriff. (Uebrigens sei hier der Fairnishalber gesagt, dass die BRD im Vergleich zu anderen Staaten, wo man sich zuvor auch am Holocaust beteiligt hatte, wie die DDR, Oesterreich, verschiedene osteuropaeische Staaten etc. sich noch relativ verantwortungsbewusst verhielt.

“Was wollen die Juden eigentlich? Wir haben doch bezahlt.“

In Israel gab es damals heftige Kaempfe, ob man Zahlungen aus Deutschland ueberhaupt annehmen sollte, mit Menachem Begin fuer die Rechte, der sich energisch dagegen aussprach, u.a. weil es als eine Art Ablasshandel angesehen werden koennte, als eine Art unmoegliche ‘Wiedergutmachung’. Aber Ben Gurion und die knappe Mehrheit sprach sich fuer die Annahme der Gueter und Waehrungszahlungen aus, da das momentane Ueberleben Israels in den fuenzigern hoeher stand, als moralische Standards und vielleicht zu Recht, vielleicht nicht. Auf jeden Fall hatten man so die groteske Situation, dass Juden, die erst vor einigen Jahren aus den Feuern des deutschen Holocausts entkommen waren, nachdem sie in Zuegen der Reichsbahn verschleppt wurden, und jetzt wieder, nur in Israel, in solchen deutschen Zuegen fahren mussten, die Israel von SIEMENS bekam. Vielleicht ist es aber Begins Widerstand zu verdanken, dass das ‘Wiedergutsmachungsabkommen’ in Israel wenigstens ‘nur’ unbestimmt und moralisch unverbindlich ‘Taschlumim’ (Zahlungen) hiess und bis zum heutigen Tag so genannt wird.

Ich selbst arbeitete kurzzeitig bei der Holocaustueberlebenden Organisation AMCHA in Israel, wo ich Ueberlebenden beim Uebersetzen der eiskalten deutschen Buerokratie fuer Zahlungsansprueche half. Ist es nicht super ‘nett’, wenn ein deutsches Amt – natuerlich ausschliesslich auf Deutsch – einer Holocaustueberlebenden schreibt, dass ihre Forderung fuer eine Rente fuer Ghettozwangsarbeit abgelehnt wurde, da sie zum betreffenden Zeitungpunkt nur sieben Jahre alt war und Siebenjaehrige ja bekanntlich nicht arbeiten duerfen. Ach, ja? Als ich der Frau die Antwort uebersetzte, sagte sie mir nur leise und verstoert, dass sie doch aber gearbeitet habe und nicht gerade leicht. Was glauben diese Leute im feschen deutschen Amtsbuero eigentlich? Das sich die Nazis ans international Arbeitsrecht oder sowas hielten?

In einem anderen Fall, wurde eine aehnliche Anfrage einer Frau abgelehnt mit der Begruendung, dass sich ihr Ghetto doch damals in Rumaenien (ich hoffe ich erinnere mich richtig) befand und das dies mit Deutschland zwar verbuendet war, aber die Ghettos unter rumaenische Verantwortung fielen. Ich erklaerte es der Frau und sie verstand nicht recht. Ich fragte sie, ob das Ghetto von Rumänen geleitet worden sei. Nein, von deutscher SS, antwortete sie mir.

Aber alles egal fuer viele Deutsche, die felsenfest der Meinung sind, dass genug oder sogar zu viel bezahlt wurde!

Damaliger Finanzminister Peer Steinbrueck hatte bei einem Israelbesuch klipp und klar gemacht, dass Deutschland keine neuen Verhandlungen ueber Entschaedigungen zulassen werde.

Kann Deutschland bei Entschaedigungen was von Lybien lernen?

Nachdem wir also schon wissen, dass sogar 30% Entschaedigung fuer materielle Werte fuer Deutschland anscheinend zuviel sind (Sprich, man will nicht mehr als 30% des Diebstahls dem rechtmaessigenen Eigentuemer zurueckerstatten), machen wir doch mal eine Spekulation, wie eine Entschaedigung auch fuer die Ermordeten aussehen wuerde, wenn das ueberhaupt moeglich ist. Und da ich mir nicht anmasse selbst ‘einen Preis fuer ein Leben’ festzusetzen, nehme ich mir zwei gegenwaertige Faelle von solchen Zahlungen zu Hilfe:

1) Deutschland hat jetzt angekuendigt 400.000 Euro (um in der gleichen Waehrung zu bleiben: 500.000 USD) an die Angehoerigen des Luftangriffs bei Kundus als Entschaedigung zu zahlen. Da es sich bei dem Angriff um 142 Opfer gehandelt haben soll, kommt man auf ca. 3500 USD pro Opfer. Wuerde man das auf die ca. 6 Mio. ermordeten Juden im Holocaust anwenden, kaeme man auf 21 Mrd. USD. Demnach wuerde der Gesamtbetrag auf 241 Mrd. USD steigen und die von Deutschland bezahlte Entschaedigung wuerde auf ca. 27% fallen.

Aber natuerlich ist dies ein sehr schlechtes Beispiel, da es sich um hier um einen voellig anderen Sachverhalt handelt. Die deutsche Regierung hat naemlich keinen Voelkermord gegen die Afghanen im Gange und man kann jeglichen Tot von Zivilisten in Afghanistan mit gutem Gewissen als von Deutschland ungewollt bezeichnen. Denn den Tot von Zivilisten in Afghanistan will Deutschland heute so gut es geht vermeiden. Ueber diesen Luftangriff kann man auch sogar geteilter Meinung sein, wieviele der Anwesenden wirklich ‘unschuldige Opfer’ waren und wieviele Taliban oder mit dieser verbuendet etc.. Aber darauf will ich nicht eingehen, ich kann nur sagen, dass von dem Luftbildvideo, das veroeffentlicht wurde, zu schliessen, haette Israel einen solchen einen Luftschlag hoechstwahrscheinlich abgebrochen.

Und deswegen jetzt zu einem Beispiel, wo ein Staat gezielt Zivilisten umbrachte und nachher Entschaedigung zahlte…

2. Die vom lybischen Geheimdienst durchgefuehrten terroristischen Anschlaege der La Belle Disco in Berlin und der verursachte Flugzeugabsturz von Lockerbie wurden von Ghadaffi zugegeben und dieser Willkuerherrscher und sein Unrechtsstaat bezahlten tatsaechlich jeder Familie eines Opfers 8 Millionen USD. Sprich, fuer den Anschlag von La Belle (3 Todesopfer) 35 Mio. USD und fuer die 270 Anschlagsopfer von Lockerbie insgesamt 2,16 Mrd. USD. Wuerden wir dieses Mass wieder auf den Holocaust anwenden, muesste Deutschland fuer die Entschaedigung der 6 Mio. ermordeten Juden eine Summe von 48 Billionen USD bezahlen. Dazu noch die vorheringen 220 Mrd. und wir waeren bei 48.220.000.000.000 USD (48.2 Billionen). (Zum Vergleich der Haushalt der deutschen Regierung von 2009 betrug ca. 290 Mrd.)

D.h. wuerde Deutschland wenigstens lybische Standards fuer die Entschaedigung des Holocaust anwenden (wer haette gedacht, dass Lybien in einer moralischen Frage mal ein Beispiel abgeben koennte…) dann haette es erst einen gegen 0 % gehenden Anteil bezahlt.

Ehrlich gesagt, will ich den Deutschen nicht vorschreiben wieviel sie fuer die Verbechen ihrer Verwandten an die juedischen Opfer und deren Angehoerigen zu zahlen haben, ich moechte nur einfach diese bloede Behautptung nicht mehr hoeren, man haette schon mehr als genug bezahlt. Wenn Deutschland nicht einmal den Raub an materiell messbaren zu einem Drittel zahlen will, ist das Deutschlands Problem, aber bitte dann nicht behaupten, man haette eine angemessene Entschaedigung abgeleistet, sondern ehrlich zugeben, dass man nur einen kleinen Bruchteil der materiellen Verluste des juedischen Volkes und einen noch winzigeren Bruchteil einer emotional vielleicht vertretbaren Entschaedigung geleistet hat.

P.S.:
Sollte jemand Fehler in den hier angefuehrten Zahlen entdecken, bitte als Kommentar einstellen, so dass ich diese in korrigierter Form in den Artikel stellen kann.

 

Erstveröffentlicht bei unserem Partnerblog Aro1.com


Autor: haolam.de
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Mittwoch, 30 Mai 2012






"Nach einer umfassenden Studie betrugen alleine die juedischen Grundstuecks- und Besitzwerte, die waehrend des Holocausts gestohlen wurden nach heutigem Wert ca. 115 bis 175 Mrd. USD." heisst es weiter oben. Mich stört die Aufführung des heutigen Wertes. Er kann zu Informationszwecken genannt werden, aber gerechnet werden muss mit dem Wert zum Zeitpunkt der sogenannten Wiedergutmachungszahlungen.



Ich bin im Prinzip einig, nur die Zahlen stimmen nicht ganz. Man kann schlecht den heutigen Grundstückswert annehmen und dazu die früheren Zahlungen in Relation setzen. Des Weiteren sollte man die bislang geleisteten Zahlungen Inflationsbereinigt berechnen und auch mit dem entsprechenden materiellen Gegenwert berechnen. Das außer Acht zu lassen verfälscht, und wirkt unseriös.

Ich als Ende der 60´ger geborener sehe dennoch einen Mangel an Bewustsein auf deutscher Seite für das unermeßliche Leid, das den Völkern Europas und insbesondere den Juden zugefügt wurde und bin mir nicht sicher ob die "Ablaßzahlungen" nicht ein gerüttelt Maß dazu beigetragen haben die als Wiedergutmachung verkauft wurden. Der Begriff impliziert ja die Absolution nach erfolgter Zahlung, und nach guter katholischer Tradition kann man für die Sünde nach gerade getaner Buße nicht noch mal zur Verantwortung gezogen werden. Dazu kommt noch die überaus erfreuliche Entwicklung Israels - politisch und wirtschaftlich - die vielen ein Indiz zu geben schein" die Juden haben´s eigentlich nicht nötig, wollen aber immer mehr von uns, siehe U-Boote usw." (hab ich gerade wieder als Argument zu hören bekommen).

Wenn man es nachträglich betrachtet waren die Zahlungen zu der Zeit sicher hilfreich aber bezogen auf die heutige Situation und Entwicklung hätte Israel auf diesen Ablaßhandel verzichten sollen und die deutschen hätten eventuell einen anderen, besseren Weg gefunden um Buße zu tun.

Hätte, wäre, sollte ...

Wie heißt es so "schön" - bei Geld hört die Freundschaft auf - , da ist was dran.

MfG

Karl Rannseyer



Im Prinzip eine logische Rechnung. Allerdings übersieht man hier eine Sache:
Zwischen uns und den Verursachern liegen mind. 3 Generationen. Die heutigen Generationen haben mit der Sache vor über 70 Jahren rein gar nichts zu tun. Insofern darf man sich nicht wundern wenn das ganze zunehmend als ungerecht empfunden wird. Stehts wird die "historische" Verantwortung in den Vordergrund geschoben. Jedoch haben die jetzigen Generationen genausowenig Verantwortung für die Taten der damaligen Generation, wie ein Enkel eines Mörders die Verantwortung für dessen Taten hat.

Die damalige Generation hat bluten sollen... ok... aber bei der heutigen Generation wird Unrecht mit Unrecht vergolten. Und das stiftet letzlich extreme Spannungen, bis hin zur Feindschaft. Denn was die Politik auf der eines Seite immer wieder Gebetsmühlenartig verkündet, ist leider genau das Gegenteil dessen, was Otto Normalverbraucher empfindet und denkt. Ein immer größer werdender Anteil der Deutschen findet Israel "unsymphatisch" und das liegt eben nicht alleine an der Nahostsituation, sondern vor allem in der Innerdeutschen. Es ist vor allem der ZdJ, der keine besonders gute Visitenkarte Israels darstellt, indem er sich in sämtliche Belange unseres Landes einmischt und zum Schrecken der Bevölkerung jederzeit von unseren sogenannten Volksvertretern stattgegeben wird.

Hinzu kommt die bizarre Gesetzgebung, welche einen extrem bitteren Nachgeschmack für die meissten Deutschen hat und die sich eines Tages gegen die Elite entladen wird. 
Spätestens, wenn die Schuldkultbeladenen Kinder der Nazis weggestorben sind und die Enkel und Urenkel die absolute Mehrheit darstellen. (Den Anteil von Haus aus judenfeindlich eingestellter Import-Mohammedaner sollte man dabei keinesfalls unterschätzen!!!) Was dann passiert, kann man sich wohl angesichts der Weltlage nur allzugut vorstellen ! 

Ich denke, der Schuldkult sollte Endgültig beendet werden, im Interesse der ganzen Welt !
Es geht dabei nicht alleine um das Geld. Es geht um das Recht auf Selbstbestimmung.
Würde einmal ein vertreter Israels nach Deutschland kommen und sagen: "Es ist genug"
Das wäre für die Bevölkerung ein Zeichen das Frieden schafft.
Vor allem für die jetzige Generation....



Ein grosser Denkfehler wird hier gemacht. Unabhängig von der schwere des Verbrechens des dritten Reiches, (und eben nur diesem) am jüdischen Volke, fühle ich mich als fast 50 Jahre später geborenen Menschen nicht mehr schuldig. Die letzten Zeitzeugen sterben spätestens in den nächsten 10 Jahren aus, Meine Grosseltern gehören dazu. In der Geschichte wurden schlimme Fehler begangen. Daraus ist zu lernen, ausserdem ist Unterstützung zu leisten.

Dennoch ebenso unsinnig, wie die jetzige Entschädigung für Opfer unter den Kreuzzügen, ist die Bezahlung an Israel. Denn dieser Staat ist in der Lage, die modernsten Waffensysteme der Welt zu entwickeln und gegen fast wehrlose Moslems einzusetzen. Demnach ist die Zahlung heute nurnoch reine Schikane.

 

Mit freundlichen  Grüßen.



Es ist schon völlig richtig: Deutschland hat selbst nach Nachkriegsmaßstäben lächerlich wenig an Entschädigung gezahlt.

Setzt man den inflationsbereinigten Lockerbie Standard an, so wären wenigstens 8000 bis 10000 Milliarden DM an Israel zu zahlen gewesen.

Ein Grund für die in der deutschen Volksseele ungenießbar anhaltende Überzeugung, man hätte Israel doch schon genug Geld, auch in Form von U-Booten, nachgeschmissen, liegt in der Verstrickung so vieler Deutscher - und ihrer Nachkommen, an der Plünderung jüdischer Vermögen.

Denn es war ja gerade dieses Versprechen der Nazis, sich "das vom Juden gestohlene deutsche Volkseigentum" wieder zurück zu holen.

Mit dieser Rechtfertigung wurden die Deutschen/Europäischen Juden denunziert und geplündert, wie es die Weltgeschichte nicht vor- noch nachher erlebt hat. Quer zu den gesellschaftlichen Strukturen tobte die barbarische Raffgier:

Für die kleinen Denunzianten die Haustände der Abgeholten. Den Paladinen die Grundstücke und Immobilien, die Geschäfte und Unternehmen, die Kunstgegenstände, die Gemälde, der Schmuck, die Barvermögen. Für die SS die Gewinne aus der Vermietung der Millionen Arbeitssklaven an die Industrie.

So manches heutige Immobilien-Erbe, so mancher heute als eigene Tüchtigkeit ausgegebene Familien-Reichtum, geht direkt darauf zurück.

Diese Verstrickung zu leugnen und zu verdrängen hat sich platzgreifend in das kollektive Unterbewusste vieler deutscher Familien gefressen. Und so ist die aggressiv-primitive Schuldab- und Umkehr - eben auch und gerade der Nachkommen - zu verstehen.



Sehr verehrter Herr Becker,

mit diesem Artikelchen liefern sie jedem Antizionisten, jedem Antisemiten, eine Steilvorlage. Eines ist sicher: So gewinnt Israel keine Freunde. Nicht nur das das Aufrechnen etwas müffelt, nein, schon die Nähe des Geschehens zu Geld, gerade bei diesem Namen ist unklug. Die Fraktion der Knesset, die damals die Ablehnung jeglicher Hilfe aus D. bedacht hatte, hatte vollkommen recht. Man kann das getane Unrecht nicht wieder gut machen und niemanden wieder zum Leben erwecken. Um so widerlicher dann das Ganze, wenn es auf eine Erbsenzählung hinausläuft, um die Größe des Verbrechens vergleichbar zu machen, bzw. unvergleichbar zu halten - und wenn es ein einziger Mensch gewesen wäre .... wär eigentlich dasselbe passiert.

In der aufgeklärten Schule wurde uns begebracht, wie die kath. Kirche per Erbsündenlehre die Menschen zu zahlungswilligen Melkkühen gemacht hat. Das funktioniert zwar eine ganze Weile, aber nicht ewig! Es gab sehr viele Deutsche, die mit dem ganzen Thema nicht in Berührung kamen. Weder meine Eltern, noch sonst jemand meiner Verwandschaft war in der NS-Partei oder hat einen Juden umgebracht. Mein einer Opa, er war junger Soldat, ist schon 35 gestorben im Krankenhaus am Blinddarm. Mein anderer Opa war amerikaorientierter Baptist, und behauptete uns gegenüber, immer Hitler-Gegner gewesen zu sein. Warum hat man nicht die Parteigenossen nach dem Krieg enteignet? Die haben als erste profitiert vom NS-System in der Regel. Natürlich stellt die jetzige Generation die Frage: Warum fällt denen das erst so spät ein? Und die Antwort hat das Buch - ich hab es nicht gelesen - des Amerikaners Finkelstein mit seinem Titel allein gegeben. Die Generalisierung der tatsächlich vorhandenen Schuld, statt deren Personalisierung, ist kein zukunftsfähiger Weg. Hand und Name gilt nicht nur für die Juden, es gilt auch für die Deutschen. Sollen doch die Täter mit Name und Adresse an den Pranger. Und dann nehmen Sie sich, was da noch zu holen ist, und dann wird das Thema beendet. Ich, für meine Person, bin nicht für Pauschallösungen in dieser Sache. Die Wahrheit aber ist, lieber Herr Becker, das die Wirklichkeit wohl doch komplizierter gewesen ist, als die Holzschnitter sie gewöhnlich darstellen. 

In den kommenden Auseinandersetzungen ist es m. Erachtens nach für Medinat Israel wichtiger, Freunde zu gewinnen, als mit alten Forderungen an die falsche Adresse eventuelle zu verprellen. Bedenken Sie vor allem eines: Die Fangemeinde des Braunauers wächst rasant, und zwar weltweit! Er hat zur Zeit mehr, als er zu Lebzeiten je hatte. 

mfg 



 - nur erstmal überflogen und trotzdem  D-A-N-K-E  für diesen Artikel, Ulrich BECKER. Denn

wie oft

haben mich Leute schon mit genaus diesem "wir haben gezahlt"-Gesabber  genervt . . . - und  ICH, der viele gute Argumente hat,   w u ß t e   keinerlei  Zahlen.

 

Und die braucht man auch manchmal sehr !

Mal sehen, ob man ihnen damit zum NACHDENKEN VERHELFEN  kann  -

   oder wenigstens das dumme Maul stopfen.



 @Brak

hätten Sie den Beitrag von Ulrich J. Becker nicht nur gelesen, sondern auch verstanden, dann wäre ihnen aufgefallen, daß Becker keine Diskussion anstößt, sondern eine in Deutschland vorhandene und - noch bestenfalls von Leuten wie ihnen - geführte Diskussion aufgreift.

Egal welches antisem- äh israelikritische Dumpfblatt man in Deutschland aufschlägt: SPON, ZO, SZ, TAZ - die Leser werden tagtäglich mit Halbwahrheiten, Verkürzungen und tendenziöser Verzerrung zum Thema Israel gefüttert. Entsprechend quellen die dortigen Leserforen vor militantem Judenhass nur so über. Beispiel gefällig?

Die ewigsten U-Boote, die den fordernden, gierigen, landraubenden Apartheids-Juden noch heute als Wiedergutmachung geschenkt werden müssen! Auf Kosten der Steuerzahler!

Diese Diskussion greift Becker allgemein auf und stellt anhand einiger Zahlen klar, wie die nicht endende, von Deutschen! befeuerte Legendenbildung zu verorten ist. Übrigens, die U-Boote sind keine Wiedergutmachung, sondern werden im Rahmen der gültigen Nato-Doktrin nach Israel, zur Erfüllung existenzieller Abschreckungs- und Verteidigungsaufgaben geliefert.

Aber dem nicht genug. Auch Sie entblöden sich nicht, das unterirdische: bin ich s gewesen? Argument hier zu liefern. Wie schlecht.

Wenn ich derartiges lesen muss, fallen mir die Autoren unseres GG ein, die sehr genau wussten, weshalb sie die BRD als Repräsentative, gewaltengeteilte Demokratie entwarfen und schufen.

Übrigens, die Bundesrepublik ist der Rechtsnachfolger des Dritten Reichs. Wussten Sie das nicht?

Von daher fällt Ihr: " Die Wahrheit aber ist, lieber Herr Becker, das die Wirklichkeit wohl doch komplizierter gewesen ist, als die Holzschnitter sie gewöhnlich darstellen. " Ihnen ganz gewaltig auf die Füße.

Mein Tipp: Lesen Sie mal Ralph Giordano "Die zweite Schuld" oder "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte." Beide Bücher liefern exzellentes zeitgeschichtliches Anschauungsmaterial und Wissen zum Thema. Gut verständlich geschrieben und zu lesen.

Gruß